Aktuelles
  • Herzlich Willkommen im Balkanforum
    Sind Sie neu hier? Dann werden Sie Mitglied in unserer Community.
    Bitte hier registrieren

Nachrichten Russland

In Russland leben einige kleine mongolische Völker, doch die Mongolen selbst hat Russland nicht kolonisiert. Gegen China hat Russland mehrere Kriege geführt, aber die Chinesen hat es auch nicht kolonisiert
 
Angst vor Beschlagnahmung
Russen heben offenbar Milliarden von ihren Konten ab
In der russischen Bevölkerung breitet sich anscheinend die Sorge aus, der Kreml könnte private Gelder für seinen Krieg einziehen. Laut »Washington Post« plündern viele ihre Konten.
Russische Sparer und Unternehmen haben der russischen Zentralbank zufolge allein in den ersten beiden Augustwochen umgerechnet fast drei Milliarden Euro abgehoben. Im Juli sollen es mehr als sechs Milliarden Euro gewesen sein, im Juni fast vier Milliarden.

Wie die »Washington Post« berichtet, treibt die Menschen die Angst, der Kreml unter Präsident Wladimir Putin könnte ihre Einlagen beschlagnahmen, um den Krieg gegen die Ukraine zu finanzieren.

»Drohnen fliegen. Dinge brennen nieder. Nervosität wächst«, zitiert die »Post« einen ehemaligen hochrangigen Finanzbeamten. Die Menschen hätten ihr Geld lieber unter dem Kopfkissen als in einer Bank, die es womöglich einbehält. Einige Banken hätten bereits große Probleme mit der Liquidität. »Sie haben das ganze Geld woanders investiert«, so der Beamte, »und die Leute kommen und heben eine halbe Billion Rubel im Monat ab.«

Wirtschaftsexpertin Alexandra Prokopenko sagte der »Post«, die Menschen hätten kein Vertrauen in das russische Banksystem. »Das ist alles eine Konsequenz aus der Angst, dass die Regierung etwas mit den Banken vorhat, dass sie Anlagen verstaatlichen könnte.«

 
Zwei Stunden Schlaf für russische Kampfdrohnen – Studenten von „Alabuga“ berichten von Arbeit bis vier Uhr morgens
Studenten des russischen „Alabuga Polytech“ werden für die Produktion der iranisch entwickelten Shahed-Kampfdrohnen eingesetzt und berichten nun von Arbeitszeiten bis tief in die Nacht, niedrigen Löhnen und Versprechen, die mit ihrer tatsächlichen Bezahlung wenig zu tun haben. Der Alltag konnte morgens um 7:50 Uhr beginnen. Bis 16 Uhr lief der sogenannte WorldSkills-Unterricht, in dem die Jugendlichen unter anderem Löten und andere Fähigkeiten für die spätere Produktion lernten. Danach ging es direkt an die Arbeit. Ein ehemaliger Student berichtet, dass häufig bis vier Uhr morgens gearbeitet worden sei. Vorgesetzte hätten ihre eigenen Aufgaben auf die Studenten übertragen. Zeit zum Schlafen blieben ihm nach eigener Aussage teilweise gerade zwei Stunden am Tag. Schließlich brach er die Ausbildung ab, weil Studium und Arbeit nicht mehr miteinander vereinbar gewesen seien.

Besonders deutlich fällt der Unterschied zwischen Werbung und Wirklichkeit beim Geld aus. In einer großen Werbekampagne hatte „Alabuga“ im März Studenten des zweiten Jahres Einkommen von 150.000 Rubel (100 Rubel = rund 1,015 Euro) versprochen, im dritten Jahr sollten es sogar 350.000 Rubel sein. Für Erstsemester sah die Realität völlig anders aus. Nach Angaben eines ehemaligen Studenten lag deren Mindestvergütung bei gerade einmal 3.000 Rubel. Nach Abzug der Kosten für das Wohnheim blieben davon noch etwa 1.500 Rubel übrig. Innerhalb des Colleges wurde gleichzeitig ein System aufgebaut, das Studenten gegeneinander antreten ließ. Nur rund fünf Prozent erhielten die höchste Prämie, eine weitere kleine Gruppe bekam etwas weniger, während die Mehrheit mit geringer Bezahlung auskommen musste. Ehemalige Mitarbeiter beschreiben, dass diese Konkurrenz bewusst gefördert worden sei. Dazu kamen Berichte über massives Mobbing unter den Studenten. Gesprächspartner erzählen von einem Jugendlichen, der sich erhängt haben soll, nachdem er die Schikanen nicht mehr ausgehalten habe.

Auch über den Direktor berichten ehemalige Studenten von einem Umgang, den sie als „unnormal“ beschreiben. Einige Schüler soll er zu sich nach Hause eingeladen haben, teilweise auch über Nacht. Die Sonderwirtschaftszone „Alabuga“ und das dazugehörige College stehen unter westlichen Sanktionen. Schon früher gab es Berichte über extrem harte Bedingungen und Suizidfälle unter Jugendlichen. Trotzdem wurde die Suche nach neuen Arbeitskräften weiter ausgebaut. Im August 2025 wurde bekannt, dass Russland verstärkt junge Frauen aus Südafrika für Arbeiten in der Sonderwirtschaftszone in Tatarstan anwarb, ebenfalls für die Produktion von Shahed-Drohnen. Im Frühjahr dieses Jahres folgte eine groß angelegte Werbekampagne für ältere Schüler und College-Studenten innerhalb Russlands. Ihnen wurde eine Ausbildung mit hohen Verdienstmöglichkeiten verkauft. Ehemalige Studenten beschreiben nun einen anderen Alltag: Unterricht am Tag, Drohnenproduktion bis in die Nacht und manchmal zwei Stunden Schlaf.

Fortsetzung folgt …
 
VIDEO Die Krise hat ihren Tribut gefordert: Menschen kämpfen mitten auf der Straße um die letzten Tropfen Benzin, Aufnahmen davon verbreiten sich.
In mindestens zwölf Regionen warten Autofahrer bis zu 30 Stunden an Tankstellen, nur um dann festzustellen, dass kein Treibstoff mehr vorhanden ist.

Moskau und die umliegenden Regionen mussten die Kraftstoffkaufbeschränkungen wieder einführen und den Verkauf auf 50 bis 60 Liter pro Fahrzeug begrenzen. Während die Ukraine ihre großangelegte Kampagne verstärkt, steigt der Druck auf das russische Stromnetz weiter. In mindestens zwölf Regionen warten Autofahrer bis zu 30 Stunden, bevor sie feststellen, dass kein Kraftstoff mehr verfügbar ist. Die langen Wartezeiten haben die russische Bevölkerung an den Rand des Zusammenbruchs gebracht; Videos zeigen, wie sich Autofahrer um Kraftstoff streiten . Doch Russen, die ihre Bedenken äußern, müssen nun mit Geldstrafen und Verhaftungen rechnen. In Wolgograd nahm die Polizei fünf Einwohner fest, nachdem diese in einem Video einen Appell an Alexander Bastrykin, den Leiter des russischen Ermittlungskomitees, gerichtet hatten. Sie forderten eine Erklärung dafür, warum lokale Beamte Prioritätstankkarten nutzten, während die öffentlichen Zapfsäulen leer waren. Die Behörden bezeichneten die fünf Personen, die das Video aufgenommen hatten, als Teilnehmer einer „nicht genehmigten öffentlichen Versammlung“ und verhängten Geldstrafen.

Der Anwalt Alexei Sevastyanov, der wegen angeblichen Widerstands gegen die Polizei zu fünf Tagen Haft verurteilt wurde, kritisierte das Vorgehen des Kremls. Gegenüber dem lokalen Nachrichtenportal V1.ru sagte er: „Es ist schlichtweg absurd, Menschen einzuschüchtern, indem man behauptet, die Aufnahme eines Videoaufrufs erfordere die Genehmigung irgendeiner Behörde.“ Ähnliche Einschüchterungstaktiken wurden auch in anderen Regionen angewendet. In Perm wurde der Einwohner Lev Samolovskikh mit einer Geldstrafe von 10.000 Rubel belegt, weil er auf einem Telegram-Kanal mit nur 44 Abonnenten einen geplanten Protest angekündigt hatte.

 
Warum Putin vor seiner gefälschten "Wahl" lieber auf Nummer sicher geht
Der Kreml wartet mit einer neuen Mobilmachung für den Krieg in der Ukraine aus guten Gründen zu. Sie ist so unpopulär, dass sie ihm bei der Wahlfarce im Herbst trotzdem schaden könnte

Häufig ist dieser Tage von einer zweiten russischen Teilmobilisierung die Rede, weil Wladimir Putin ob der enormen Verluste im Ukrainekrieg die Soldaten ausgehen. Seit Jahren schreckt der Kreml-Chef vor einem solchen Schritt zurück. Zu gut dürfte er sich noch daran erinnern, wie viele Russinnen und Russen auf die erste Einberufungswelle im Herbst 2022 reagiert haben: mit der Flucht ins Ausland, nach Georgien etwa, nach Armenien oder nach Serbien.

Tausende, häufig gut ausgebildete junge Männer haben so – auf ihre Weise – über den Kriegskurs des Kreml abgestimmt.

Noch einmal will sich Putin einen solchen Aderlass vermutlich nicht leisten. Seit Monaten bereiten die russischen Behörden die Schließung der langen Landgrenzen vor, um im Fall des Falles einen zweiten Exodus zu verhindern.

Mobilisierung erst nach der "Wahl"
Vor allem aber will der Kreml ganz offensichtlich nichts überstürzen. Zwar ist die Personaldecke der Armee schon seit geraumer Zeit zu dünn, um an der Front große Sprünge zu machen. Vor dem Herbst, so heißt es, geht aber gar nichts. In genau einem Monat orchestriert der Kreml zwischen Kaliningrad im Westen und Wladiwostok im Fernen Osten nämlich die Neubesetzung der Duma, dem Unterhaus des russischen Parlaments.

Eine Wahl, die so unfair und unfrei sein wird, dass sie hier "Wahl" genannt wird.

 
Kurilen-Streit mit Japan
Russland legt mit Raketentests nach
Russland hat nach eigenen Angaben einen Raketentest vor den umstrittenen Kurilen-Inseln im Pazifik ausgeführt. Japan, das mehrere Inseln des Archipels für sich beansprucht, teilte am Freitag mit, Protest eingelegt zu haben. Bereits kurz zuvor hatte ein Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin auf den Kurilen für heftige Kritik gesorgt.

Der Raketentest fand laut der Mitteilung der russischen Pazifikflotte vom Donnerstag vor den südlichen Kurilen-Inseln statt. Während der Übungen seien Ziele, die feindliche Schiffe simulierten, in einer Entfernung von mehr als 300 Kilometern angegriffen worden, erklärte die russische Pazifikflotte. Unklar ist noch, wann der Test stattgefunden haben soll.

Konkret teilte die Flotte mit: „Die Besatzung des Kreuzers ‚Warjag‘ schoss zwei Vulkan-Schiffsabwehrraketen ab, während das nukleargetriebene U-Boot ‚Omsk‘ Granit-Marschflugkörper abfeuerte. Zugleich schlug auf den Kurilen eine Einheit des Bastion-Küstenverteidigungssystems mit einer Oniks-Rakete zu.“

 
Parteitag: Putin und Medwedew beschwören Zusammenhalt
Präsident Wladimir Putin hat auf einem Parteitag der Kreml-Partei Geeintes Russland sein Land auf eine Fortsetzung des Angriffskrieges gegen die Ukraine eingeschworen. „Im Moment hängt sehr viel von unserem Zusammenhalt ab, vom Mut der russischen Soldaten und Offiziere sowie von jedem Einzelnen, der an seinem Platz gewissenhaft arbeitet, um zum Sieg beizutragen“, sagte Putin gestern in der Arena Megasport in Moskau.

Einen Monat vor der Parlamentswahl betonte er seine Unterstützung für die Kreml-Partei, die er als führende Kraft mit den größten Erfahrungen im Land lobte.

Zugleich zeigten sich Putin und Parteichef Dmitri Medwedew sicher, dass Russland den bereits seit viereinhalb Jahren andauernden Krieg gegen die Ukraine gewinnen werde. „Russland wird sich immer mehr Gebiete zurückholen. Unsere tapfere Armee bestätigt das stets aufs Neue“, sagte Medwedew, der auch Vizechef des nationalen Sicherheitsrates ist.

Wahl vom 18. bis 20. September
Zu der Duma-Wahl vom 18. bis 20. September war die von vielen Russen unterstützte Antikriegspartei Jabloko zunächst zugelassen und dann nach einem starken Popularitätsschub von der Abstimmung ausgeschlossen worden. Auf dem Stimmzettel stehen nun noch zehn Parteien, die allesamt den Krieg gegen die Ukraine unterstützen.

 
Russland vor der Wahl: „Stimmung hat sich gedreht“ (Videobericht im Link)
ORF-Korrespondent Christian Lininger hat die Durchhalteparolen des russischen Präsidenten Wladimir Putin beim Parteitag und dessen sinkende Beliebtheitswerte analysiert. Seit Jahresbeginn sei der Krieg auch in Russland spürbar. Putin könne sein Versprechen von Stabilität nicht mehr einhalten.

 
Russland schiebt Menschen wegen „weiblicher Kleidung“ ab – mindestens 18 Ausländer traf es bereits wegen angeblicher „LGBT-Propaganda“

Zwei Männer werden in Russland eingesperrt und anschließend aus dem Land geworfen, weil Polizisten ihre Kleidung für weiblich hielten. Das Lublinski-Bezirksgericht in Moskau verurteilte H. Rachimow und E. Saizoda zu jeweils zehn Tagen Haft und ordnete danach ihre zwangsweise Abschiebung an.

Festgenommen wurden die beiden am Abend des 18. August auf dem Moskauer Markt „Sadovod“. Rund zehn Minuten später erschien die Polizei und erklärte, die Männer hätten die „Attraktivität nichttraditioneller sexueller Einstellungen demonstriert“. Als Begründung dienten ihre angeblich weibliche Kleidung und der Satz „Freiheit der Wahl“. Was die Männer tatsächlich trugen, weshalb die Kleidung als weiblich eingestuft wurde und wo oder wie dieser Satz gezeigt wurde, steht in den Gerichtsunterlagen nicht. Nach Ablauf der Haft sollen beide in das Abschiebezentrum Sacharowo gebracht und spätestens bis zum 17. November außer Landes gebracht werden. Danach dürfen sie fünf Jahre lang nicht nach Russland zurückkehren. Ihre Staatsangehörigkeit wird in den veröffentlichten Entscheidungen nicht genannt. Rachimow ist verheiratet und hat ein Kind, Saizoda hat vier minderjährige Kinder. Das änderte nichts, denn bei Ausländern sieht der russische Artikel gegen „LGBT-Propaganda“ neben Geldstrafe oder bis zu 15 Tagen Haft zwingend die Ausweisung vor. Und diese beiden Männer sind längst keine Ausnahme.

Im April wurde in Tula Islomsсhon Gulomow für fünf Tage eingesperrt und zur Abschiebung verurteilt, nachdem er bei Wildberries eine Bewertung für einen Rock veröffentlicht hatte. Dazu stellte er ein Foto von sich im Rock und schrieb: „Wunderschöner Rock! Verbirgt nicht nur die Schwächen der Figur, sondern sogar, dass ich ein Mann bin.“ Die Polizei legte noch einen zweiten Vorgang wegen Fotos und Videos bei VKontakte an, auf denen ein Mann Frauenkleidung trug. Seit 2023 haben russische Gerichte nach Auswertung veröffentlichter Entscheidungen mindestens 18 Ausländer wegen angeblicher „LGBT-Propaganda“ ausweisen lassen: mindestens sieben im Jahr 2023, vier 2024, drei 2025 und bislang vier 2026.

Die tatsächliche Zahl kann höher liegen, weil die russische Gerichtsstatistik verschiedene Tatbestände gemeinsam erfasst. Anfang 2023 wurden allein in Moskau vier ausländische transgeschlechtliche Sexarbeiterinnen wegen Internetanzeigen abgeschoben. Als Beweise führten Polizisten Röcke, Kleider, Unterwäsche, Perücken, Make-up und die Verwendung weiblicher Sprachformen an. In Krasnodar traf es später ebenfalls transgeschlechtliche Sexarbeiterinnen, in Wolgograd wurde eine tadschikische Staatsbürgerin zu 15 Tagen Haft und Abschiebung verurteilt. In Jekaterinburg musste 2025 ein Mann aus Tadschikistan für zehn Tage ins Gefängnis und anschließend Russland verlassen, weil er sich in einem Telegram-Konto angeblich als „aktiver Bisexueller“ bezeichnet und intime Dienste angeboten hatte. Russland benutzt die Abschiebung inzwischen auch bei anderen privaten oder religiösen Vorgängen immer häufiger.

Seit 2024 wurden mindestens 15 öffentlich bekannte Fälle gezählt, in denen Muslime wegen Gebeten außerhalb einer Moschee bestraft oder ausgewiesen wurden. Gebete in Wohnheimen, Cafés, Geschäften oder öffentlichen Verkehrsmitteln werteten Gerichte teilweise als unerlaubte missionarische Tätigkeit. Jetzt reichen bei zwei Männern Kleidung, die irgendein Polizist für weiblich hält, und zwei Wörter über die Freiheit der Wahl. Zehn Tage Haft, Abschiebung, fünf Jahre Einreiseverbot – und für die Frage, was an ihrer Kleidung überhaupt strafbar gewesen sein soll, braucht der russische Staat nicht einmal eine Antwort.
 
Russland zieht Botschafter aus London ab
Wegen der britischen Unterstützung für die Ukraine hat Russland seinen Botschafter aus Großbritannien abgezogen. Andrei Kelin habe „seine diplomatische Mission beendet“, teilte die russische Botschaft in London gestern auf Telegram mit, nachdem die „Sunday Times“ über den Vorgang berichtet hatte.

Hintergrund sei die „Verschlechterung der Beziehungen“ zwischen Russland und Großbritannien wegen der britischen Unterstützung der Ukraine, so die Botschaft weiter. Die Beziehungen hätten nunmehr einen „historischen Tiefstand“ erreicht – und zwar „vollständig auf Initiative Londons“.

Stelle schon länger unbesetzt
Dem Bericht der „Sunday Times“ zufolge verließ Kelin, der seit sieben Jahren Botschafter in London war, Großbritannien bereits am 21. Juli. Seither werde die Botschaft von einem Geschäftsträger geleitet; über einen Nachfolger sei noch nichts bekannt und es sei auch unklar, wann ein solcher benannt werden könnte.

 
Zurück
Oben