Warum Putin vor seiner gefälschten "Wahl" lieber auf Nummer sicher geht
Der Kreml wartet mit einer neuen Mobilmachung für den Krieg in der Ukraine aus guten Gründen zu. Sie ist so unpopulär, dass sie ihm bei der Wahlfarce im Herbst trotzdem schaden könnte
Häufig ist dieser Tage von einer zweiten russischen Teilmobilisierung die Rede, weil Wladimir Putin ob der enormen Verluste im Ukrainekrieg die Soldaten ausgehen. Seit Jahren schreckt der Kreml-Chef vor einem solchen Schritt zurück. Zu gut dürfte er sich noch daran erinnern, wie viele Russinnen und Russen auf die erste Einberufungswelle im Herbst 2022 reagiert haben: mit der Flucht ins Ausland, nach Georgien etwa, nach Armenien oder nach Serbien.
Tausende, häufig gut ausgebildete junge Männer haben so – auf ihre Weise – über den Kriegskurs des Kreml abgestimmt.
Noch einmal will sich Putin einen solchen Aderlass vermutlich nicht leisten. Seit Monaten bereiten die russischen Behörden die Schließung der langen Landgrenzen vor, um im Fall des Falles einen zweiten Exodus zu verhindern.
Mobilisierung erst nach der "Wahl"
Vor allem aber will der Kreml ganz offensichtlich nichts überstürzen. Zwar ist die Personaldecke der Armee schon seit geraumer Zeit zu dünn, um an der Front große Sprünge zu machen. Vor dem Herbst, so heißt es, geht aber gar nichts. In genau einem Monat orchestriert der Kreml zwischen Kaliningrad im Westen und Wladiwostok im Fernen Osten nämlich die Neubesetzung der Duma, dem Unterhaus des russischen Parlaments.
Eine Wahl, die so unfair und unfrei sein wird, dass sie hier "Wahl" genannt wird.
Der Kreml wartet mit einer neuen Mobilmachung für den Krieg in der Ukraine aus guten Gründen zu. Sie ist so unpopulär, dass sie ihm bei der Wahlfarce im Herbst trotzdem schaden könnte
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