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News aus Schweden

Sanktionen auf dem Papier – und Flüge, die trotzdem stattfinden
Der EU-Sanktionsbeauftragte David O’Sullivan verlangt von Schweden ein Eingreifen gegen die Plattform Avinode. Der Vorwurf ist konkret: Über das System sollen weiterhin Privatflüge für wohlhabende russische Kunden nach Europa organisiert worden sein, obwohl genau diese Verbindungen seit Beginn des Krieges untersagt sind. Die technische Rolle der Plattform wirkt auf den ersten Blick passiv, sie bringt Anbieter und Vermittler zusammen, doch genau an dieser Stelle entsteht die Lücke, durch die sich Geschäfte verschieben lassen. Russische Broker sollen ihre Firmen in Drittstaaten registriert haben, etwa in der Türkei, auf Zypern oder in den Vereinigten Arabischen Emiraten, um weiterhin Zugriff zu behalten.

Recherchen zeigten, wie wenig Kontrolle tatsächlich greift. Wir erhielten ohne große Hürden konkrete Flugangebote, inklusive Bestätigungen, dass die Abwicklung über Avinode läuft. Die Plattform selbst weist jede direkte Verantwortung zurück und betont, dass die eigentlichen Verträge außerhalb ihres Systems geschlossen werden. Formal stimmt das, praktisch reicht es offenbar, um Sanktionen zu umgehen, ohne dass jemand klar zuständig ist.

Im Europaparlament wächst der Druck, diese Lücken zu schließen. Der Abgeordnete Johan Danielsson fordert eine Nachschärfung der Regeln, während Schwedens Außenministerin Maria Malmer Stenergard auf die Verantwortung der Unternehmen verweist und zugleich klarstellt, dass mögliche Straftaten von Behörden verfolgt werden müssen. Im Hintergrund steht ein Markt, der längst global organisiert ist. Avinode kontrolliert einen Großteil der weltweiten Vermittlung von Geschäftsflugzeugen, Millionen Anfragen laufen jährlich über die Plattform. Genau diese Größe macht den Fall politisch brisant, weil hier sichtbar wird, wie leicht sich Verbote umgehen lassen, wenn Kontrolle an den Schnittstellen endet.

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Schweden experimentiert mit 13-jährigen Verbrechern
Das skandinavische Land will die Strafmündigkeit senken und ignoriert damit breite Kritik an einem Vorhaben, das bereits in Dänemark gescheitert ist. Malmö geht einen anderen Weg

In Schweden sollen ab diesem Sommer noch jüngere Kinder ins Gefängnis wandern. Geht es nach der konservativen Regierung, werden ab 2. August auch 13-Jährige zu Haftstrafen verurteilt werden können. Und das, obwohl es breiten Widerstand gegen den Gesetzesvorschlag gibt. Sowohl der schwedische Rechtsausschuss als auch die Anwaltskammer als auch Hilfsorganisationen üben scharfe Kritik an dem Entwurf, der unter anderem der UN-Kinderrechtskonvention zuwider laufe. Doch die Regierung hält kurz vor der Reichstagswahl im Herbst an ihrem Vorhaben, das vorerst auf fünf Jahre begrenzt ist, fest und argumentiert mit ihrem Kampf gegen Bandenkriminalität in schwedischen Städten.

Tatsächlich wirken Berichte über Handgranatenanschläge und Schusswechsel unter sehr jungen Menschen auf den ersten Blick verstörend. Kriminelle Banden wie "Foxtrot", deren Drahtzieher im Ausland sitzen und die Minderjährige oder junge Erwachsene für ihre Netzwerke vor Ort rekrutieren, scheinen große Städte wie Stockholm oder Malmö im Griff zu haben. Erst vor wenigen Wochen wurde dort ein 15-Jähriger in einem Hauseingang erschossen. Eine 15-Jährige soll die Täterin sein und zuvor auch einen Mord in Stockholm begangen haben.

 
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