Kurdische Autonomieträume in Syrien endgültig zerplatzt
Was sich über Monate abzeichnete, ist nun bittere Realität geworden: Der Traum der syrischen Kurden von einer eigenständigen Selbstverwaltung im Nordosten des Landes liegt in Trümmern. Die syrische Armee unter Präsident Ahmad Al-Sharaa hat in einem überraschend schnellen Feldzug die Stellungen der SDF (Syria Democratic Forces) überrannt und damit ein weiteres Kapitel im endlosen Leidensweg des kurdischen Volkes aufgeschlagen.
Der Zusammenbruch kam schneller als erwartet
Der Angriff begann Mitte Januar in den kurdisch bewohnten Stadtteilen Aleppos – und entwickelte sich binnen weniger Tage zu einem militärischen Desaster für die SDF. Besonders pikant: Nur zwei Tage nachdem die USA ihre einstigen Verbündeten aufgefordert hatten, ihre Kämpfer aus Aleppo abzuziehen, verloren die Kurden nicht nur ihren Einfluss in der Region, sondern auch die Kontrolle über das größte Ölfeld des Landes. Ein Verlust, der schwerer wiegt als jede militärische Niederlage.
Die Euphrat-Provinzen Raqqa und Deir al-Zor fielen wie Dominosteine. Erst an der Grenze zur mehrheitlich kurdisch bewohnten Provinz Hasaka kam der Vormarsch vorläufig zum Stillstand. Doch die dort geltende Waffenruhe, die eigentlich die Verlegung von ISIS-Häftlingen in den Irak ermöglichen soll, hängt am seidenen Faden.
Ankara zieht die Fäden im Hintergrund
Die Türkei, die Al-Sharaa maßgeblich zur Machtübernahme in Damaskus verhalf, lehnt jede Form kurdischer Selbstverwaltung kategorisch ab. Für Ankara ist die PYD nichts anderes als eine Unterorganisation der PKK – und damit ein Sicherheitsrisiko ersten Ranges. Präsident Erdogan pochte von Beginn an auf die sofortige Auflösung der SDF und die Errichtung einer Sicherheitszone entlang der syrisch-türkischen Grenze.
Die neue syrische Regierung unter Al-Sharaa taktierte entsprechend: einen Schritt vorwärts, zwei Schritte zurück. Eine regionale Selbstverwaltung kam nie ernsthaft in Frage. Die Integration der SDF als eigenständiger Block in die syrische Armee wurde ebenso abgelehnt. Was blieb, war das Angebot einer individuellen Eingliederung von Offizieren und Soldaten – eine Kapitulation auf Raten.
# Social Media Beitrag (Facebook) 🚨 Kurdische Autonomie in Syrien gescheitert! Der Traum ist aus: Syriens Armee überrollt SDF-Stellungen in Rekordzeit. Die USA lassen ihre ehemaligen Verbündeten fallen 😔 – die Türkei jubiliert. Was bedeutet das für die Kurden? Warum wechselten arabische...
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Was hier passiert, ist kein militärischer Rückschlag, sondern die nächste Phase eines seit Jahrzehnten laufenden Musters, die systematische Zerschlagung kurdischer Selbstverwaltung überall dort, wo sie entsteht. Ethnische Säuberungen bis hin zum Völkermord.
Ob in der Türkei, im Irak oder in Syrien, sobald Kurden politische Strukturen aufbauen, reagieren Ankara und seine regionalen Verbündeten reflexartig mit Gewalt, Destabilisierung oder Stellvertreterkriegen, ethnischen Säuberungen und sonstigen Kriegsverbrechen.
Der aktuelle Zusammenbruch der SDF‑Gebiete ist deshalb nicht einfach ein syrisches Ereignis, sondern Teil einer geopolitischen Strategie, die Ankara seit Jahren verfolgt, keine kurdische Autonomie an irgendeiner Grenze. Zerschlagung jeder kurdischen Institution, egal wie moderat oder demokratisch sie ist. Demografische Veränderungen durch Vertreibung, Milizen und Sicherheitszonen, bis hin zum Völkermord.
Delegitimierung der Kurden durch pauschale PKK‑Stempelung, aber die ganzen mörderischen Terroristengruppen unterstützen, von IS über Al-Quaida bis zu Hamas. Erdogan ist der Terrorpate schlechthin und ein PKK blubbern eher ein schlechter Witz seiner Liebhaber.
Wenn man das nüchtern betrachtet, wirkt es wie eine kontinuierliche Politik der Entwurzelung. Man muss das Wort nicht überstrapazieren, aber die Parallelen zu ethnischen Säuberungen und Völkermord sind schwer zu übersehen: Vertreibung, Machtvakuum, gezielte Schwächung einer ethnischen Gruppe, Zerstörung ihrer politischen Strukturen usw..
Dass die syrische Armee plötzlich in einem Tempo vorrückt, das vorher undenkbar war, ist kein Zufall. Ohne türkische Rückendeckung, ohne Druck auf die USA und ohne die jahrelange Delegitimierung der SDF wäre dieser Zusammenbruch nicht möglich gewesen.
Die Kurden zahlen wieder einmal den Preis für geopolitische Deals, die über ihre Köpfe hinweg geschlossen werden.
Und das Tragische ist, es ist nicht das erste Mal – und es wird nicht das letzte Mal sein, solange kurdische Selbstverwaltung als Sicherheitsrisiko statt als politischer Partner betrachtet wird. Einfach ekelerregend die Politik von Erdogan und dann kommen seine Liebhaber und wollen Netanjahu kritisieren.
