Ich will jetzt wirklich nicht alles Schuld in die Schuhe der deutschen Gesellschaft schieben, das wäre zu einfach, aber wie um Himmels Willen kann es sein, dass Deutsch-Türken und Austro-Türken so dermaßen bildungstechnisch abkacken, während in den angelsächsischen Staaten die türkischen Migranten viel erfolgreicher sind?
Die türkischstämmigen Australier schaffen häufiger das Abitur als die europäischstämmigen. Wie um Gottes Willen ist das möglich? Auch dorthin sind nur einfache Arbeiter und Bauer ausgewandert. Warum sind sie so extrem erfolgreich, aber die Deutsch-Türken so extrem schlecht? In Australien herrschte einfach eine andere Kultur. Man hat den Türken dort sofort die Staatsbürgerschaft verliehen, sie voll integriert.
Die australische Seite bestand beim Abkommen über die Anwerbung der Arbeiter darauf, dass das Wort "Gastarbeiter" durch, wenn ich mich recht erinnere, Migranten/Immigranten ersetzt wird. Man wollte keine Gäste hohlen, man wollte neue Bürger einladen.
Das hat Deutschland verpatzt und den Job übernimmt heute Thilo.
Also ich weiß jetzt nicht ob man das bei den türkischen Schülern in Australien oder USA so vergleichen kann, deren Eltern sind meistens hochqualifiziert, zumindest sind die Anforderungskriterien vor allem in Sachen Sprache anders eher strikter um in die jeweiligen Länder einzuwandern anders als hier in Deutschland bzw. waren es lange Zeit in Bezug auf Sprachkenntnisse.
Und ja es haben die meisten Migranten dort selbst meistens sogar akademische Abschlüsse und können sich schon von daher beispielsweise leisten auf Privatschulen beispielsweise ihre Kinder zu schicken oder eben individuell mit Privatlehrern diese zu fördern, das ist so nicht bei allen aber bei vielen.
Zudem wie gesagt sind die Parallelgesellschaften anders als hier in Deutschland, das ist komplexer nicht so einfach hier in wenigen Sätzen zu erklären, ich habe das schon erwähnt es gab nie so etwas wie eine Willkommenskultur oder lange Zeit nicht das Bewußtsein bei vielen bzw. sogar den meisten, dass jene Migranten die als sogenannte "Gastarbeiter" bezeichnet wurden für immer in Deutschland leben würden und deren Heimat sozusagen die Bundesrepublik werden würde.
Dadurch hat man auch eine Politik betrieben, die letztlich dazu geführt hat, dass man es beispielsweise nicht problematisch gesehen hat, dass Menschen mit Migrationspolitik nur in bestimmten Vierteln bzw. Gegenden hauptsächlich gelebt haben bzw. hat ihnen sogar noch dort Wohnungen zugewiesen und ihre Kinder in gemeinsame Klassen mit hauptsächlich anderen Migrantenkindern zugeteilt so gesehen wurden da natürlich auch von den deutschen Behörden zunächst große Fehler gemacht, die in Australien oder den USA vielleicht nicht so sind.
Hier in Deutschland ist daher in manchen Städten wie Du zugeben musst nur bedingt nötig die deutsche Sprache zu können, in manchen Vierteln kommt man auch mit türkisch gut zu Recht, das ist in den USA nicht so.
Dann kommen wir auf das Schulsystem die Förderung im Vorschulalter, Kindergarten usw. ist anders als in Deutschland, da kann man sogar schon Fremdsprachen beigebracht bekommen, das gibt es in Deutschland nur bedingt.
Außerdem hat man versucht Kinder aus verschiedenen sozialen Schichten und Gegenden gleichmäßig auf verschiedene Schulen zu verteilen, wodurch eben es nicht so wie in Deutschland ist, dass auf einer Schule die Mehrheit der Kinder mit Migrationshintergrund ist und mit wenigen deutschen Kindern zumeist noch aus bildungsfernen Schichten zusammen unter sich geblieben ist und man somit weder die Erfahrung gemacht hat mit Menschen aus anderen sozialen Schichten Freundschaften und Verständnis und dadurch auch Unterstützung zu bekommen.
Und natürlich auch das Schulsystem welches nach der 4.Klasse die Schüler nach Gymnasium, Real- und Hauptschule einteilt, wodurch wiederum man sozusagen selektiert hat, aber trotzdem kann man nicht nur allein diesen oder jenen Grund nennen, das Problem hat viele Gründe und die Aufstiegsmöglichkeiten in den USA scheinen auf den ersten Blick sehr groß, aber es gibt dafür auch keine vergleichbaren Sozialsysteme usw.