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Mudi
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Gäbe es keine politischen Scharfmacher auf dem Balkan, dann lebten die Gläubigen der verschiedenen Religionen problemlos miteinander.
"Religionen auf dem Balkan. Motor für ein friedliches Miteinander?" Unter dem Thema stand der dritte Balkansalon des Donaubüros. Zu der Veranstaltung hatten das Donaubüro selbst, die Landeszentrale für politische Bildung und das Zawiw eingeladen. Acht Referenten, Vertreter aus den Bereichen Kirchen/Religionen, Universitäten und Medien berichteten.
Ihren Fokus hatten sie auf die Entwicklungen im ehemaligen Jugoslawien gerichtet. Während der sozialistischen Phase spielten die Religionen wie auch die Volkszugehörigkeiten im ehemaligen Vielvölkerstaat eine untergeordnete Rolle. Erst mit seinem Auseinanderbrechen zu Beginn der 1990er Jahre gewannen diese Eigenschaften wieder an Bedeutung. Plötzlich standen sich katholische Kroaten, serbische Orthodoxe sowie bosniakische oder kosovo-albanische Muslime unversöhnlich und gegenseitig bekämpfend gegenüber.
Welche Rolle spielten dabei die Glaubensinhalte? Unbestritten schickten arabische Staaten, als sie ihre Glaubensbrüder in Bosnien und auf dem Kosovo militärisch und materiell unterstützten, auch Missionare. "Ausländische Sendlinge", wie die Einheimischen sie nannten, deren Ziel es war, die durchweg liberalen Muslime im ehemaligen Jugoslawien auf einen radikalen Kurs zu verpflichten.
Doch der Erfolg dieser Missionare blieb bescheiden. Lediglich einige tausend bis maximal fünf Prozent der Muslime, so hieß es während der Veranstaltung, begaben sich auf ihren Kurs. Die gleichen Scharfmacher fanden sich freilich auch in der orthodoxen wie der katholischen Kirche.
Aber die Religionen sind doch nicht das Problem, hielt Mustafa Jusufpahic fest. In Belgrad, der Hauptstadt Serbiens, stünden auf 300 Meter Entfernung Moscheen und Kirchen verschiedener christlicher Kirchen beisammen, ohne dass es zu Feindseligkeiten komme, berichtete der Imam.
Nicht die Religionen selbst führten zu den Konflikten auf dem Balkan. Sondern politische Interessen, die den jeweiligen Gemeinden eingeimpft werden, um die Menschen auseinander zu dividieren. Religionen würden missbraucht, um Zwietracht zu säen. Es sei Zeit, Ängste und Vorurteile, die sich so über viele Jahre entwickelt haben, wieder abzubauen.
Religion genutzt, um Zwietracht zu säen Dritter Balkansalon des Donaubüros | Südwest Presse Online
So ist es.
"Religionen auf dem Balkan. Motor für ein friedliches Miteinander?" Unter dem Thema stand der dritte Balkansalon des Donaubüros. Zu der Veranstaltung hatten das Donaubüro selbst, die Landeszentrale für politische Bildung und das Zawiw eingeladen. Acht Referenten, Vertreter aus den Bereichen Kirchen/Religionen, Universitäten und Medien berichteten.
Ihren Fokus hatten sie auf die Entwicklungen im ehemaligen Jugoslawien gerichtet. Während der sozialistischen Phase spielten die Religionen wie auch die Volkszugehörigkeiten im ehemaligen Vielvölkerstaat eine untergeordnete Rolle. Erst mit seinem Auseinanderbrechen zu Beginn der 1990er Jahre gewannen diese Eigenschaften wieder an Bedeutung. Plötzlich standen sich katholische Kroaten, serbische Orthodoxe sowie bosniakische oder kosovo-albanische Muslime unversöhnlich und gegenseitig bekämpfend gegenüber.
Welche Rolle spielten dabei die Glaubensinhalte? Unbestritten schickten arabische Staaten, als sie ihre Glaubensbrüder in Bosnien und auf dem Kosovo militärisch und materiell unterstützten, auch Missionare. "Ausländische Sendlinge", wie die Einheimischen sie nannten, deren Ziel es war, die durchweg liberalen Muslime im ehemaligen Jugoslawien auf einen radikalen Kurs zu verpflichten.
Doch der Erfolg dieser Missionare blieb bescheiden. Lediglich einige tausend bis maximal fünf Prozent der Muslime, so hieß es während der Veranstaltung, begaben sich auf ihren Kurs. Die gleichen Scharfmacher fanden sich freilich auch in der orthodoxen wie der katholischen Kirche.
Aber die Religionen sind doch nicht das Problem, hielt Mustafa Jusufpahic fest. In Belgrad, der Hauptstadt Serbiens, stünden auf 300 Meter Entfernung Moscheen und Kirchen verschiedener christlicher Kirchen beisammen, ohne dass es zu Feindseligkeiten komme, berichtete der Imam.
Nicht die Religionen selbst führten zu den Konflikten auf dem Balkan. Sondern politische Interessen, die den jeweiligen Gemeinden eingeimpft werden, um die Menschen auseinander zu dividieren. Religionen würden missbraucht, um Zwietracht zu säen. Es sei Zeit, Ängste und Vorurteile, die sich so über viele Jahre entwickelt haben, wieder abzubauen.
Religion genutzt, um Zwietracht zu säen Dritter Balkansalon des Donaubüros | Südwest Presse Online
So ist es.