Terroristen üben Taktik der verbrannten Erde in Aleppo – 100 Tote seit Monatsbeginn
Beim massiven Beschuss von Wohnvierteln in Aleppo sind seit Anfang August mehr als 100 Zivilisten, meist Frauen und Kinder, ums Leben gekommen und 700 Menschen verletzt worden. Das erfuhren russische Journalisten von den Stadtbehörden.
Am Mittwoch wurde eine mit Metallsplittern gefüllte Gasflasche gegen einen Reisebus geschleudert, weitere Geschosse schlugen auf einem Kleinmarkt ein. Bei den Anschlägen wurden insgesamt 14 Menschen getötet und rund 50 verletzt.
An-Nusra-Kämfper haben im Stadtviertel Kariat-el-Ansari im Osten von Aleppo Mitglieder dieser Organisation, die die Waffen niederlegen und die Stadt durch humanitäre Korridore verlassen wollten, samt ihren Familien hingerichtet. Es wurden mehr als 40 Menschen erschossen.
Laut dem Pathologen der Universitätsklinik von Aleppo verwenden die Terroristen die Taktik der verbrannten Erde und setzen dabei leistungsstarke Waffen gegen die Zivilbevölkerung ein. Er habe bis zu fünf Meter tiefe Einschlagstrichter von Geschossen gesehen, die ein ganzes Haus zerstören könnten, so der Pathologe. Sein Haus sei ebenfalls von einem Geschoss getroffen worden.
Wie der 17-jährige Malik Kassab erzählte, war er in seinem Haus mitten in einer Blutwache aus dem Schlaf erwacht. Der Teenager wurde in ein Krankenhaus gebracht und operiert. Wie er später erfuhr, hatten Terroristen ein Geschoss auf das Haus abgefeuert. Sein Vater und die Brüder wurden ebenfalls verletzt.
Laut einer Einwohnerin des Stadtbezirkes Al-Hadami wird die Stadt mit Artilleriegeschossen, Gasflaschen und selbstgefertigten Raketen beschossen. Ihr zufolge wurden dem Besitzer eines Ladens durch einen Geschosstreffer die Beine abgerissen.
In den Krankenhäusern der Stadt befinden sich Hunderte Schwerverletzte, die hochqualifizierte medizinische Hilfe brauchen.
Terroristen üben Taktik der verbrannten Erde in Aleppo ? 100 Tote seit Monatsbeginn