Russland fährt natürlich weiter auf Verteidigungskurs. Premierminister Dimitri Medwedew nennt die Suspendierung eine "Fortsetzung der bereits chronisch gewordenen antirussischen Hysterie".
Die Fehler im eigenen Land zu suchen hält er wie auch Putin und der Großteil der Medien für nicht angebracht. Bemerkenswert ist umso mehr, dass sich Juri Ganus, neuer Leiter der russischen Anti-Doping-Agentur, in den vergangenen Monaten als Kritiker von Staatsdoping, Politikern und Funktionären offen positioniert hat. Nach dem WADA-Beschluss forderte er Putin auf, die Sache ernst zu nehmen und entschlossen zu handeln.
Mit Aussagen wie diesen dürfte Ganus die längste Zeit im Amt gewesen sein. Ein Kulturwandel ist in Russland nicht zu erkennen. Ganz im Gegenteil: Es scheint, als fühle man sich in der Rolle des Opfers weiterhin am wohlsten.