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Sammelthread für archäologische Entdeckungen weltweit

Türkei: 1.800 Jahre alte Götterstatue aus Römerzeit entdeckt (Videobericht im Link)
In der antiken Stadt Aspendos im Süden der Türkei ist eine 1.800 Jahre alte Marmorstatue ausgegraben worden. Diese stellt Asklepios dar, den Gott der Heilkunst, mit seinem Sohn Telesphoros, der für Genesung steht. Der Fund bietet Einblicke in die Vorstellungen der Römerzeit von Gesundheit.

 
Der Fluch aus dem Paket: das Geschäft mit mumifizierten Menschen
Es gibt Recherchen, die sind einfach skurril, und diese ist eine davon. Über soziale Netzwerke, Verkaufsseiten und Auktionen werden mumifizierte menschliche Köpfe, Hände, Beine und andere Körperteile offen gehandelt, manche mit Spuren von Pilzen und Mikroorganismen, und ein Teil davon reist mit der gewöhnlichen Post zu den Käufern, ohne jeden Hinweis auf die Gefahr. Eine Studie unter dem Titel „Der wahre Fluch der Mumie“ hat den Markt vermessen, und der wahre Fluch, so viel sei vorweggenommen, ist kein übernatürlicher.

Die Forscher Kirsty Squires, Dario Piombino-Mascali, Clara Urzì und Damien Huffer werteten für ihre im International Journal of Cultural Property erschienene Studie 128 Angebote und Auktionen aus, auf Plattformen von Meta, bei Internethändlern und in Versteigerungen. In 122 Fällen, 95,3 Prozent, handelte es sich um menschliche Überreste, in 6 Fällen um mumifizierte Tiere. Der Markt ist halb im Untergrund und häufig illegal; das Netz hat den grenzüberschreitenden Handel erleichtert, während die Verkäufer ihre Kundschaft so gut wie nie darüber aufklärten, wie sich giftige und mikrobiell belastete Überreste sicher lagern lassen. Ein Vorbehalt vorweg: Laboruntersuchungen gab es nicht, beurteilt wurde nach Fotos. Bewiesen ist damit nicht, dass ein bestimmtes Stück verseucht war; belegt ist etwas anderes, dass dieser Markt gefährliches biologisches Material ohne Vorsicht und meist außerhalb der Vorschriften bewegt.

 
Tausend Jahre älter als Stonehenge: Rätselhaftes Heiligtum mit 12 Toren in Tschechien entdeckt
Bei Chleby liegt ein 6500 Jahre alter Ring im Erdreich verborgen. Seine zwölf scheinbar zufällig angeordneten Zugänge folgen einem geometrischen System mit astronomischem Hintergrund

Wer heute über den Acker bei Chleby in Tschechien wandert, ahnt nicht, dass hier einst ein bedeutendes steinzeitliches Bauwerk die Landschaft beherrschte. Was dort vor Jahrtausenden errichtet wurde, hat sich allenfalls als Verfärbung im Erdreich erhalten.

Das Erdwerk von rund 230 Metern Durchmesser im mittelböhmischen Bezirk Nymburk gehört zu den ältesten monumentalen Anlagen Mitteleuropas. Ein Team um Petr Krištuf vom Institut für Archäologie der Westböhmischen Universität Pilsen untersucht es gemeinsam mit Fachleuten der Karls-Universität Prag und der Universität Hradec Králové. Datierungen an organischem Material vom Fundplatz setzen den Bau auf die Zeit vor mehr als 6500 Jahren an. Stonehenge, mit dem die Anlage nun verglichen wird, entstand gut tausend Jahre später.

 
Sensationsfund im Salzberg von Hallstatt
Archäologinnen und Archäologen des Naturhistorischen Museums (NHM) haben im Hallstätter Salzberg (Bezirk Gmunden) einen großen Komplex eisenzeitlicher Abbaukammern entdeckt. Die Kammern erstrecken sich über rund 300 Meter und geben neue Einblicke in den prähistorischen Salzabbau.

Schon vor rund 7.300 Jahren gewannen Menschen im Hochtal über Hallstatt Salz. Davon zeugen Werkzeuge aus der Jungsteinzeit, die im Inneren des Berges gefunden wurden. Ab etwa 1.200 vor unserer Zeitrechnung nahm der Salzabbau laut NHM nahezu industrielle Ausmaße an. Mehrere Hangrutschungen beendeten immer wieder die einzelnen Abbauphasen, die Bergleute nahmen die Arbeit aber immer wieder auf.

„Das war eine sehr resiliente Gemeinschaft, die in wenigen Jahren nach diesen Rutschungen schon wieder Salz lieferte“, sagte Grabungsleiter Daniel Brandner von der Prähistorischen Abteilung des NHM zur APA.

Kammern verlaufen parallel
Bekannt war der prähistorische Bergbau bisher nur dort, wo historische Stollen die alten Abbauzonen zufällig schnitten. Seit 2022 laufen deshalb Erkundungsbohrungen mit einem Kernbohrgerät der Salinen Austria AG. Damit können Forschende mehrere hundert Meter tief in den Berg vordringen.

 
Nofretetes Grab?
Neue Hinweise auf versteckte Kammern hinter Tutanchamuns Grab
Eine aktuelle Publikation lässt Hoffnung auf weitere altägyptische Grabkammern im Tal der Könige aufflammen. Könnte hier Nofretete bestattet worden sein?

Die Ägyptomanie nahm vor gut 100 Jahren neu an Fahrt auf, als 1922 das Grab des Pharaos Tutanchamun entdeckt wurde. "Ich sehe wunderbare Dinge", soll Howard Carter gesagt haben, als sich seine Augen an die Finsternis der Kammer gewöhnt hatten, in die er durch einen kleinen Durchbruch sah. Sein Blick fiel auf glänzendes Gold – eine Seltenheit im Tal der Könige bei Luxor, wo verborgene Kammern meist schon von Grabräubern oder Raubgräbern geleert worden waren. Nun könnte abermals ein Boost folgen: Hinter Tutanchamuns postmortaler Schatzkammer könnten sich weitere Grabstätten befinden, für die ein Forschungsteam Indizien gefunden haben will.

Die Diskussion ist nicht neu. Schon vor zehn Jahren äußerte der britische Archäologe Nicholas Reeves eine entsprechende Vermutung. Seiner Einschätzung nach wurde das Grab eigentlich für Nofretete angelegt, die Gemahlin des Pharaos Echnaton und Stiefmutter des Tutanchamun. Sie alle lebten im 14. Jahrhundert vor Christus, Nofretete regierte womöglich selbst einige Jahre als Pharaonin. Vor allem Tutanchamun und Nofretete wurden weltbekannt durch die goldene Totenmaske einerseits und die gut erhaltene Büste andererseits; letztere wurde ab 1924 vor allem in Berlin ausgestellt, da das Kunstobjekt bei einer Grabung der Deutschen Orient-Gesellschaft gefunden wurde.

 
500 Jahre alte verschollene Seiten führen zum Vollstrecker von Heinrich VIII.
Sir John Gage organisierte für den Tudor-König die Auflösung der Klöster in Südengland. Offenbar bewahrte er dabei ein religiös brisantes Werk vor der Vernichtung

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Die sechs losen Blätter lagen in einer Kiste im Archiv The Keep im englischen Brighton verwahrt. Da sie in der Inhaltsliste der Kiste fehlten, blieb fast ein Jahrhundert lang offen, wozu sie einmal gehört hatten. Katie Walter von der University of Sussex und James Wade vom Girton College in Cambridge konnten die kostbaren Schriften nun einem Manuskript zuordnen, das fast 6000 Kilometer entfernt in der Beinecke Library der Yale University liegt.

 

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