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Kosovo-Zukunft:
Sloweniens Präsident erzürnt serbisch-orthodoxe Kirche
Von unserer Korrespondentin GERTRAUD ILLMEIER (Die Presse) 14.11.2005
Die einflussreiche Kirchenführung stemmt sich vehement gegen eine Abtrennung Kosovos von Serbien.
BELGRAD. Sloweniens Präsident Janez Drnovsek lässt sich den Mund nicht verbieten. Bei einem Besuch im serbisch-orthodoxen Kloster Gracanica, einer serbischen Hochburg im hauptsächlich von Albanern bewohnten UN-Protektorat Kosovo, wiederholte Drnovsek am Wochenende seine Ansicht, dass der Kosovo "de facto bereits selbstständig" sei. Die serbisch-orthodoxe Kirche reagierte erbost: Eine solche Aussage sei unzulässig, erklärte der serbisch-orthodoxe Bischof von Backa, Wladika Irinej.
Drnovsek hatte Ende Oktober einen Kosovo-Plan präsentiert, der die Unabhängigkeit der rechtlich noch zu Serbien-Montenegro gehörenden Provinz vorsieht. Prompt war danach ein geplanter Staatsbesuch des slowenischen Präsidenten von serbisch-montenegrinischer Seite abgesagt worden. Belgrad will nicht zulassen, dass Kosovo ein selbstständiger Staat wird, wie es die Kosovo-Albaner fordern. Eine Lösung sollen die Status-Verhandlungen bringen. Kommende Woche will der neue UN-Chefverhandler Martti Ahtisaari zu ersten Sondierungsgesprächen in die Region reisen.
Die einflussreiche serbisch-orthodoxe Kirche ist vehementer Gegner einer Unabhängigkeit des Kosovo, den sie als geistige Wiege des Serbentums betrachtet. In einer Grundsatzerklärung hat die Kirchenführung kürzlich eine harte Haltung in der Kosovo-Frage eingenommen: Eine Abspaltung Kosovos von Serbien würde Wesenszüge "einer Okkupation" tragen, erklärte das greise Kirchenoberhaupt, Patriarch Pavle.
Eine ähnliche Formulierung hatte zuvor die nationalistische Radikale Partei Serbiens verwendet, die Kosovo "auch militärisch" verteidigen will. Der Schutz der orthodoxen Klöster im Kosovo wird bei den Status-Verhandlungen eine zentrale Rolle spielen.
Kosovo-Zukunft:
Sloweniens Präsident erzürnt serbisch-orthodoxe Kirche
Von unserer Korrespondentin GERTRAUD ILLMEIER (Die Presse) 14.11.2005
Die einflussreiche Kirchenführung stemmt sich vehement gegen eine Abtrennung Kosovos von Serbien.
BELGRAD. Sloweniens Präsident Janez Drnovsek lässt sich den Mund nicht verbieten. Bei einem Besuch im serbisch-orthodoxen Kloster Gracanica, einer serbischen Hochburg im hauptsächlich von Albanern bewohnten UN-Protektorat Kosovo, wiederholte Drnovsek am Wochenende seine Ansicht, dass der Kosovo "de facto bereits selbstständig" sei. Die serbisch-orthodoxe Kirche reagierte erbost: Eine solche Aussage sei unzulässig, erklärte der serbisch-orthodoxe Bischof von Backa, Wladika Irinej.
Drnovsek hatte Ende Oktober einen Kosovo-Plan präsentiert, der die Unabhängigkeit der rechtlich noch zu Serbien-Montenegro gehörenden Provinz vorsieht. Prompt war danach ein geplanter Staatsbesuch des slowenischen Präsidenten von serbisch-montenegrinischer Seite abgesagt worden. Belgrad will nicht zulassen, dass Kosovo ein selbstständiger Staat wird, wie es die Kosovo-Albaner fordern. Eine Lösung sollen die Status-Verhandlungen bringen. Kommende Woche will der neue UN-Chefverhandler Martti Ahtisaari zu ersten Sondierungsgesprächen in die Region reisen.
Die einflussreiche serbisch-orthodoxe Kirche ist vehementer Gegner einer Unabhängigkeit des Kosovo, den sie als geistige Wiege des Serbentums betrachtet. In einer Grundsatzerklärung hat die Kirchenführung kürzlich eine harte Haltung in der Kosovo-Frage eingenommen: Eine Abspaltung Kosovos von Serbien würde Wesenszüge "einer Okkupation" tragen, erklärte das greise Kirchenoberhaupt, Patriarch Pavle.
Eine ähnliche Formulierung hatte zuvor die nationalistische Radikale Partei Serbiens verwendet, die Kosovo "auch militärisch" verteidigen will. Der Schutz der orthodoxen Klöster im Kosovo wird bei den Status-Verhandlungen eine zentrale Rolle spielen.