Sechs Jahre Vermögenssteuer in Spanien: Die große Auswanderungswelle der Reichen blieb aus
Vermögenssteuern führen nicht automatisch dazu, dass Superreiche das Land verlassen. Das zeigt jetzt auch eine neue Studie aus Spanien. Untersucht wurde, wie viele Vermögende nach der Wiedereinführung der spanischen Vermögensteuer ihren Wohnsitz verlagert haben. Das Ergebnis: In einem Zeitraum von sechs Jahren zogen viel weniger um, als erwartet. Selbst innerhalb Spaniens, wo Vermögende ohne große Hürden in eine steuerfreie Region ziehen konnten, blieb die große Flucht der Reichen aus.
Sobald über Vermögenssteuern diskutiert wird, heißt es oft: Wer Reiche stärker besteuert, vertreibt sie aus dem Land. Ob das wirklich stimmt, lässt sich normalerweise nur schwer untersuchen.
Spanien bietet dafür trotzdem ideale Bedingungen. Insgesamt gibt es dort 17 Regionen, die über viele Bereiche selbst entscheiden können – auch über die Vermögenssteuer. In Spanien gelten je nach Region deshalb unterschiedliche Steuersätze. Reiche Menschen konnten die vergangenen Jahre mit einem Umzug also Steuern sparen, ohne das Land überhaupt verlassen zu müssen.
Spaniens Regionen entscheiden selbst über Vermögenssteuern
Die spanische Vermögenssteuer geht ursprünglich auf das Jahr 1978 zurück und ist damit fester Bestandteil des spanischen Steuersystems. Die Einnahmen aus der Steuer fließen direkt an die verschiedenen Regionalregierungen. Sie entscheiden auch darüber, ab welchem Vermögen die Steuer greift und wie hoch sie ausfällt.
Besteuert wird das Nettovermögen. Das bedeutet: Vom gesamten Vermögen einer Person werden die Schulden abgezogen. In vielen Regionen sind außerdem die ersten 700.000 Euro von der Steuer ausgenommen. Nur der Teil, der darüber liegt, wird dann auch besteuert. Ausnahmen von der Vermögenssteuer gibt es etwa für den eigenen Hauptwohnsitz oder Familienunternehmen.
Madrid wollte mit einer Nullsteuer zur spanischen Steueroase werden
Während der Finanzkrise in den Jahren 2008 bis 2011 wurde die spanische Vermögenssteuer kurzzeitig ausgesetzt. Nach ihrer Wiedereinführung konnten die Regionen ihre Steuersätze selbst festlegen. Einige Regionen beschlossen, die Steuer vollständig zurückzuerstatten. Damit lag der tatsächliche Steuersatz dort bei null.
Am längsten hielt Madrid an dieser Regel fest. Die spanische Hauptstadtregion wollte so zu einer Steueroase (auf Spanisch auch: „paraíso fiscal“) innerhalb des eigenen Landes werden.
kontrast.at
Vermögenssteuern führen nicht automatisch dazu, dass Superreiche das Land verlassen. Das zeigt jetzt auch eine neue Studie aus Spanien. Untersucht wurde, wie viele Vermögende nach der Wiedereinführung der spanischen Vermögensteuer ihren Wohnsitz verlagert haben. Das Ergebnis: In einem Zeitraum von sechs Jahren zogen viel weniger um, als erwartet. Selbst innerhalb Spaniens, wo Vermögende ohne große Hürden in eine steuerfreie Region ziehen konnten, blieb die große Flucht der Reichen aus.
Sobald über Vermögenssteuern diskutiert wird, heißt es oft: Wer Reiche stärker besteuert, vertreibt sie aus dem Land. Ob das wirklich stimmt, lässt sich normalerweise nur schwer untersuchen.
Spanien bietet dafür trotzdem ideale Bedingungen. Insgesamt gibt es dort 17 Regionen, die über viele Bereiche selbst entscheiden können – auch über die Vermögenssteuer. In Spanien gelten je nach Region deshalb unterschiedliche Steuersätze. Reiche Menschen konnten die vergangenen Jahre mit einem Umzug also Steuern sparen, ohne das Land überhaupt verlassen zu müssen.
Spaniens Regionen entscheiden selbst über Vermögenssteuern
Die spanische Vermögenssteuer geht ursprünglich auf das Jahr 1978 zurück und ist damit fester Bestandteil des spanischen Steuersystems. Die Einnahmen aus der Steuer fließen direkt an die verschiedenen Regionalregierungen. Sie entscheiden auch darüber, ab welchem Vermögen die Steuer greift und wie hoch sie ausfällt.
Besteuert wird das Nettovermögen. Das bedeutet: Vom gesamten Vermögen einer Person werden die Schulden abgezogen. In vielen Regionen sind außerdem die ersten 700.000 Euro von der Steuer ausgenommen. Nur der Teil, der darüber liegt, wird dann auch besteuert. Ausnahmen von der Vermögenssteuer gibt es etwa für den eigenen Hauptwohnsitz oder Familienunternehmen.
Madrid wollte mit einer Nullsteuer zur spanischen Steueroase werden
Während der Finanzkrise in den Jahren 2008 bis 2011 wurde die spanische Vermögenssteuer kurzzeitig ausgesetzt. Nach ihrer Wiedereinführung konnten die Regionen ihre Steuersätze selbst festlegen. Einige Regionen beschlossen, die Steuer vollständig zurückzuerstatten. Damit lag der tatsächliche Steuersatz dort bei null.
Am längsten hielt Madrid an dieser Regel fest. Die spanische Hauptstadtregion wollte so zu einer Steueroase (auf Spanisch auch: „paraíso fiscal“) innerhalb des eigenen Landes werden.
Sechs Jahre Vermögenssteuer in Spanien: Die große Auswanderungswelle der Reichen blieb aus
Eine Studie aus Spanien zeigt: Vermögenssteuern führen nicht automatisch dazu, dass Superreiche das Land verlassen.