Ich denke dass Brüssel, auch wenn die 'Ansage' löblich zu sehen ist, aus einem Grund dieses Thema jetzt anspricht: der clinch mit der Türkei momentan. Wo war die EU vor ihrer misslichen Lage mit der Türkei eigentlich? Die Türkei hält seit 1974 den Norden Zyperns rechtswidrig besetzt, verstößt hierbei gegen unzählige UN-Resolutionen, Gewaltverbote und gegen den Garantievertrag, schreibt Zypern vor wie, wann und wo es seine Ressourcen zu fördern hat und droht notfalls mit Krieg wenn Zypern nicht nach Ankaras Pfeife tanzt; Zypern ist EU-Mitglied.
Der Lausanner Vertrag wurde von der Türkei unterschrieben, aber in den 90er Jahren gebrochen; auch da wurde Griechenland (EU-Mitglied) mit Krieg gedroht.
Heute stellt die Türkei sogar den Lausanner Vertrag und die territoriale Integrität Griechenlands in Frage und behauptet dass griechische Inseln türkisch seien. Dass die EU sich nun zu Wort meldet liegt m.E. nur daran, dass man Erdogan wegen der jetzigen Streitlage nun die Stirn bieten will. Davor war was? Nichts ... man hat versucht immer zu schlichten um eben auch das Verhältnis zur Türkei aufrecht halten zu können - aus wirtschaftlichen Interessen. Gut, Erdogan wird wohl (hoffentlich) die Konsequenzen daraus ziehen, sollte er weiter seine Diktatur-Schiene, die auch gegen seine Nachbarn gerichtet ist, weiter fahren. Schade um die Menschen dort, aber einer Türkei, wie der jetzigen, gehört endlich mal in den Arsch getreten. Selbst wenn Erdogan einige Gänge runter schalten würde, sollte sich an einem harten Kurs nichts ändern, bis dieser und seine Gefolgsleute endgültig aus der politischen Landschaft verschwindet.