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Gast3013
Guest
Ich bin dafür, dass man sich erstmal um (eigene) Probleme als um Felsen die aus dem Meer ragen kümmert.
In der jetzigen Situation wäre das sogar erforderlich. Mich würde aber deine Meinung trotzdem dazu interessieren. Nehmen wir mal an die Türkei wäre innenpolitisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich völlig stabil ... wie würde für dich eine Lösung des Konfliktes aussehen?
Amarok schrieb:Zypern ist ein Fall wo man konsequenter handeln muss, im schlimmsten Fall eine zweite kleinere Invasion auf die Regierung der KKTC und entmachtung von Akinci. Folge wäre eine Annektierung und glaubt mir, kein schwanz aus der EU würde rechtliche Schritte dagegen unternehmen, weil der Teil dieser Insel bereits Türkisch ist.
Da stimme ich dir definitiv nicht zu. Alleine dass du dich - so verstehe ich das - für eine Annexion aussprichst, enttäuscht mich. Zypern ist ein heikles Thema und kann nicht einfach mit einer Annexion gelöst werden; das wäre rechtswidrig. Auch die Begründung "weil der Teil dieser Insel bereits türkisch ist" ist ebenfalls total für die Katz. Der Südosten der Türkei ist mehrheitlich kurdisch - zumindest die kurdischen Provinzen. Wäre es dann akzeptabel für dich dass bspw. die Autonome Region Kurdistan diese annektiert? Ich weiß, umsetzbar ist das nicht aber das dient jetzt nur als Gedankengang.
Und ob die EU oder irgend ein Schwanz keine rechtlichen Schritte dagegen unternehmen würde, wage ich zu bezweifeln. Mittlerweile reichen schon Sanktionen, um derartige Vorgänge zu stoppen. Russland hat es nach dem abgeschossenen Kampfjet vorgemacht.
Amarok schrieb:Der Griechische General kann wirklich glücklich darüber sein, dass die Türkei nicht mal ansatzweise irgendwo eine ernste Spur fährt. Erdogan ist die größte schwanzeinziehende Hure der ganzen Nation und das wird auch immer so bleiben. Mir geht es nur auf den Nerv, denn wenn man schon droht und das tut er öffentlich im Staatsfernsehen und stellt Ansprüche (mündlich). Dann halt die Fresse und zieh es durch denn am Ende, ist es einfach nur peinlich, wirft mehr Fragen auf und macht dich als Person einfach unglaubwürdig. Am schlimmsten ist aber es zerstört das Gesamtprestige der Armee-und des Landes.
Du weißt genau dass beide Seiten glücklich sein sollten, dass keiner seine Provokationen durchsetzt ... denn sollte die Sache eskalieren, würde das kein Konflikt sein welcher zwei oder drei Tage andauert. Ich kann mich nur wiederholen: Griechenland ist nicht die PKK und auch nicht der IS. Griechenland ist auch nicht der Irak oder Syrien - beides Staaten die selbst in kriegerischen Konflikten innerhalb ihrer Grenzen konfrontiert sind. Griechenland ist ein unabhängiger Staat, der über eine bestens funktionierende Streitmacht verfügt - primär auf Verteidigung ausgelegt. Mal abgesehen davon dass Griechenland EU-Mitglied ist und eine Durchsetzung türkischer Drohgebärden auch gleichzeitig ein Angriff auf die EU bedeuten würde. Würde die EU da tatenlos zuschauen, wäre die EU in kürzester Zeit politisch endgültig am Ende.
Ich würde lieber eine Türkei sehen, mit der Griechenland gemeinsam arbeitet - ohne Misstrauen, ohne Hass und ohne dauernde Drohungen. Doch dem ist nicht so und aus dem Grund ist die Türkei eine Gefahr für diese Region. Es kann nicht sein dass im 21. Jahrhundert ein EU-Beitrittskandidat und NATO-Mitglied ein EU- und NATO-Mitglied offiziell mit Krieg droht oder territoriale Ansprüche stellt. Sind wir im Mittelalter, in dem Interessen mit Drohungen und Provokationen durchgesetzt werden? Es sind ja an sich keine zimperlichen Sticheleien von irgend welchen kleinen Gruppierungen, sondern Drohungen und Provokationen von einem Staat, welcher international anerkannt ist und im stetigen Kontakt (diplomatisch) mit dem Rest der Welt steht. Das geht einfach nicht ... für mich geht das sogar zu weit. So weit dass ich der Meinung bin, der Türkei harte Sanktionen zu verpassen um ihr zu zeigen, dass Interessenskonflikte diplomatisch geregelt werden müssen und nicht auf einem Kriegsschauplatz.

