Die EU wollte die Türkei schon immer als Mitglied haben. Nur hat sich die Türkei einfach zu langsam in diese Richtung bewegt und sich
ab einem bestimmten Zeitpunkt in eine islamisch-nationalistische. Wäre der liberale Kurs Anfang der 2000er Jahre weiter gegangen,
würde die Sache jetzt ganz anders aussehen.
Die Sache ist doch die: Erdogan hat sich einfach den Boom seit der Euro-Einführung - mit dem er nichts zutun hat - auf die Brust geschrieben
und die schwarzen Türken damit an sich gebunden. Mit dieser Zustimmung war es ihm möglich systematisch die Macht auf sich zu konzentrieren.
Jetzt haben wir eine Türkei, die wohl ein Iran 2.0 zu werden droht.
Generell ist der Neo-osmanische Revisionismus eine Träumerei. Die Osmanen waren in der frühen Neuzeit zwar eine Macht mit der man rechnen
musste, den Nationalismus hat der Vielvölkerstaat, Anfang des 20. Jahrhunderts jedoch nicht überlebt. Selbst 1913 war das Osmanische Reich
bereits im Sterbebett. Die zeit solcher Vielvölkerstaaten ist einfach vorbei. Die Zeit des Nationalismus auch. Wir sind im Zeitalter der Globalisierung.
Heute geht es darum exzellente Geschäftsbedingungen im Land zu schaffen, die besten Handelsverträge zu haben und die besten Fachkräfte im Land
zu haben. Genau das tut die Türkei momentan nicht und versinkt durch ihre islamischen, nationalistischen, diktatorischen und revisionistischen
Träumereien - teilweise so gar des Machthungers eines alten Greises - in Dekadenz.
Für die Türkei wäre der Weg der EU der beste. Wenn man dann noch den Südosten abschüttelt und sich voll auf die globalisierte Wirtschaft
konzentriert, wird man im 21. Jahrhundert ganz vorne mit dabei sein.
Wenn die Türkei diesen Zug jetzt verpasst und neo-osmanische Ambitionen hegt, wird sie in Dekadenz untergehen. Die Briten können tun was sie
wollen: Das British Empire ist Geschichte.
Deswegen sage ich. Statt sich mit der 3. Welt des nahen Ostens zu beschäftigen, könnte man in Europa und vor allem in seinem alten
'Freund' Griechenland bessere Aussichten vorfinden. Das ist meine Meinung.
Der Südosten ist für die Türkei eine große Geldverschwendung. Würde man diesen Teil einfach sich
selbst überlassen, könnte man das Geld lieber in türkische Städte investieren. Ihr wollt doch die
Unabhängigkeit so gerne.