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TikTok

Albanien hebt TikTok-Sperre wieder auf
Albanien hebt die vor weniger als einem Jahr verhängte Sperre des Zugangs zur Videoplattform TikTok wieder auf. Das beschloss die Regierung von Ministerpräsident Edi Rama, wie albanische Medien heute berichteten. Die Zugangssperre, die am 13. März des Vorjahrs in Kraft getreten war, war für die Dauer von einem Jahr vorgesehen.

Auslöser der Maßnahme war eine Messerstecherei unter Jugendlichen Ende 2024, bei der ein 14-Jähriger getötet worden war. Die beiden beteiligten Gruppen hatten sich auf TikTok gegenseitig angefeindet und zu der am Ende tödlichen Schlägerei verabredet.

Die daraufhin verhängte Sperre erwies sich Fachleuten zufolge als weitgehend wirkungslos. Die meisten Albaner umgingen sie durch die Nutzung von Tunneldiensten (VPN), die es ermöglichen, die eigene IP-Adresse zu verbergen. Die Sperre kann dadurch umgangen werden, weil der Nutzer nicht als jemand aufscheint, der die gesperrte Plattform von Albanien aus anklickt.

 
Wegen Suchtgefahr
EU-Kommission droht TikTok mit Strafe
Die Onlineplattform TikTok verstößt nach den vorläufigen Ergebnissen einer EU-Untersuchung gegen europäisches Recht. Das teilte die zuständige EU-Kommission am Freitag in Brüssel mit. Der Grund: Suchtgefahr. Nimmt TikTok keine Änderungen vor, drohen hohe Strafen.

Konkret geht es um suchtfördernde Mechanismen – zum Beispiel um stark personalisierte Empfehlungen und das ununterbrochene automatische Abspielen von Videos. Die Behörde kündigte an, das bereits eingeleitete Verfahren gegen TikTok daher weiter voranzutreiben.

„Abhängigkeit von sozialen Medien kann schädliche Auswirkungen auf die sich entwickelnden Gehirne von Kindern und Jugendlichen haben“, kritisierte die zuständige Vizepräsidentin Henna Virkkunen. Es gehe darum, europäische Regeln durchzusetzen, um Bürgerinnen und Bürger online zu schützen.

170 Millionen EU-Bürger betroffen
Ein Kommissionssprecher sagte, TikTok erreiche 170 Millionen Menschen in der EU, „die meisten davon“ Kinder. Sieben Prozent der Zwölf bis 15-Jährigen verbrächten täglich „zwischen vier und fünf Stunden auf TikTok“. Bildschirmzeitmanagement und elterliche Kontrollen funktionierten auf TikTok nicht richtig oder seien leicht zu umgehen.

Die von TikTok zum Jugendschutz ergriffenen Maßnahmen seien „schlicht nicht ausreichend“, sagte der Sprecher. TikTok würde derzeit nicht ausreichend berücksichtigen, wie diese süchtig machenden Funktionen die körperliche und psychische Gesundheit seiner Nutzer beeinträchtige, so die EU-Kommission.

Konzern will Untersuchung anfechten
Eine TikTok-Sprecherin teilte mit: „Die vorläufigen Ergebnisse der Kommission stellen unsere Plattform kategorisch falsch und völlig haltlos dar. Wir werden alle notwendigen Schritte unternehmen, um diese Ergebnisse mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln anzufechten.“

 
Auf TikTok verbreitet sich Rechtsextremismus in Bild- und Videoform millionenfach. Egal ob Verschwörungstheorien oder eindeutige Neonazi-Inhalte. Eine Studie zeigt, wie hunderte Accounts die Plattform gezielt nutzen, um NS-Ideologie, Holocaust-Leugnung und Gewaltaufrufe zu vervielfältigen. Trotz klarer Verstöße gegen die eigenen Richtlinien greift TikTok oft spät oder gar nicht ein. Zugleich verstärkt der Algorithmus der „For You-Page“ die Sichtbarkeit dieser Inhalte.
Die Studienautoren wollten wissen: Was laden diese Accounts hoch? Wie verbreiten sich diese Inhalte – und wie reguliert sie die Plattform?
Die Analyse begann bei einem Account und führte in ein ganzes Netzwerk
Sie starteten bei einem offen pro-nationalsozialistischen Account. Von dort aus listeten sie Profile, die TikTok als „ähnlich“ einstufte. Zusätzlich legten sie einen neuen Account an. Damit untersuchten sie den Empfehlungsalgorithmus hinter der „For You“-Page.

Die Videos der untersuchten Profile erzielten insgesamt mehrere Millionen Aufrufe. Darunter waren Inhalte mit Holocaust-Leugnung und Hitler-Verherrlichung. Auch Unterstützung für rechtsextreme Attentäter kam vor. Teilweise wurden Massaker nachgestellt oder in Livestreams gezeigt. Die drei Wissenschaftler haben solche Accounts untersucht, die mehrere Videos mit eindeutiger NS-Propaganda veröffentlicht haben. Oder wenn sie NS-Symbole in Nutzernamen, Profilbildern oder ähnlichen Elementen verwendet haben.

Nazi-Inhalte gemeldet: 50 Accounts bleiben – vorerst – online
Das Institute for Strategic Dialogue (ISD), dem die drei Studienautoren angehören, meldete 50 Accounts aus dem Netzwerk. Laut ISD verstießen sie gegen TikToks Regeln zu Hassideologien, Gewaltverherrlichung und Holocaust-Leugnung. Die gemeldeten Accounts erzielten zusammen über 6,2 Millionen Aufrufe. Nach der Meldung blieben sie weiterhin aktiv. TikTok antwortete auf die Meldungen mit „kein Verstoß“.

 
TikTok-Algorithmus: In wenigen Swipes von FPÖ-Videos zu rechtsextremen Inhalten
Auf dem Handybildschirm erscheint eine makellose Alpenlandschaft: saftige Wiesen, schneebedeckte Gipfel, die Kamera gleitet ruhig durchs Panorama. Dazu dröhnt Elektromusik. Der Clip wirkt wie ein „ästhetisches“ Naturvideo – genau die Art Inhalt, die im Feed millionenfach läuft. Wäre da nicht der Schriftzug, der mitten im Idyll prangt: ein direktes Zitat von Adolf Hitler. Der Nutzername enthält zwei Runen, die wie ein „SS“-Kürzel wirken. Das Video hat nach zwei Wochen über 140.000 Aufrufe und mehr als 25.000 Likes – und ist bis heute online. Öffentlich zugänglich. Auf TikTok.
Wie landet man bei solchen Inhalten? In unserem Fall war der Weg erschreckend kurz: neuer TikTok-Account, nichts kommentiert, nichts gelikt. Wir folgten nur einem einzigen Kanal – dem offiziellen Account der FPÖ. Danach haben wir einfach weitergewischt und beobachtet, was TikTok vorschlägt. Das Ergebnis: Der Algorithmus führt schnell und ohne Hürden zu extremistischen, sogar neonazistischen Videos.
TikTok: Der Kanal der Wahl bei jungen Menschen
Aber der Reihe nach: TikTok ist längst keine Nischen-App mehr, sondern eine der wichtigsten Plattformen für politische Inhalte. Auch in Österreich. Laut Angaben des Unternehmens nutzen hierzulande rund 2,5 Millionen Menschen TikTok jedes Monat. Gerade für junge Menschen ist die App besonders prägend: TikTok ist vor allem bei den 11- bis 17-Jährigen extrem beliebt. 64 Prozent dieser Altersgruppe nutzen die Plattform – und davon 8 von 10 sogar täglich. Gleichzeitig gilt TikTok als das am schnellsten wachsende soziale Netzwerk weltweit. Diese Kombination macht die Plattform relevant.

 
Auf den Punkt gebracht. Cartoon by Karl Berger

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EU-Kommission: Unzureichender Schutz von Minderjährigen auf TikTok
Die EU-Kommission hat der Videoplattform TikTok vorgeworfen, ihre minderjährigen Nutzer und Nutzerinnen nicht ausreichend zu schützen. Jugendliche würden durch die aktuellen Kontoeinstellungen Risiken wie unerwünschten Kontaktaufnahmen, Cybermobbing und ausbeuterischem Verhalten ausgesetzt werden.

 
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