Ein Beispiel: Um 1900 wuchsen in Österreich bis zu fünftausend Apfelsorten – heute sind es nur mehr etwa 500. Saatgutbetriebe wurden längst von großteils multinationalen Konzernen wie Monsanto aufgekauft, die den Markt beherrschen und in Richtung Gentechnik drängen. Ausserdem werden fast nur mehr hybride Kulturpflanzen angebaut, die nicht einmal mehr fruchtbare Samen produzieren – die Landwirte müssen Saatgut also meist neu ankaufen, anstatt es selbst zu gewinnen.
Hinzu kommt, dass die Europäische Union derzeit ihre Richtlinien für die Vermarktung von Saat- und Pflanzgut überarbeitet. Die geplante Neuregelung, die im Mai 2013 vorgestellt wurde, könnte alte, seltene und bäuerliche Sorten gefährden, da der freie Tausch von Saatgut, Knollen und Edelreisern durch die neue Verordnung erschwert, massiv eingeschränkt oder sogar unter Strafe gestellt werden könnte.
Wusstest Du, dass ein Bauer (auch nicht am außerhalb der EU) ein Getreide nicht nachbauen darf? Das Saatgut gehört (als Patent) praktisch immer einem der weltweit agierenden Saatgutkonzerne. Will ein Bauer nun einen Teil seiner Ernte in der nächsten Saison wieder aussäen, so muss er Lizenzgebühren (in der Höhe von Neuware) bezahlen - sofern das Saatgut nicht ohnehin durch Gen-Manipulation unfruchtbar ist (F1-Hybride nennt man das).
Das Europäische Patentamt (EPA) hat schon viele hundert Patente auf gentechnisch veränderte Pflanzen gewährt und sogar damit begonnen, auch für reguläre Pflanzen, die nicht gentechnisch verändert sind, Patente zu erteilen. Dabei sind Pflanzen keine Erfindung, sondern müssen Gemeingut bleiben. Nach wie vor ist umstritten, wie weit die Patentierung von lebenden Organismen gehen darf.
Das ist knallhartes Lobbying und ein beinhartes Business. Nichts für Weicheier!
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Es hindert dich niemand daran, eines Tages schlauer zu werden. Du hast deine Zeit noch VOR dir.