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Pritzker rechnet mit Trump und seinen Republikanern ab: „Unser Bundesstaat wird belagert“
Illinois’ Gouverneur JB Pritzker hat Donald Trump und dessen republikanische Unterstützer frontal angegriffen und dabei keinen Versuch gemacht, seine Wut hinter höflichen Formulierungen zu verstecken. Seine Botschaft richtet sich nicht nur gegen den Präsidenten, sondern gegen jene Republikaner, die dessen Politik mittragen, obwohl sie nach Pritzkers Ansicht längst wissen müssten, was sie damit anrichten.

Besonders hart geht er mit Darren Bailey ins Gericht, dem republikanischen Politiker, der erneut nach dem Gouverneursamt in Illinois greift. Pritzker sagte: „Also hier ist die Wahrheit, ganz einfach und ohne Umschweife: Unser Bundesstaat wird belagert. Nicht von Demonstranten, nicht von Einwanderern, nicht vom ‚Deep State‘, nicht von der Presse, nicht von Kanada, Mexiko oder Grönland, nicht von Antifa, jüdischen Weltraumlasern oder Pride-Paraden. Nein. Unser Bundesstaat wird von einem kleinlichen, korrupten Mann in Washington belagert. Von einem Mann, der für das Präsidentenamt kandidierte, weil er in einem Palast leben und reich werden wollte – oder noch reicher. Unser Bundesstaat wird von den geschickten Speichelleckern belagert, die diesen Präsidenten umgeben und seine niedrigsten Instinkte als Deckmantel für ihre eigenen zerstörerischen Pläne benutzen. Unser Bundesstaat wird von den vielen, vielen Republikanern belagert, die entweder zu vernarrt oder zu verängstigt sind, um sich Donald Trump im Interesse der Menschen entgegenzustellen, denen sie dienen. Und damit meine ich Republikaner wie Darren Bailey. Man kann vieles sein und trotzdem ein guter Gouverneur sein. Aber eines darf man nicht sein: ein Feigling.“

Pritzker macht damit aus dem politischen Streit in Illinois eine offene Abrechnung mit einer Partei, deren Vertreter Trump nach seiner Darstellung nicht mehr kontrollieren, sondern ihm aus Angst oder Überzeugung folgen. Der letzte Satz über Bailey lässt dabei wenig Raum für Missverständnisse: Für Pritzker geht es längst nicht mehr nur um unterschiedliche politische Vorstellungen, sondern darum, wer bereit ist, Trump entgegenzutreten – und wer sich wegduckt.

 
Wer Trump nur für ein amerikanisches Problem hält, hat längst nicht verstanden, was hier passiert
Investigativer Journalismus hat in dieser Lage eine ganz konkrete Aufgabe. Herausfinden, was tatsächlich geschieht, Verantwortliche überführen, Gerichte zusammen mit Menschenrechtsorganisationen beauftragen, Betroffenen helfen und Dinge öffentlich machen, bevor sie unter der nächsten Schlagzeile verschwinden. Wer heute in den Vereinigten Staaten recherchiert, arbeitet dabei längst nicht mehr nur für ein amerikanisches Publikum. Vieles von dem, was dort geschieht, wird anderswo sehr genau beobachtet – und nicht immer mit Abscheu. Deshalb ist diese Arbeit zugleich eine Warnung an Europa, Südamerika, Asien und Australien: Schaut hin, was möglich geworden ist, wie es möglich wurde und was es mit den Menschen macht, die davon getroffen werden. Das amerikanische Beispiel dient dabei längst nicht mehr als Entschuldigung nach dem Motto „die machen es doch auch“, sondern immer öfter als Bauplan.

Und nicht zu vergessen ist Herr Putin. Wer verstehen will, wie autoritäre Politik über Grenzen hinweg voneinander lernt, sollte nicht nur nach Washington schauen – Moskau liefert seit Jahren vor, wie Pressefreiheit, Opposition und öffentliche Kontrolle Stück für Stück beseitigt werden können.
 
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