ICE-Elendszellen: Alufolie auf Beton, Zwei Binden für einen ganzen Raum: Richter Kaplan greift ein
Vorwort
„Da kann man sowieso nichts machen.“ Kaum ein Satz fällt uns häufiger vor die Füße. Er klingt nach Vernunft und ist doch nur Müdigkeit, die sich als Einsicht verkleidet. Seit Monaten halten wir mit aller Kraft dagegen. Es geht immer etwas. Das kostet Einsatz, viel davon. Manchmal verlangt es auch, die Zähne zu zeigen. Ein Klick auf „Gefällt mir“ hat noch keine Welt gerettet. 82 Prozent der Prozesse, die gegen das Trump-Regime geführt wurden, sind gewonnen. 65 Prozent sind inzwischen umgesetzt. Warum weiß das kaum jemand? Weil die meisten ihr Bild von der Welt aus den sozialen Netzwerken beziehen. Was dort nicht auftaucht, hat für sie nie stattgefunden.
Diesen Kampf führen wir jeden Tag, gegen Behörden und gegen dieses Regime. Dazu kommt ein Gegner, der keine Uniform trägt: eine Art zu lesen, die abwartet, bis Facebook etwas liefert. Diese Gewohnheit erschwert unsere Arbeit mehr als jede Behörde. Geht in die Magazine. Geht direkt zu den Zeitungen, zu den Menschen, die für euch und für die Demokratie in der ersten Reihe stehen. Klammert euch nicht an eine Plattform, der die Demokratie gleichgültig ist, und ihr selbst ebenso. Über die Ausrichtung solcher Plattformen muss man kein Wort verlieren. Sie ist jämmerlich. Und nun zum Artikel.
Ein Warteraum verspricht Kürze. Die Verwahrräume im 10. Stock von 26 Federal Plaza, dem Sitz der Einwanderungsbehörde ICE in Manhattan, waren für höchstens 12 Stunden ausgelegt. Duschen haben sie keine, Betten ebenso wenig. Fenster auch nicht. Wir kennen die Verhältnisse dort gut. Unsere Recherchen und der wiederholte Kontakt zu dort Inhaftierten zeichnen ein erschütterndes Bild von Demütigung und Zuständen, die an Folter grenzen. Im Sommer 2025 wurden aus Stunden Tage, für einen Mann fast drei Wochen. Am Donnerstag hat Bundesrichter Lewis A. Kaplan die Zustände dort mit einer dauerhaften Verfügung untersagt. ICE habe viele Festgenommene in „überfüllten, verdreckten und entwürdigenden Räumen“ eingesperrt, viel zu lange, schreibt er. Geklagt hatte Sergio Alberto Barco Mercado, festgenommen im August 2025; beklagt ist unter anderen Heimatschutzminister Markwayne Mullin.
kaizen-blog.org
Vorwort
„Da kann man sowieso nichts machen.“ Kaum ein Satz fällt uns häufiger vor die Füße. Er klingt nach Vernunft und ist doch nur Müdigkeit, die sich als Einsicht verkleidet. Seit Monaten halten wir mit aller Kraft dagegen. Es geht immer etwas. Das kostet Einsatz, viel davon. Manchmal verlangt es auch, die Zähne zu zeigen. Ein Klick auf „Gefällt mir“ hat noch keine Welt gerettet. 82 Prozent der Prozesse, die gegen das Trump-Regime geführt wurden, sind gewonnen. 65 Prozent sind inzwischen umgesetzt. Warum weiß das kaum jemand? Weil die meisten ihr Bild von der Welt aus den sozialen Netzwerken beziehen. Was dort nicht auftaucht, hat für sie nie stattgefunden.
Diesen Kampf führen wir jeden Tag, gegen Behörden und gegen dieses Regime. Dazu kommt ein Gegner, der keine Uniform trägt: eine Art zu lesen, die abwartet, bis Facebook etwas liefert. Diese Gewohnheit erschwert unsere Arbeit mehr als jede Behörde. Geht in die Magazine. Geht direkt zu den Zeitungen, zu den Menschen, die für euch und für die Demokratie in der ersten Reihe stehen. Klammert euch nicht an eine Plattform, der die Demokratie gleichgültig ist, und ihr selbst ebenso. Über die Ausrichtung solcher Plattformen muss man kein Wort verlieren. Sie ist jämmerlich. Und nun zum Artikel.
Ein Warteraum verspricht Kürze. Die Verwahrräume im 10. Stock von 26 Federal Plaza, dem Sitz der Einwanderungsbehörde ICE in Manhattan, waren für höchstens 12 Stunden ausgelegt. Duschen haben sie keine, Betten ebenso wenig. Fenster auch nicht. Wir kennen die Verhältnisse dort gut. Unsere Recherchen und der wiederholte Kontakt zu dort Inhaftierten zeichnen ein erschütterndes Bild von Demütigung und Zuständen, die an Folter grenzen. Im Sommer 2025 wurden aus Stunden Tage, für einen Mann fast drei Wochen. Am Donnerstag hat Bundesrichter Lewis A. Kaplan die Zustände dort mit einer dauerhaften Verfügung untersagt. ICE habe viele Festgenommene in „überfüllten, verdreckten und entwürdigenden Räumen“ eingesperrt, viel zu lange, schreibt er. Geklagt hatte Sergio Alberto Barco Mercado, festgenommen im August 2025; beklagt ist unter anderen Heimatschutzminister Markwayne Mullin.
ICE-Elendszellen: Alufolie auf Beton, Zwei Binden für einen ganzen Raum: Richter Kaplan greift ein
Ein Warteraum verspricht Kürze. Die Verwahrräume im 10. Stock von 26 Federal Plaza, dem Sitz der Einwanderungsbehörde ICE in Manhattan, waren für höchstens 12 Stunden ausgelegt. Duschen haben sie keine, Betten ebenso wenig. Fenster auch nicht. Wir kennen die Verhältnisse dort gut. Unsere...