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Venezuela News

Nach Öldeal mit Trump
Chevron prescht in Venezuela vor
Nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump über einen „historischen“ Öldeal mit Venezuela prescht der US-Konzern Chevron nun vor. Er plant eine umfangreiche Ausweitung seiner Förderung – und setzt auf Milliardeninvestitionen. Auch Washington verfolgt weitreichende Interessen und will sich langfristig Zugang zu den enormen venezolanischen Ölreserven sichern, um die heimische Energieversorgung zu stärken.

Wenige Tage nach der Ankündigung von Trump über einen Öldeal bestätigte Chevron eine Ausweitung seiner Geschäfte in Venezuela. Über ein Joint Venture sollen über fünf Jahre gut sieben Milliarden US-Dollar (rd. sechs Mrd. Euro) investiert werden, gab das Unternehmen mit Sitz im texanischen Houston bekannt.

Die Produktion solle verglichen mit 2026 mehr als verdoppelt werden – auf rund 600.000 Barrel pro Tag. Ein Barrel umfasst etwa 159 Liter. Im Detail wurden dem Gemeinschaftsunternehmen Petroindependencia, an dem Chevrons Tochtergesellschaft zu 49 Prozent beteiligt ist, die Rechte zur Erschließung von zwei Ölfeldern im Orinoco-Gürtel zugeteilt.

 
Der zwielichtige Geschäftsmann Alejandro Betancourt ist Trumps Ölpartner in Venezuela
Die US-Regierung beteiligt sich am Unternehmen eines Mannes, der vom Regime enorm profitierte und gegen den schon mehrmals ermittelt wurde

Unter der vorgeblich sozialistischen Herrschaft von Hugo Chávez und Nicolás Maduro ist das ölreiche Venezuela völlig verarmt. Aber manche Menschen im Dunstkreis des Regimes sind immens reich geworden, ein Grund, dass der südamerikanische Staat ganz oben in den Korruptionsranglisten der Welt steht.

Ein schillernder Vertreter dieser "Bolibourgeosie", wie die Clique in Anlehnung an die "bolivarische Revolution" genannt wird, ist Alejandro Betancourt López. 1980 in eine Familie aus der Oberschicht in Caracas geboren – ein Vorfahre war Kurzzeit-Präsident im 19. Jahrhundert –, stieg er nach einem Business-Studium in den USA und Oxford in den frühen 2000ern in den Energiehandel in seiner Heimat ein. Danach gründete und leitete er eine ganze Reihe von Unternehmen, die im Handel und dem Ausbau von Ölproduktion und Elektrizitätsgewinnung tätig waren. Auch in Spanien wurde er mit Hawkers aktiv, einem Hersteller von schicken Sonnenbrillen mit 60 Filialen im ganzen Land.

Millionenschwere venezolanische Staatsaufträge flossen an seine Firmen, oft unter fragwürdigen Umständen. Mehrmals wurde gegen Betancourt in Venezuela und Europa wegen Korruption und Geldwäsche ermittelt, aber keine Anklage erhoben.

Beteiligung zum Spottpreis
Nun hat Betancourt die Chance, sein Vermögen weiter zu steigern. Die Regierung von Donald Trump hat eine seiner Firmen, die North American Blue Energy Partners (NABEP) als ihr Vehikel für ihren Einstieg in die venezolanische Ölindustrie auserkoren. NABEP gilt als zweitgrößtes privates Unternehmen im Land, und ein ausgegliedertes Büro des US-Kriegsministeriums erhält unter dem Deal das Recht, bis zu 35 Prozent seiner Aktien zu erwerben – praktisch kostenlos, sagt das Weiße Haus. Laut Betancourt wird der Deal Venezuelas wirtschaftliches Potenzial "zum großen Nutzen von Venezolanern und Amerikanern" entfesseln. Aber auch er selbst dürfte davon enorm profitieren.

 
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