M
Mulinho
Guest
[h=5]Ein reuiger serbischer Polizeigeneral könnte sich als Schlüsselfigur bei der Aufklärung des Schicksals von Vermissten des Kosovokriegs erweisen. Die Aufklärungsrate stagniert seit Jahren.[/h]
Andreas Ernst, Belgrad
Der serbische Sonderstaatsanwalt für Kriegsverbrechen hat das Haager Uno-Tribunal um die Einvernahme des dort im Gefängnis sitzenden ehemaligen Polizeigenerals Vlastimir Djordjevic ersucht. Dieser wartet auf das Urteil der zweiten Instanz. Gegen eine 28-jährige Gefängnisstrafe hat er Berufung eingelegt. 2011 war Djordjevic wegen seiner Rolle bei der Ermordung von 724 Zivilisten und der Vertreibung von 200 000 Kosovo-Albanern verurteilt worden. Djordjevic bestreitet, dabei eine führende Rolle gespielt zu haben. Er gab aber zu, von Massengräbern in Serbien gewusst zu haben. In einer mündlichen Erklärung bat er die Angehörigen der Opfer um Entschuldigung.
[h=4]Suche nach Hinweisen[/h]Die Leichen von Albanern waren 1999 während der Nato-Bombardierungen von Polizisten einer Sondereinheit in Lastwagen vom Tatort in Kosovo nach Serbien transportiert und dort vergraben worden. Es handelte sich um eine koordinierte Aktion zur Vertuschung von Kriegsverbrechen. Nach Milosevics Fall im Jahr 2000 kamen allmählich Untersuchungen durch die Justiz in Gang. 2001 begann die Aushebung mehrerer Massengräber auf dem Gelände einer Polizeikaserne in Batajnica ausserhalb Belgrads. Weitere Massengräber wurden bei Negotin im Osten Serbiens und im Westen am Perucac-See gefunden.
In Pristina glaubt man, dass in Serbien noch mehr Vermisste in Massengräbern liegen. Wenn Djordjevic wirklich bereue, solle er Aufschluss über deren Verbleiben geben, sagte Prenk Gjetaj, der Vorsitzende der kosovarischen Vermissten-Kommission. Auch die serbische Staatsanwaltschaft vermutet, dass Djordjevic mehr weiss, als er sagt. Ein erstes Gesuch um Einvernahme hatte der Ex-Polizeigeneral abgelehnt. Jetzt im Revisionsverfahren, wo es ihm darum gehen dürfte, milde Richter zu finden, könnten die Belgrader Staatsanwälte eher Erfolg haben.
Wie wichtig Hinweise aus dem Kreis Beteiligter sind, zeigt ein vor wenigen Tagen veröffentlichter Aufruf des IKRK, das sich um die Aufklärung von 1754 Vermissten – mehrheitlich Albaner – kümmert. Es sei dringend notwendig, dass neue Hinweise über deren möglichen Verbleib auftauchten, sagte Lina Milner, die Vorsitzende der Arbeitsgruppe für Vermisste aus Kosovo. Seit 2007 konnten bloss 305 Fälle gelöst werden. Verschiedene Nichtregierungsorganisationen in Kosovo und Serbien fordern, dass die Aufklärung dieser Fälle zur Priorität gemacht werde in den laufenden Verhandlungen über die Normalisierung der Beziehungen zwischen Pristina und Belgrad.
[h=4]Racheakte[/h]Die in Brüssel unter der Leitung der Europäischen Kommission geführten Gespräche haben bisher politische und infrastrukturelle Fragen, nicht aber dieses humanitäre Problem behandelt. Nach dem Krieg vor 14 Jahren waren 6019 Personen als vermisst gemeldet worden. Die meisten albanischen Opfer «verschwanden» während der Bombardierungen der Nato zwischen März und Juni 1999. Serben und Roma wurden nach dem Ende der Kampfhandlungen und dem Einmarsch der Nato-Truppen Opfer von Racheakten. Bei den Serben handelte es sich oft um ältere Leute. Insgesamt wird die Zahl der Getöteten und Vermissten während des Konflikts auf 12 000 Personen geschätzt, 10 000 von ihnen sind albanischer Herkunft.
Die Vermissten des Kosovokriegs: Vertuschte Verbrechen - International Nachrichten - NZZ.ch
Perkthimi (Übersetzung): Akoma nuk jane gjetur 1754 persona, shumica prejardhje Shqiptare. Procesi aktualisht eshte i ndalur dhe nuk ka vendosje. Keshtu qe gjenerali policor Vlastimir Xhorxheviqi ndoshta do te jete person informues per cka ka ndodhur me personat te zhdukur.
Andreas Ernst, Belgrad
Der serbische Sonderstaatsanwalt für Kriegsverbrechen hat das Haager Uno-Tribunal um die Einvernahme des dort im Gefängnis sitzenden ehemaligen Polizeigenerals Vlastimir Djordjevic ersucht. Dieser wartet auf das Urteil der zweiten Instanz. Gegen eine 28-jährige Gefängnisstrafe hat er Berufung eingelegt. 2011 war Djordjevic wegen seiner Rolle bei der Ermordung von 724 Zivilisten und der Vertreibung von 200 000 Kosovo-Albanern verurteilt worden. Djordjevic bestreitet, dabei eine führende Rolle gespielt zu haben. Er gab aber zu, von Massengräbern in Serbien gewusst zu haben. In einer mündlichen Erklärung bat er die Angehörigen der Opfer um Entschuldigung.
[h=4]Suche nach Hinweisen[/h]Die Leichen von Albanern waren 1999 während der Nato-Bombardierungen von Polizisten einer Sondereinheit in Lastwagen vom Tatort in Kosovo nach Serbien transportiert und dort vergraben worden. Es handelte sich um eine koordinierte Aktion zur Vertuschung von Kriegsverbrechen. Nach Milosevics Fall im Jahr 2000 kamen allmählich Untersuchungen durch die Justiz in Gang. 2001 begann die Aushebung mehrerer Massengräber auf dem Gelände einer Polizeikaserne in Batajnica ausserhalb Belgrads. Weitere Massengräber wurden bei Negotin im Osten Serbiens und im Westen am Perucac-See gefunden.
In Pristina glaubt man, dass in Serbien noch mehr Vermisste in Massengräbern liegen. Wenn Djordjevic wirklich bereue, solle er Aufschluss über deren Verbleiben geben, sagte Prenk Gjetaj, der Vorsitzende der kosovarischen Vermissten-Kommission. Auch die serbische Staatsanwaltschaft vermutet, dass Djordjevic mehr weiss, als er sagt. Ein erstes Gesuch um Einvernahme hatte der Ex-Polizeigeneral abgelehnt. Jetzt im Revisionsverfahren, wo es ihm darum gehen dürfte, milde Richter zu finden, könnten die Belgrader Staatsanwälte eher Erfolg haben.
Wie wichtig Hinweise aus dem Kreis Beteiligter sind, zeigt ein vor wenigen Tagen veröffentlichter Aufruf des IKRK, das sich um die Aufklärung von 1754 Vermissten – mehrheitlich Albaner – kümmert. Es sei dringend notwendig, dass neue Hinweise über deren möglichen Verbleib auftauchten, sagte Lina Milner, die Vorsitzende der Arbeitsgruppe für Vermisste aus Kosovo. Seit 2007 konnten bloss 305 Fälle gelöst werden. Verschiedene Nichtregierungsorganisationen in Kosovo und Serbien fordern, dass die Aufklärung dieser Fälle zur Priorität gemacht werde in den laufenden Verhandlungen über die Normalisierung der Beziehungen zwischen Pristina und Belgrad.
[h=4]Racheakte[/h]Die in Brüssel unter der Leitung der Europäischen Kommission geführten Gespräche haben bisher politische und infrastrukturelle Fragen, nicht aber dieses humanitäre Problem behandelt. Nach dem Krieg vor 14 Jahren waren 6019 Personen als vermisst gemeldet worden. Die meisten albanischen Opfer «verschwanden» während der Bombardierungen der Nato zwischen März und Juni 1999. Serben und Roma wurden nach dem Ende der Kampfhandlungen und dem Einmarsch der Nato-Truppen Opfer von Racheakten. Bei den Serben handelte es sich oft um ältere Leute. Insgesamt wird die Zahl der Getöteten und Vermissten während des Konflikts auf 12 000 Personen geschätzt, 10 000 von ihnen sind albanischer Herkunft.
Die Vermissten des Kosovokriegs: Vertuschte Verbrechen - International Nachrichten - NZZ.ch
Perkthimi (Übersetzung): Akoma nuk jane gjetur 1754 persona, shumica prejardhje Shqiptare. Procesi aktualisht eshte i ndalur dhe nuk ka vendosje. Keshtu qe gjenerali policor Vlastimir Xhorxheviqi ndoshta do te jete person informues per cka ka ndodhur me personat te zhdukur.