Vietnams Gen Z zwingt Elite zur Rechenschaft
Nach Revolten in Nepal, Bangladesch und Indonesien wehren sich auch junge Vietnamesinnen und Vietnamesen gegen ihre autoritäre Regierung. Seit Tagen fordern sie Gerechtigkeit für eine 18-Jährige, die vor über einem Jahr an den Folgen eines Autounfalls verstarb. Denn für jenen hochrangigen Politiker, der diesen verursacht hatte, gab es nie rechtliche Konsequenzen. Das stille Aufbegehren der Gen Z am „Baum 55“, der zu einem Denkmal wurde, brachte für die jungen Leute nun aber einen Etappensieg.
Denn am Montagabend sendete das von der regierenden Kommunistischen Partei kontrollierte Staatsfernsehen VTV einen langen Nachrichtenbericht über den Unfall – 15 Monate nach dem eigentlichen Ereignis. Darin bestätigte der Sender, was viele junge Menschen in Vietnam bereits vermuteten: Der Unfall wurde von einer der Regierung nahestehenden Person verursacht.
Konkret saß ein ehemaliges Mitglied des vietnamesischen Parlaments, Nguyen Sy Cuong, im Mai 2025 am Steuer des Autos, das mit dem Moped kollidierte, auf dem das 18-jährige Opfer und ihr Vater saßen. Cuong ist auch Ehemann der aktuellen Kultur- und Tourismusministerin Lam Thi Phuong Thanh.
Mit BMW auf der Gegenfahrbahn
Laut dem Bericht des Staatsfernsehens war Cuong mit seinem BMW als Geisterfahrer unterwegs gewesen. Der Fall sei strafrechtlich nicht verfolgt worden, denn der Politiker hätte die Angehörigen des 18-jährigen Opfers entschädigt. Diese hätten darüber hinaus auf eine Anzeige verzichtet, so VTV. Laut einem Bericht der „New York Times“ rief der Vater des Opfers die Behörden aber zumindest öffentlich dazu auf, den Fall zu bearbeiten.
Nach Revolten in Nepal, Bangladesch und Indonesien wehren sich auch junge Vietnamesinnen und Vietnamesen gegen ihre autoritäre Regierung. Seit Tagen fordern sie Gerechtigkeit für eine 18-Jährige, die vor über einem Jahr an den Folgen eines Autounfalls verstarb. Denn für jenen hochrangigen...
orf.at