Protestbewegung vs. Vucic
Große Unsicherheit vor Serbien-Wahl
Seit 14 Jahren hat Aleksandar Vucic als SNS-Parteichef, Präsident oder Ministerpräsident die Zügel in Serbien fest in der Hand. Die Opposition hatte bisher kaum Chancen, gegen Vucic anzukommen. Das könnte sich bei der vorgezogenen Parlamentswahl am Sonntag ändern. Die aus der zwei Jahre andauernden Protestbewegung hervorgegangene Studentenliste Students Win und Vucics Wahlbündnis Vereintes Serbien stehen in Umfragen Kopf an Kopf.
Vucic war als Präsident zurückgetreten, um als Spitzenkandidat der Regierungspartei SNS für das Amt des Ministerpräsidenten zu kandidieren. Vucic unternehme alles, um an der Macht zu bleiben, sagte der serbische Journalist Andrej Ivanji im Rahmen einer Diskussion des Forums für Journalismus und Medien (fjum). „Machtverlust und stichhaltige Hinweise auf Korruption machen die Wahl für viele potenziell gefährlich“, ergänzte Südosteuropaexperte Florian Bieber von der Universität Graz gegenüber ORF.at mit Blick auf Vucic und seine Vertrauten.
Nun steht Vucics personenorientiertem Wahlbündnis eine führungslose Studentenbewegung gegenüber, die in einem monatelangen und basisdemokratischen Prozess aus Professoren, Ärztinnen, Künstlerinnen und Sportlern ihre 250 Kandidaten und Kandidatinnen zusammenstellte. Niemand von ihnen war bisher in der Politik tätig. Insgesamt treten bei der Wahl 18 Listen an, fraglich ist, wer von ihnen die Dreiprozenthürde erreicht.
„Flut an Desinformation“
„Die Wahlen sind weit entfernt davon, frei und fair zu sein“, sagte die Gründerin der Wahlbeobachtungsorganisation CRTA, Vukoslava Crnjanski. Serbien ertrinke in einer „Flut an Desinformation“, weniger von ausländischen Akteuren als vielmehr von Medien im Land selbst. Rund 90 Prozent der Medien kontrolliere Vucic. Seit Anfang des Jahres habe er mehr als 500 Auftritte im Fernsehen gehabt. Die Studentenbewegung komme medial kaum und großteils nur im negativen Kontext vor.
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Bezahlte Schlägertrupps
Er habe für die SNS „Sicherheitsdienste“ übernommen, dazu zählten ihm zufolge etwa der Stimmenkauf sowie das Einschüchtern und Verprügeln von Demonstrierenden. Er habe auch einige Zeit gegen Bezahlung im Pionirski Park verbracht. Bezahlt wurde Marjanovic seinen Angaben zufolge in bar und über eine vorgetäuschte Anstellung in einem öffentlichen Unternehmen. Aufgrund der zunehmenden Gewalt habe er sich von der SNS getrennt.
Vucic habe die – von BIRN überprüften – Aussagen auch mit Hilfe eigener „Insider“ als Lügen zurückgewiesen, sagte BIRN-Chefredakteur Milorad Ivanovic. Er verglich diese Vorgangsweise mit der Mafia. Nicht umsonst lautet der Wahlslogan der Studentenliste „Serbien oder Mafia“.
orf.at
Große Unsicherheit vor Serbien-Wahl
Seit 14 Jahren hat Aleksandar Vucic als SNS-Parteichef, Präsident oder Ministerpräsident die Zügel in Serbien fest in der Hand. Die Opposition hatte bisher kaum Chancen, gegen Vucic anzukommen. Das könnte sich bei der vorgezogenen Parlamentswahl am Sonntag ändern. Die aus der zwei Jahre andauernden Protestbewegung hervorgegangene Studentenliste Students Win und Vucics Wahlbündnis Vereintes Serbien stehen in Umfragen Kopf an Kopf.
Vucic war als Präsident zurückgetreten, um als Spitzenkandidat der Regierungspartei SNS für das Amt des Ministerpräsidenten zu kandidieren. Vucic unternehme alles, um an der Macht zu bleiben, sagte der serbische Journalist Andrej Ivanji im Rahmen einer Diskussion des Forums für Journalismus und Medien (fjum). „Machtverlust und stichhaltige Hinweise auf Korruption machen die Wahl für viele potenziell gefährlich“, ergänzte Südosteuropaexperte Florian Bieber von der Universität Graz gegenüber ORF.at mit Blick auf Vucic und seine Vertrauten.
Nun steht Vucics personenorientiertem Wahlbündnis eine führungslose Studentenbewegung gegenüber, die in einem monatelangen und basisdemokratischen Prozess aus Professoren, Ärztinnen, Künstlerinnen und Sportlern ihre 250 Kandidaten und Kandidatinnen zusammenstellte. Niemand von ihnen war bisher in der Politik tätig. Insgesamt treten bei der Wahl 18 Listen an, fraglich ist, wer von ihnen die Dreiprozenthürde erreicht.
„Flut an Desinformation“
„Die Wahlen sind weit entfernt davon, frei und fair zu sein“, sagte die Gründerin der Wahlbeobachtungsorganisation CRTA, Vukoslava Crnjanski. Serbien ertrinke in einer „Flut an Desinformation“, weniger von ausländischen Akteuren als vielmehr von Medien im Land selbst. Rund 90 Prozent der Medien kontrolliere Vucic. Seit Anfang des Jahres habe er mehr als 500 Auftritte im Fernsehen gehabt. Die Studentenbewegung komme medial kaum und großteils nur im negativen Kontext vor.
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Bezahlte Schlägertrupps
Er habe für die SNS „Sicherheitsdienste“ übernommen, dazu zählten ihm zufolge etwa der Stimmenkauf sowie das Einschüchtern und Verprügeln von Demonstrierenden. Er habe auch einige Zeit gegen Bezahlung im Pionirski Park verbracht. Bezahlt wurde Marjanovic seinen Angaben zufolge in bar und über eine vorgetäuschte Anstellung in einem öffentlichen Unternehmen. Aufgrund der zunehmenden Gewalt habe er sich von der SNS getrennt.
Vucic habe die – von BIRN überprüften – Aussagen auch mit Hilfe eigener „Insider“ als Lügen zurückgewiesen, sagte BIRN-Chefredakteur Milorad Ivanovic. Er verglich diese Vorgangsweise mit der Mafia. Nicht umsonst lautet der Wahlslogan der Studentenliste „Serbien oder Mafia“.
Protestbewegung vs. Vucic: Große Unsicherheit vor Serbien-Wahl
Seit 14 Jahren hat Aleksandar Vucic als SNS-Parteichef, Präsident oder Ministerpräsident die Zügel in Serbien fest in der Hand. Die Opposition hatte bisher kaum Chancen, gegen Vucic anzukommen. Das könnte sich bei der vorgezogenen Parlamentswahl am Sonntag ändern. Die aus der zwei Jahre...