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Wehrlosigkeit

Es gibt ein sehr gutes Buch von Heinrich Popitz " Phänomene der Macht ", dass du dir mal durchlesen solltest, denn es würde deine Fragen teilweise erklähren.
Ich hatte vor kurzem erst eine Hausarbeit an der Universität über Methoden und Entwicklungsformen der sozialen Gewalt geschrieben, wo es auch um zum Teil um diese Fragen ging. Würde dir Raten lese dir mal das Buch durch, denn es ist sehr Gut beschrieben und beschreibt vieles von dem was du hier als Frage aufgestellt hast.

Habe hier einen Ausschnitt aus meinem Schlusswort meiner Arbeit der nur minimal die Ansätze ausdrücken, also lese dir Mal das Buch durch von Heinrich Popitz.


Die Anwendung von Gewalt existiert vom Anbeginn der Menscheit bis hin in unsere heutige Zeit. Jacob Burckhardt nennt die Anwendung von Gewalt - " Das Böse auf Erden - den Kampf ums Dasein ", denn jeder Mensch besitzt innerlich das Potential, um im alltäglichen Leben zum Beispiel durch verschiedene Situationsbedinungen (Krieg,Streit, Verteidigung usw.) und durch persöhnliche Überforderung, wo Worte der Vernunft versagen oder fehlen und durch die Steigerung negativer Emotionen ( Frustration, Ärger, Schmerz, Leid usw.), kann die Anwendung von Gewalt, die wohl schlechteste Seite des Menschen zum Vorschein bringen. Die Anwendung von Gewalt ist immer mit einer gewissen Form von Macht verbunden und wenn dem Menschen diese Macht in verschiedenen Situationen zur Verfügung steht, kann der Mensch Gewalt ausüben und anwenden, zum Einen um sich Selbst oder andere zu Verteidigen oder um Konfliktsituationen zu bewältigen und an Objekten oder dem Menschen Schaden zuzufügen.
Der Soziologe Norbert Elias beschrieb in seinem Werk und Langzeitstudie( Über den Prozeß der Zivilsation ), die verschiedenen Epochen der Menschheit von der Frühzeit, durchs Mittelalter bis hin zur Frühzeit, die teilweise Legitime Anwendung von Gewalt, aufgrund mangelnder festgelegter Normen und Werte innerhalb des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Erst durch die Gründung eines Staatswesens und die Ausarbeitung und Durchsetzung von gerichtlichen Gesetzen zum Schutz und Wohle des einzelnen Bürgers, konnte mit der Zeit der “ willkührlichen “ Anwendung von Gewalt zum Teil entgegengesetzt und eingegrenzt werden. Doch selbst die Erschaffung von Gesetzen und festlegung von Normen und Werten innerhalb der verschiedenen Kulturen und Gesellschaften wird die Ausübung und Anwendung von Gewalt niemals gänzlich unterdrücken und verhindern können, deshalb liegt es in dem einzelnen Menschen selbst , stets an sich zu Arbeiten, um die Anwendung von Gewalt zu Vermeiden und zu Unterdrücken. Desweiteren besteht jederzeit die Angst, Sorge und Gefahr des einzelenen Menschen,dass andere Mitmenschen stets in verschiedenen Situationen Gewalt anwenden können. “ In dem direkten Akt des Verletzens zeigt sich unverhüllter als in anderen Machtformen, wie überwältigend die Überlegenheit von Menschen über andere Menschen sein kann. Zugleich erinnert der direkte Akt des Verletzens an die permanente Verletzbarkeit des Menschen durch die Handlungen andere, seiner Verletzungsoffenheit, die Fragilität und Ausgesetztheit seines Körpers, seiner Person. Verletzungsmächtigkeit, Verletzungsoffenheit bestimmen wesentlich mit, was wir in einem fundamentalen Sinne “ Vergesellschaftung “ nennen ( Heinrich Popitz “ Phänomene der Macht “ S. 43 bis 44 )”. Ob sich die Anwendung von Gewalt im menschlichen und gesellschaftlichen Zusammenlebens dauerhaft vermeiden lässt ist eher unwahrscheinlich. Man kann nur versuchen die ständige Angst vor Gewalt mit festgelgten Normen und Werten und menschlischen Eigenschaften wie Toleranz,Liebe,Verständnis, Geduld und permanenter Vorsicht entgegenzuwirken. Es liegt an jedem Einzelnen, ob sich die Anwendung von Gewalt in den verschiedenen Lebensituationen im Alltagsleben vermeiden lässt, deshalb muss jeder an sich selbst Arbeiten, um den Frieden und das Wohlergehen und die Sicherheit der Mitmenschen zu sichern und gewährleisten zu können.

genau das ist der grund warum feiglinge schwächere angreifen....um sich mächtig zu fühlen.

p.s. ein sehr guter beitrag :hotsun:
 
Carl von Clausewitz hat in seinem Buch "vom Kriege" mal treffend geschrieben:

"Um den Frieden zu erhalten, müssen wir den Krieg vorbereiten."


...das kann man auch auf potentielle zwischenmenschliche Konflikte anwenden:

Ein Täter sucht in der Regel immer ein Opfer (selten einen Gegner). Es gilt also zu zeigen das man kein Opfer ist, sondern im Falle eines Angriffes ein potentieller Gegner.
Auf diese Weise wirkt man abschreckened für Attacken jeder Art. In der Praxis fängt das schon beim Gang an, über die Kommunikation bishin zum persönlichen "Konfliktmanagement". Ein möglicher Angreifer muß immer das Gefühl vermittelt bekommen das ein rechtswirdrger Angriff gegen eure Person definitv negative Konsequenzen für ihn selbst nach sich ziehen wird....das ist die beste Prävention.

Um diese "Rolle" des potentiellen Gegners bzw. "Nicht-Opfers" glaubwürdig vorzutragen braucht sie natürlich Substanz, d.h. man soll auch über die entsprechenden Mittel verfügen ein Gegener zu sein: Sicheres Auftreten, rhetorische Mittel um ggf. zu deeskalieren und Selbstverteidigungskenntnisse für den Fall das sie benötigt werden.

Es ist interessant das die meisten Menschen welche sich wehren können (sowohl mit Worten, wie mit Taten), dies selten müssen, ganz einfach weil sie selten angegriffen werden.....denn wie gesagt, Täter suchen meist Opfer und keine Gegner.
 
Carl von Clausewitz hat in seinem Buch "vom Kriege" mal treffend geschrieben:

"Um den Frieden zu erhalten, müssen wir den Krieg vorbereiten."


...das kann man auch auf potentielle zwischenmenschliche Konflikte anwenden:

Ein Täter sucht in der Regel immer ein Opfer (selten einen Gegner). Es gilt also zu zeigen das man kein Opfer ist, sondern im Falle eines Angriffes ein potentieller Gegner.
Auf diese Weise wirkt man abschreckened für Attacken jeder Art. In der Praxis fängt das schon beim Gang an, über die Kommunikation bishin zum persönlichen "Konfliktmanagement". Ein möglicher Angreifer muß immer das Gefühl vermittelt bekommen das ein rechtswirdrger Angriff gegen eure Person definitv negative Konsequenzen für ihn selbst nach sich ziehen wird....das ist die beste Prävention.

Um diese "Rolle" des potentiellen Gegners bzw. "Nicht-Opfers" glaubwürdig vorzutragen braucht sie natürlich Substanz, d.h. man soll auch über die entsprechenden Mittel verfügen ein Gegener zu sein: Sicheres Auftreten, rhetorische Mittel um ggf. zu deeskalieren und Selbstverteidigungskenntnisse für den Fall das sie benötigt werden.

Es ist interessant das die meisten Menschen welche sich wehren können (sowohl mit Worten, wie mit Taten), dies selten müssen, ganz einfach weil sie selten angegriffen werden.....denn wie gesagt, Täter suchen meist Opfer und keine Gegner.
sehe ich auch so ... das Ding ist leider, sie streunen in Gruppen umher und picken sich genau die heraus, die sich eben nicht so präsentieren können, die entwickeln ein Gespür dafür und bauen darauf, dass sich eh keiner richtig einmischt
 
ja, dem kann man wirklich vorbeugen.

Als mein Sohn noch in den Kindergarten ging, kam er eines Tages nach Hause und sagte mir dass ihn T. gehaun hat. Auf meine Frage was er gemacht hat, sagte er dass er es der Erzieherin gesagt hat. So ging das 3 Tage lang. Am 4. sagte ich, dass er zurück hauen soll. Er hat protestiert, weil ER dann ärger bekommt...Ich sagte dass er das ruhig machen kan, MAMA kommt und klärt dann alles.
Tatsächlich wurde ich zum Gespräch gerufen. Mein Sohn saß auf dem Strafstuhl. "In unserem Kindergarten wird nicht zurückgeschlagen, es wird gemeldet und es wird nach einer Lösung gesucht"
Auf mein "na wie lange sucht man denn so nach einer Lösung?" schauten sie nur um sich...nein, mein Sohn soll bitte melden.
Ich sagte: nein, sie werden meinen Sohn nicht zum Denunzianten erziehen. Mein Sohn wird nach nach einmaligen Auffordern zurückschlagen.

Danach hab ich mir T. geschnappt, der ahnte nicht dass ich alles wusste. Ich sagte zu ihm: T. mensch, du bist so ein großer starker Junge (ist er wirklich) könntest du nicht n bissl auf F. (mein Sohn) aufpassen, er soll das aber nicht merken. Einfach ein Auge auf ihn werfen?

Das klappte einfach wunderbar. Er fühlte sich wie ein Beschützer. Er hat seine Aufgabe sehr ernst genommen.
Jetzt sind sie sogar Freunde.


ja so sehe ich es auch in etwa.
manche lehrer kannst du echt vergessen..wollen alles mit frieden und harmonie machen. ok am besten ist wenn man redet..doch wenn das auch nicht hilft solte man dann zurueckhauen. und da wuerde ich auch nicht mit mein sohn schimpfen..solange der sich verteidigt ist doch gut. sehe dabei nichts schlimmes.
 
@Hellas

und wenn du dann einen Sohn hast (töchter betrifft es aber auch!) dann schau doch lieber dass er kein Opfer, aber auch nicht der Täter ist.

einfach so auf menschen rauf gehen will ich sicher auch nicht, er soll sich bloss selbst verteidigen koennen..und wenn es hart auf hart kommt auch zurueckhauen..er soll sich nichts gefallen lassen.

wenn man von klein auf nur haue bekommt, und man laest es zu..wird er mit sicherheit als erwachsener mensch nicht anders sein. und weiter ohrfeigen erhalten im leben.
 
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