Da hier einige Herrschaften anscheinend nicht in der Lage sind bestimmte historische Vorgänge in Bezug auf die Konstituierung neuer Nationen im exjugoslawischen Raum jenseits ihrer nationalistischen Gesinnung zu betrachten bzw. diese historischen Vorgänge einfach einmal zur Kenntnis zu nehmen und sie zu akzeptieren, benenne ich hier ein Standwerk 1. zum jugoslawischen Krieg, das 2. die historischen Vorbedingungen und Entwicklungen berücksichtigt. Hier wird immer groß geschrien, wo die seriösen Quellen sind: die Kläffer ihrerseits sind aber nicht fähig auch nur eine einzige Quelle anzugeben, die ihre Behauptungen untermauern würde. Stattdessen werden hier mittelalterliche Karten gepostet und nach eigenem Belieben interpretiert. Ich wüsste hier aber niemanden, der eine großartige Reputation vorweisen kann, gerade was den Raum Ex-Jugoslawiens anbetrifft. Sollte hier dennoch eine solche Leuchte anwesend sein, dann kann sich derjenige ja jetzt outen.
Nachfolgend meine Quelle:
Dunja Melčić (Hrsg),
Der Jugoslawien-Krieg.
Handbuch zu Vorgeschichte,
Verlauf und Konsequenzen,
Wiesbaden 1999
Die neunziger Jahre waren geprägt durch Kriege in fast allen Teilen des sich auflösenden und schon zerfallenen Jugoslawien: Nach der Aufhebung der Autonomie des Kosovo und der Vojvodina 1989 war der erste Schauplatz Slowenien, es folgten Kroatien, Bosnien-Herzegowina und schließlich wiederum das Kosovo.
Immer wieder stand dieser Krieg im Mittelpunkt der Arbeit des Palais Jalta. So war es nur logisch, dass nach dem Dayton-Frieden ein Handbuch konzipiert wurde, das eine Summe all der Kontakte, Aktivitäten und Inititiativen des Palais Jalta darstellt. Das in drei Jahren von Grund auf erstellte, nicht etwa aus bestehenden Beiträgen kompilierte Handbuch “Der Jugoslawien-Krieg” arbeitet die unterschiedlichen Aspekte des Krieges historisch auf und stellt die tiefgreifenden politischen und kulturellen Zusammenhänge umfassend dar. Es ist Nachschlagewerk und zugleich informatives Lesebuch zu allen Aspekten der Kriege in Jugoslawien.
So entstand ein Standardwerk für alle politisch Interessierten, die eine gründliche, seriöse wie umfassende Information zu den Hintergründen des Konfliktes suchen. Das Buch ist darüber hinaus zuverlässiges Nachschlagewerk für Wissenschaftler, Studenten, Journalisten und all jene, die - in Schule, Sozialarbeit oder Rechtsprechung - mit Flüchtlingen und anderen Kriegsbetroffenen arbeiten.
Die Herausgabe des Bandes durch Dunja Melčić wurde von einem Beirat mit Dozenten für südosteuropäische Geschichte verschiedener europäischer Hochschulen begleitet. Die Autoren sind Fachleute aus allen Ländern des ehemaligen Jugoslawien, aus Deutschland, Großbritannien, Österreich, Frankreich, der Schweiz sowie den USA.
Besprechung bisher:
FAZ, 15. 11. 1999, „Kluge, späte Einsichten“ (Klaus Buchenau)
NZZ, 22.11. 1999, „Europa und die Kriege in Ex-Jugoslawien“ (Cyrill Stieger)
Der Standard, 16.12. 1999, „Dringende Empfehlung für Balkan-Amateure“ (Josef Kirchengast)
DeutschlandRadio Berlin – Hintergrund Politik - 03.12. 1999 (Martin Sander)
Le documentation Francaise, 10.02.2000 [Wiedergabe des Inhalts] D. Heimerl
Aufklärung und Kritik, 1/2000, „Literatur zum Kosovo-Krieg“, (Armin Pfahl-Traughber)
TAZ, 08.02. 2000 „Ein Handbuch mit Diskussionsstoff“ (Heiko Hänsel)
Freie Presse, 17. 03. 2000, „Frei von Subjektivität“ (OHA)
Sender Freies Berlin - Zeitpunkte – 11.04. 2000
Südkurier/Ausgabe Konstanz, 07.03. 2000, „Ein merkwürdiger Krieg“ (Dieter Löffler)
Kommune 8/2000 „Kompass für Jugoslawien“ (Balduin Winter)
Ralf Bambach, "Friedens- und Konfliktforschung", Politische Vierteljahresschrift 3/2000
FR, 10.08 2000, Was macht Europa aus? (Rolf Paasch)
Zt. für Politikwissenschaft, 2/2000 (Inhaltswiedergabe)
Inhalt
I. Historische Grundlagen
1. Zur Ethnogenese auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien
Sima Ćirković
1.1. Methodische Vorbemerkungen, 1.2. Siedlungsgeschichte, 1.3. Die Rolle des Staates und der Kirche, 1.4. Die ethnische Landkarte des Mittelalters, 1.5. Die Auswirkungen der osmanischen Eroberungen, 1.6. Die Folgen der Modernisierung
2. Slowenien
Peter Vodopivec
2.1. Von der Frühzeit bis zur Reformation, 2.2. Die Nachwirkung der Reformation, 2.3. Modernisierung und integrative Prozesse, 2.4. Im neuen jugoslawischen Staat, 2.5. Der Zweite Weltkrieg und die kommunistische Diktatur, 2.6. Dezentralisierung und nationale Antagonismen, 2.7. Auf dem Weg in die Unabhängigkeit
3. Kroatien bis 1918
Ivo Goldstein
3.1. Mittelalter und frühe Neuzeit, 3.2. Die Epoche der zentralistischen Reformen, 3.3. Der Beginn der nationalen Integration, 3.3. Der österreichisch-ungarische Ausgleich und seine Folgen, 3.4. Die Vorkriegszeit und der Erste Weltkrieg, 3.5. Kroatische Geschichtsschreibung und Politik im 20. Jahrhundert
4. Bosnien-Herzegowina bis 1918
Mustafa Imamović
4.1. Von slawischen Stammesgesellschaften zur feudalen Herrschaft, 4.2. Bosnien als Teil des Osmanischen Reiches, 4.3. Die österreichisch-türkischen Kriege und der Zerfall des osmanischen Reiches, 4.4. Das Ende der osmanischen Herrschaft und die Okkupation durch Österreich-Ungarn, 4.5. Epilog
5. Vojvodina
Dimitrije Boarov
5.1. Die Entstehungsgeschichte, 5.2. Der Weg zur Vereinigung, 5.3. Die Aufhebung der Autonomie und die Folgen des Krieges 1991–1995
6. Serbien bis 1918
Latinka Perović
6.1. Mittelalter, 6.2. Türkische Herrschaft, 6.3. Aufstand gegen die Türken, 6.4. Serbische Autonomie im Osmanischen Reich, 6.5. Das Königreich und der Kampf um die Modernisierung, 6.6. Bis zum Ende des ersten Weltkriegs
7. Montenegro bis 1918
Miomir Dašić
7.1. Mittelalter, 7.2. Osmanenzeit, 7.3. Selbstverwaltung und Bischofsherrschaft, 7.4. Weltliche Herrschaft und Expansion, 7.5. Von den Balkankriegen zum Verlust der Unabhängigkeit
8. Kosovo
Shkëlzen Maliqi
8.1. Die Herkunft der Albaner, 8.2. Mittelalter, 8.3. Vom Osmanischen Reich zur serbischen Besetzung, 8.4. Unter serbischer Suprematie, 8.5. Unvollständige Gleichberechtigung in der Föderation und Verlust der Autonomie, 8.6. Repression und Widerstand
9. Makedonien
Darko Dukovski
9.1. Mittelalter, 9.2. Unter osmanischer Herrschaft, 9.3. Im zwanzigsten Jahrhundert, 9.4. Die staatliche Unabhängigkeit
10. Jugoslawien 1918–1941
Ivo Banac
10.1. Vorgeschichte und Staatsgründung, 10.2. Das “Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen”, 10.3. Die Königsdiktatur, 10.5. Der Untergang
11. Der Zweite Weltkrieg
11.1. Verlauf und Akteure
Slavko Goldstein
11.1.1. Eroberung und Aufteilung, 11.1.2. Der Unabhängige Staat Kroatien (NDH), 11.1.3. Die Tschetniks, 11.1.4. Die Partisanen, 11.1.5. Befreiungskrieg und Bürgerkrieg, 11.1.6. Die Politik der Alliierten
11.2. Menschenverluste
Igor Graovac
12. Zwischen Aufbruch und Repression. Jugoslawien von 1945–1966
Ludwig Steindorff
12.1. Grundlegungen während des Zweiten Weltkrieges, 12.2. Die Zeit des “administrativen Sozialismus”, 12.3. Der Bruch mit der Sowjetunion, 12.4. Der Ausbau des Selbstverwaltungssozialismus, 12.5. Jugoslawien – (k)ein Sonderweg zum Sozialismus
13. Der Titostaat in der Krise. Jugoslawien nach 1966
Viktor Meier
13.1. Auf dem Weg zur Liberalisierung, 13.2. Die neue Verfassung, 13.3. Jugoslawien ohne Tito
14. Der Jugoslawismus und sein Ende
Dunja Melčić
14.1. Der Illyrismus und seine Grenzen, 14.2. Jugoslawismus zwischen Großserbentum und erneuertem Illyrismus, 14.3. Der politische Jugoslawismus, 14.4. Das erste Jugoslawien: Unitarischer Staat und föderative Gegenbewegung, 14.5. Das zweite Jugoslawien: Föderativer Anspruch und unitarische Tendenzen, 14.6. Die Diskussionen um den Zerfall Jugoslawiens
II. Identität, Ideologie und Kultur
15. Die Religionsgemeinschaften im ehemaligen Jugoslawien
15.1. Bis zur Staatsgründung 1918
Rudolf Grulich
15.1.2. Anfänge des Christentums, 15.1.2. Kroatien und Bosnien im Mittelalter, 15.1.3. Die Reformation bei den Südslawen, 15.1.4 Die Ostkirchen, 15.1.5. Die osmanische Eroberung und der Islam, 15.1.6. Die katholischen Gebiete in Barock, Aufklärung und im 19. Jahrhundert
15.2. Nach der Gründung Jugoslawiens 1918
Thomas Bremer
15.2.1. Die orthodoxen Kirchen, 15.2.2. Die katholische Kirche, 15.2.3. Der Islam, 15.2.4. Die übrigen Religionsgemeinschaften, 15.2.4.1 Die evangelischen Kirchen, 15.2.4.2 Das Judentum, 15.2.5. Ökumenische Beziehungen und die Kriege der neunziger Jahre
16. Jugoslawien im Lichte seiner Sprachen
Radoslav Katičić
16.1. Dynamische Vielfalt, 16.2. Die Mundarten, 16.3. Die Minderheitensprachen, 16.4. Sprachgeschichtliche Prozesse
18. Literaturen und nationale Ideologien
Alida Bremer
18.1. Die Literatur und das “nationale Bewusstsein”, 18.2. Abgrenzungen und Grenzüberschreitungen, 18.2.1.Gemeinsamkeiten, 18.2.2. Trennendes, 18.3. Ideologie des “Jugoslawismus”, 18.4. Kurzer Überblick über die einzelnen Nationalliteraturen, 18.4.1. Slowenische Literatur, 18.4.2. Kroatische Literatur, 18.4.3. Literatur in Bosnien und Herzegowina, 18.4.4. Montenegrinische Literatur, 18.4.5. Serbische Literatur, 18.5.6. Makedonische Literatur
19. Nationale Symbole zwischen Mythos und Propaganda
19.1. Das politische Imaginarium der kroatischen Nationalgeschichte
Ivo Žanić
19.2. Zur Geschichte der bosniakischen Mythologie
Ivo Žanić
19.3 Das Paradoxon von Sarajevo
Ozren Kebo
19.4. Symbolfiguren des Krieges. Zur politischen Folklore der Serben
Ivan Čolović
20. Zwischen Pluralismus und Denkdiktat – Die Medien-Landschaft
Dunja Melčić
20.1. Massenmedien im Dienste des ideologischen Konsens, 20.2. Der Strukturwandel der slowenischen Öffentlichkeit, 20.3. Die “Pressefreiheit” in Serbien, 20.4. Der beginnende Pluralismus in Kroatien und seine Gefährdungen, 20.5. Anmerkungen zu anderen Medienlandschaften
III. Der Krieg 1991–1995
21. Jugoslawien unter Milošević
Matthias Rüb
21. 1. Machtantritt und Wende zum Nationalismus, 21. 2. Von der Zerstörung der Provinzautonomie zur Aggression gegen die nördlichen Republiken, 21.3. Von den Eroberungen in Bosnien zur Niederlage im Kosovo
22. Der Krieg an seinen Schauplätzen
Erich Rathfelder
22.1. Die Ouvertüre, 22.2. Wie man die Staatsgrenzen sichert, 22.3. Der Krieg um neue Grenzen und die UNO in Kroatien, 22.4. Großserbische Expansion in Bosnien-Herzegowina, 22.5. Gegenwehr, Nebenkriege und Nato-Intervention
23. Strategien und Kriegsziele
James Gow
23.1. Serbische Kriegsziele, Strategien und Operationen, 23.1.1. Die politische Dimension der serbischen Kriegsziele, 23.1.2. Mittel zum Zweck: Serbische Strategie und die JVA, 23.1.3. Mittel und Zweck: Paramilitärische Verbände in der serbischen Strategie, 23.1.4. Serbische Strategie: Operationsschema und ethnische Säuberung, 23.2. Die anderen: Kriegsziele, Strategien und Operationen, 23.3. Der Kosovo-Konflikt bis Ende 1998, 23.3.1. Serbische Strategie und Streitkraft, 23.3.2. Die Strategie der UÇK
24. Die jugoslawische Volksarmee und ihre Erben.
Entstehung und Aktionen der Streitkräfte 1991–1995
Ozren Žunec und Tarik Kulenović
24.1. Der Krieg in Kroatien, 24.1.1. Die Jugoslawische Volksarmee, 24.1.2. Die serbischen Streitkräfte in Kroatien, 24.1.3. Die Kroatische Armee, 24.2. Bosnien-Herzegowina, 24.2.1. Die Jugoslawische Volksarmee, 24.2.2. Die Armee der Serbischen Republik, 24.2.3.Die Armee der Republik Bosnien-Herzegowina, 24.2.4. Der Kroatische Verteidigungsrat (HVO), 24.2.5. Die UNPROFOR und andere internationale Kräfte, 24.2.6. Paramilitärische Gruppen, 24.3. Schlussfolgerungen
25. Das ethnische “engineering”
Karl Kaser
25.1. Migrationen und ethnische Phantasien, 25.2. Ethnische “Säuberung”: Der Wahn des national Reinen, 25.3. Planung, Strategie und Taktik der ethnischen Säuberungspolitik 1991–1995, 25.4. Massenhafte Vergewaltigung, 25.5. Epilog
26. Der bosniakisch-kroatische “Krieg im Kriege”
Željko Ivanković und Dunja Melčić
26.1. Staatsbürgerliche versus ethnische Loyalität, 26.2. Das Vorspiel des bosniakisch-kroatischen Konflikts, 26.3. Kroatiens Ziele in Bosnien-Herzegowina, 26.4. Die ungleiche Verteidigung des Landes und der Zankapfel Mostar, 26.5. Das verheerende Jahr 1993, 26.6. Vor und nach dem Abkommen von Washington, 26.7. Von der EU-Verwaltung für Mostar über Dayton zum schwierigen Frieden
27. Dayton und die prekäre Neugestaltung Bosnien-Herzegowinas
Mark Almond
27.1. Kriegswende und -ende, 27.2. Das Abkommen von Dayton, 27.3. Bosnien-Herzegowina als Halbprotektorat?
28. Die politische Entwicklung Kroatiens von 1990–1997
Mirjana Kasapović
28.1. Der Schwierige Weg zum Machtwechsel, 28.2. Tuðman und die HDZ, 29.3. Die Opposition und die Alternativen
29. Die Welt im Balkanspiegel: das Agieren der Großmächte
Jacques Rupnik
29.1. Wahrnehmungen und Politik der europäischen Staaten, 29.2. Neuauflage der klassischen Mächtepolitik auf dem Balkan?, 29.3. Amerikanische und europäische Politik im Kontrast und Konflikt
IV. Konsequenzen und Folgen
30. Völkerrechtliche Rahmenbedingungen und die Reaktionen der Staatengemeinschaft
Stefan Oeter
30.1. Völkerrecht im Umbruch, 30.2. Der militärische Konflikt: Barbarei als Normalität, 30. 3. Die völkerrechtlichen Reaktionen: Anerkennung als Gestaltungsinstrument, 30. 4. Die Frage nach der militärischen Reaktion: Friedensschaffung versus "humanitäre Intervention", 30.5. Das UN-Straftribunal, 30.6. Das Dayton-Abkommen, 30.7. Zusammenfassung
31. Die strategischen und militärischen Nachwirkungen des Friedensabkommens von Dayton
Janusz Bugajski
31.1. Sicherheitspolitische Lage und militärische Potentiale, 31.2. Politisch-militärische Beziehungen, 31.3. Die Auswirkungen der Nato-Mission, 31.4. Schlussfolgerungen: Sicherheitsaussichten
32. Die wirtschaftliche Lage der Nachfolgestaaten Jugoslawiens vor dem Kosovokrieg
Herbert Büschenfeld
32.1. Slowenien, 32.2. Kroatien, 32.3. Föderative Republik Jugoslawien (FRJ), 32.4. Makedonien, 32.5. Bosnien-Herzegowina
33. Opfer der Kriege 1991–1999
33.1. Überlegungen zur Ermittlung der Verlustziffern
George Kenney
33.2. Synopse zu Opfern, Schäden und Flüchtlingen
Matthias Vetter / Dunja Melčić
33.2.1. Offizielle Angaben und Berechnungen zu Opfern und Schäden, 33.2.1.1. Slowenien, 33.2.1.2. Kroatien, 33.2.1.3. Bosnien-Herzegowina, 33.2.1.4. Kosovo, 33.2.2. Zu den Schäden an historischen Monumenten
33.3. Flüchtlinge und Vertriebene
33.3.1. Slowenien, 33.3.2. Kroatien, 33.3.3. Bosnien-Herzegowina, 33.3.4. FR Jugoslawien (ohne Kosovo), 33.3.5. Makedonien, 33.3.6. Kosovo
33.4. Zur Aufnahme der Flüchtlinge in den westlichen Ländern
Judith Kumin
V: Nachtrag und Anhänge
34. Der Kosovo-Krieg 1999
Joscha Schmierer
34.1. Miloševićs letzter Krieg?, 34.2. Entstehung und Charakter des Krieges, 34.3. Die völkerrechtliche Problematik der Nato-Intervention, 34.4. Ist die Nato-Intervention ein Präzedenzfall für Interventionen ohne UN-Mandat?
Chronik
Glossar
Die Autoren:
Mark Almond, Dozent für Neue Geschichte am Oriel College, Oxford. Veröffentlichungen u.a. Europe's Backyard War: the War in Yugoslavia, 1994, und Revolutions, 1996.
Ivo Banac, Historiker an der Yale Universität und an der Central European University in Budapest, dort Leiter des OSI/CEU Südost-Europainstituts. Publikationen u. a. The National Question in Yugoslavia: Origins, History, Politics, 1984, With Stalin against Tito: The Cominformist Splits in Yugoslav Communism, 1988, Cijena Bosne, 1994 (“Der Preis Bosniens”).
Dimitrije Boarov, Redakteur der Belgrader Ekonomska Politika (1971–1974), dann 14 Jahre bei TV Novi Sad. 1989 Mitbegründer der Belgrader Wochenzeitung Vreme, seit 1996 Redakteur der Belgrader Tageszeitung Naša Borba. Autor von: Ima li još Vojvodine, 1996 (“Gibt es die Vojvodina noch”), und Apostoli srpskih financija, 1997 (Die Apostel der serbischen Finanzen”).
Alida Bremer, Literaturwissenschaftlerin. Veröffentlichungen zu literaturtheoretischen und -historischen Themen, zum Konflikt im ehemaligen Jugoslawien, Promotion über “Dekonstruktion des Kriminalromans. Zur Poetik der postmodernen Kriminalromane”. Herausgeberin von Jugoslawische (Sch)erben. Probleme und Persepektiven, 1993.
Thomas Bremer, 1985–1995 und seit 1999 Hochschullehrer am Ökumenischen Institut der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster. Von 1996 bis 1999 Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde, Berlin. Veröffentlichungen u.a.: Ekklesiale Struktur und Ekklesiologie in der Serbischen Orthodoxen Kirche im 19. und 20. Jahrhundert, 1992, als Herausgeber: Religion und Nation im Krieg auf dem Balkan, 1996, zus. mit N. Popov und H.-G. Stobbe: Serbiens Weg in den Krieg, 1998.
Dalibor Brozović, seit 1991 Direktor des Lexikographischen Instituts “Miroslav Krleža” in Zagreb, lehrte an Universitäten in Kroatien, Deutschland und den USA, Autor wichtiger Arbeiten im Bereich der slawischen Philologie.
Janusz Bugajski, 1984–85 bei Radio Free Europe München. Seitdem Direktor für Osteuropäische Studien am Zentrum für Internationale und Strategische Studien in Washington. Veröffentlichungen u.a.: Ethnic politics in Eastern Europe. A Guide to Nationality Policies, Organizations and Parties, 1994, Nations in Turmoil: Conflict and Cooperation in Eastern Europe”, 1993 u. 1995.
Herbert Büschenfeld, von 1965 bis 1980 ordentlicher Professor an der Pädagogischen Hochschule Westfalen-Lippe, bis zur Emeritierung 1991 ordentlicher Professor für Geographie an der Universität Münster. Autor u.a. von: Jugoslawien (Klett Länderprofile), 1981, Kosovo. Nationalitätenkonflikt im Armenhaus Jugoslawiens, 1991.
Sima Ćirković, 1958 bis zur Emeritierung 1994 Professer der Universität Belgrad. Fachgebiet Geschichte des Mittelalters auf dem Balkan, Veröffentlichungen u.a.: Istorija srednjovekovne bosanske države, 1965 (“Die Geschichte des mittelalterlichen bosnischen Staates”), La Serbie au Moyen Age, 1992; Rabotnici. Vojnici. Duhovnici. Društva srednjevekovnog Balkana, 1997 (“Fronarbeiter, Soldaten, Geistliche. Die Gesellschaft des mittelalterlichen Balkan”).
IvanČolović, wissenschaftlicher Berater des Ethnographischen Instituts der Serbischen Akademie der Wissenschaften. Veröff. u.a.: Vreme znakova, 1988 (“Zeit der Zeichen), Bordell der Krieger. Folklore, Politik und Krieg, 1994. Politika simbola. Ogledi o političkoj antropologiji, 1997 (“Politik der Symbole. Abhandlungen zur politischen Anthropologie”).
Miomir Dašić, Historiker, Mitarbeiter an der Montenegrinischen Akademie der Wissenschaften und Künste in Podgorica.
Darko Dukovski, Historiker, seit 1996 wissenschaftlicher Mitarbeiter der Pädagogischen Fakultät Pula. Veröffentlichung u.a. Fašizam u Istri 1918–1943 (“Faschismus in Istrien”).
Ivo Goldstein, Historiker, 1991–96 Leiter des Instituts für kroatische Geschichte der Philosophischen Fakultät in Zagreb, Veröffentlichung u.a. Bizant na Jadranu, 1992 (”Byzanz an der Adria”); Hrvatski rani srednji vijek, 1995 (”Das kroatische Frühmittelalter”).
Slavko Goldstein, nach Teilnahme am Zweiten Weltkrieg als Partisan Mitarbeiter der Wochenzeitung VUS, und Redakteur bei Radio Zagreb. Von 1970–1983 Chefredakteur des Verlagshauses Stvarnost und Direktor des Universitätsverlags Liber; seit 1993 Chef seines Verlags Novi Liber. Chefredakteur der Kulturzeitschrift Erasmus.
James Gow, seit 1990 am Centre for Defense Studies in London, ab 1994 ITCY-Berater in Den Haag. Veröf. u.a. Triumph of the Lack of Will: International Diplomacy and the Yugoslaw War, 1997.
Igor Graovac, seit 1972 Mitarbeiter des Kroatischen Instituts für Geschichte (zuvor Institut für die Geschichte der Arbeiterbewegung Kroatiens, dann Institut für Zeitgeschichte) in Zagreb.
Rudolf Grulich, 1972–1982 wissenschaftlicher Assistent an der Abteilung Katholische Theologie der Ruhruniversität Bochum, 1982–1988 Direktor der Informations- und Dokumentationsabteilung von “Kirche in Not” in Königstein und Leiter des “Institutum Balticum”, seit 1988 Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Kirchengeschichte von Böhmen-Mähren-Schlesien”.
Mustafa Imamović, Professor für Staatsrecht an der Universität Sarajevo, veröffentlichte u.a.: Povijest Bošnjaka, 1998 (Geschichte der Bosniaken).
Željko Ivanković, seit 1979 Mitarbeit bei zahlreichen Periodika, zuletzt Slovo und Izraz, von 1992 bis 1996 Direktor der staatlichen Nachrichtenagentur Bosien-Herzegowinas BH PRESS. Veröffentlichungen u.a.700 dana opsada (“700 Tage Belagerung”).
Mirjana Kasapović, 1980–1986 Assistentin, bis 1991 Dozentin und heute außerordentliche Professorin an der Fakultät für Politische Wissenschaft der Universität Zagreb. Veröffentlichungen u.a. Izborni i stranački sustav Republike Hrvatske, 1993 (“Wahl- und Parteiensystem der Republik Kroatien”); Demokratska tranzicija i političke stranke, 1996 (“Demokratische Transition und politische Parteien”); Wahlsysteme und Systemwechsel in Osteuropa (mit Dieter Nohlen), 1996
Karl Kaser, seit 1980 Mitarbeiter der Abteilung für Südosteuropäische Geschichte an der Universität Graz, seit 1996 dort ordentlicher Professor, seit 1998 Direktor des Center for the Study of Balkan Society and Culture at University of Graz. Wichtigste Monographien: Hirten, Kämpfer, Stammeshelden, 1992, Familie und Verwandtschaft auf dem Balkan, 1995, Macht und Erbe. Männerherrschaft, Besitz und Familie im östlichen Europa, 1500–1900, 1999.
Radoslav Katičić, ab 1961 Dozent für Indogermanische und Allgemeine Sprachwissenschaft, auch für Indoiranische Philologie in Zagreb, 1977 bis 1988 Professor für slawische Philologie in Wien. Wichtigste Bücher: Ancient Languages of the Balkans, 1976, Sintaksa hrvatskoga književnog jezika, 1986, 1991 (“Syntax der kroatischen Literatursprache”), Illyricum mythologicum, 1994, Ein Ausblick auf die slawischsprachige Völkerwelt im Südosten, 1996, Literarum studia, 1998
Ozren Kebo, Politologe, Journalist und Schrifststeller. Mitarbeiter der Sarajevoer Zeitschrift Slobodna Bosna; veröff. u.a. Sarajevo za početnike, 1996 (“Sarajevo für Anfänger”, französisch 1997, schwedisch 1998).
George Kenney, ab 1988 im U.S. State Department tätig, zuletzt als leitender Beamter im Washingtoner European Bureau für jugoslawische Angelegenheiten. Rücktritt im August 1992 aus Protest gegen die US-amerikanische Jugoslawienpolitik.Von Oktober 1992 bis September 1994 Berater am Carnegie Endowment for International Peace.
Tarik Kulenović, Soziologe, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Zagreb; Redakteur der Zeitschrift Polemos (Zeitschrift für interdisziplinäre Erforschung des Krieges und des Friedens); Veröffentlichungen im Bereich Militärgeschichte und -soziologie
Judith Kumin, seit 1979 für den UNHCR in Genf und Thailand tätig, 1989 bis 1993 Repräsentantin des UNHCR in Belgrad. Danach bis 1997 UNHCR-Vertreterin in Bonn, dann in Genf.
Shkëlzen Maliqi, Mitarbeiter der Universität Belgrad, dann in zahlreichen Kultureinrichtungen des Kosovo. Erster Redakteur der Zeitschrift MM. Seit 1994 Arbeit für die Soros-Stiftung in Prishtina, zuerst als Koordinator für Medien, Kunst, Kultur und Verlagswesen, seit Ende 1995 auch für das Erziehungswesen im Kosovo. Veröffentlichte u.a. Shqiptarët dhe Evropa, 1994 (”Die Albaner und Europa”), Separate Worlds, 1998.
Martin Mayer, Südosteuropahistoriker, Mitglied der OSZE-Mission in Kroatien.Verschiedene Veröffentlichungen zur Bildungsgeschichte im ehemaligen Jugoslawien, u.a.: Elementarbildung in Jugoslawien 1918 –1941, 1995.
Viktor Meier, 1956 bis 1966 Korrespondent der Neuen Zürcher Zeitung für Ost- und Südosteuropa, dann in Washington und ab 1970 in Wien. Ab 1975 bis zur Pensionierung Ende 1993 Korrespondent für die Länder Ost- und Südosteuropas der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit Sitz in Wien und Budapest. Bücher: Neuer Nationalismus in Südosteuropa, 1968, Wie Jugoslawien verspielt wurde, 1995.
Dunja Melčić, Philosophin und Publizistin, 1996–1997 Mitarbeiterin des Max-Planck-Instituts für europäische Rechtsgeschichte in Frankfurt in einem Forschungsprojekt zu Totalitarismusformen im ehemaligen Jugoslawien. Seit 1997 Mitarbeiterin des Palais Jalta. Mitarbeiterin an der Sonderausgabe von Praxis International “The Rise and Fall of Yugoslavia”, 1994, Herausgeberin von: Das Wort im Krieg. Ein bosnisch-hercegovinisches Lesebuch, 1995.
Stefan Oeter, ab 1987 wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg. 1991–1995 Koordinator einer Arbeitsgruppe zum Minderheitenrecht der europäischen Staaten, Mitarbeit an der Erstellung der Militärdienstvorschrift “Humanitäres Völkerrecht in bewaffneten Konflikten”. Tätig für Europarat und OSZE in Mittelost- und Osteuropa, Lehrstuhlvertretung an der Universität Frankfurt/Oder.
Latinka Perović, Historikerin; Herausgeberin der Zeitschrift des Instituts für Neuere Geschichte Serbiens und mehrerer Sammelwerke zur Modernisierung der Gesellschaft Serbiens im 19. und 20. Jahrhundert, Autorin zahlreicher Aufsätze und Bücher zur Geschichte der serbisch-russischen Beziehungen und der sozialistischen und revolutionären Bewegung in beiden Ländern. Veröff. u.a. Zatvaranje kruga 1991 (”Das Schließen des Kreises”).
Erich Rathfelder, seit 1985 Osteuropa-Redakteur der tageszeitung, Berlin, für diese und andere Zeitungen seit 1991 Korrespondent aus dem ehemaligen Jugoslawien. Veröffentlichungen u.a.: (Hg.), Krieg auf dem Balkan 1992; Sarajevo und danach. Sechs Jahre Reporter im ehemaligen Jugoslawien, 1998.
Matthias Rüb, seit 1989 Redakteur bei der FAZ, seit 1994 deren Korrespondent für Mittel- und Südosteuropa mit Sitz in Budapest. Autor von Balkan Transit. Das Erbe Jugoslawiens, 1998.
Jacques Rupnik, Forschungsdirektor am Centre d'Études et de Recherches Internationales Paris. 1995 Exekutivdirektor der Internationalen Balkan-Kommission des Aspen-Institute Berlin und des Carnegie Endowment for International Peace. Veröffentlichungen Jacques Rupnik, De Sarajevo à Sarajevo. L'Échec Yougoslave, 1992, Le déchirement des nations, 1995.
Joscha Schmierer, Historiker und politischer Publizist, bis Mai 1999 Chefredakteur der Monatszeitschrift Kommune, z.Z. Berater im Planungsstab des Auswärtigen Amtes. Veröffentlichungen u.a.: Die neue Alte Welt oder wo Europa liegt, 1993, Mein Name sei Europa. Einigung ohne Mythos und Utopie, 1996.
Ludwig Steindorff, Professor für Geschichte Ost- und Südosteuropas an der Universität Münster; 1997 OSZE-Supervisor in Bosnien-Herzegowina. Publikationen u.a. Hochschulreform in Kroatien, 1995; “Der Kroatische Frühling”, in: Der Balkan 1997, “Von der Konfession zur Nation: Die Muslime in Bosnien-Hercegovina”, in: Religion und Gesellschaft in Südosteuropa, 1997.
Matthias Vetter, Osteuropahistoriker, 1996 - 1999 Leiter des Frankfurter Ost-Westeuropäischen Kultur- und Studienzentrums Palais Jalta, Veröffentlichungen u.a. als Hg: Terroristische Diktaturen im 20. Jahrhundert, 1996.
Peter Vodopivec, Professor für moderne europäische und amerikanische Geschichte an der Universität Ljubljana. In der letzten Zeit Leiter der Arbeitsgruppe zur Vorbereitung der neuen Geschichtslehrpläne und Geschichtslehrbücher in Slowenien.
Ivo Žanić, Ethnologe, Redakteur der Zeitschrift Erasmus und freier Autor. Seit Beginn der achtziger Jahre Untersuchungen zu Ritualen und Symbolen im politischen Diskurs. Veröffentlichung u.a.: Ukradena povijest. Guslarska estrada, kult hajduka i rat u Hrvatskoj i Bosni i Hercegovini 1990–1995, 1997 (“Die gestohlene Geschichte. Estrade der Guslaren, Haiduckenkult und der Krieg in Kroatien und Bosnien-Herzegowina”).
Ozren Žunec, Außerordentlicher Soziologieprofessor an der Universität Zagreb, Chefredakteur der Zeitschrift Polemos; Zahlreiche Veröffentlichungen zu Militärgeschichte und –soziologie: Planet mina, 1997 (“Der Planet der Minen”), Rat i društvo. Ogledi iz sociologije vojske i rata, 1998 (“Krieg und Gesellschaft. Abhandlungen aus Kriegs- und Militärsoziologie”); (Hg.) Hrvatska vojska. Nacionalna sigurnost, oružane snage i demokracija, 1999 (“Kroatische Armee. Nationale Sicherheit, Streitkräfte und Demokratie”).
Ich habe das Buch noch nicht ganz gelesen, kann es aber nur jedem empfehlen, der mal über seine nationalistischen Scheuklappen hinaussehen möchte. Für Bildungsresistente, die den Status quo ihrer Betrachtungsweisen aufrecht erhalten möchten ist dieses Werk also nichts. Diese Leute sollten sich an Handke und Co. wenden.