US-Notenbank Fed lässt Leitzins unverändert
Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hält trotz anhaltender Inflationsgefahr durch den wieder aufflammenden Krieg in Nahost den Leitzins stabil.
Die Fed beließ ihn gestern in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. Damit bleibt der Leitzins in den USA seit Dezember unverändert. Insgesamt stimmten neun von zwölf Mitgliedern der Zentralbankrats für die Beibehaltung. Dass das Fed-Gremium nicht einstimmig votiert, ist zwar nicht außergewöhnlich, zeigt allerdings, wie unterschiedlich stark die derzeitige Teuerungsrate auf hohem Niveau gewichtet wird.
Fed sind die Hände gebunden
Die Energiekrise und der Iran-Krieg ließen praktisch keine andere Entscheidung zu: Nach der jüngsten Eskalation im Nahen Osten war der Preis für ein Fass (159 Liter) Rohöl der weltweiten Referenzsorte Brent über die Marke von 100 Dollar je Barrel gestiegen. Erst die jüngste Pause der US-Angriffe am Wochenende ließ den Preis wieder fallen.
Während Wirtschaftsfachleute vor diesem Hintergrund eine wie von US-Präsident Donald Trump geforderte Zinssenkung praktisch ausgeschlossen hatten, wäre – wenn auch unwahrscheinlich – höchstens eine Zinsanhebung denkbar gewesen. Damit verbunden ist die Hoffnung, die Teuerungsrate in den Griff zu bekommen.
US-Inflation bei 3,5 Prozent
Im Juni lag diese bei 3,5 Prozent und damit immer noch deutlich über dem von der Fed angestrebten Ziel von zwei Prozent. Zugleich war zuletzt die Beschäftigungsentwicklung deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben.
orf.at