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Wirtschaft USA

US-Intervention bei Staatsanleihen verpufft
Der Handel an der Wall Street ist gestern mit spürbaren Verlusten gestartet. Belastend wirkten sich neben steigenden Ölpreisen vor allem der weitere Auftrieb bei den Renditen für Staatsanleihen aus. Damit verpufft die am Vortag angekündigte umfangreiche Intervention von US-Finanzminister Scott Bessent bereits wieder.

Belastung für Staatsbudgets
Bessent hatte nach einem weltweiten Abverkauf von Staatsanleihen der USA und vieler anderer westlicher Staaten erst am Vortag angekündigt, den Rückkauf von US-Staatsanleihen durch das Finanzministerium zu verdoppeln, um so den Abverkauf zumindest vorübergehend zu stoppen.

Gehen die Renditen nach oben, heißt das, dass jene Staaten, die mit den Anleihen Geld auf dem Finanzmarkt aufgenommen haben, höhere Zinsen zahlen müssen. Das kann sich bei entsprechendem Anstieg rasch empfindlich im Budget niederschlagen.

Fachleute warnten
Das Finanzministerium hatte angekündigt, den regelmäßigen, geplanten Rückkauf von US-Anleihen umfangmäßig zu verdoppeln – von zwei auf vier Milliarden US-Dollar (3,4 Mrd. Euro). Fachleute hatten bereits betont, die Maßnahme werde bestenfalls sehr kurzfristig wirken, angesichts der Sorgen um die Inflation und der US-Verschuldung. Zuvor war bekanntgeworden, dass diese auf einen historischen Höchstwert gestiegen war.


Tja, das weltgrößte A....loch hat wie beinah jedem Thema absolut keine Ahnung. Und Wirtschaft, er hat mit 6 seiner Firmen Konkurse hingelegt.
Was er kann, kriminell, korrupt und lügen
 
Der Anleihemarkt wird nervös, und plötzlich reagiert die Trump-Regierung
Der Anleihemarkt macht Donald Trump wieder Druck. Nachdem die Renditen für US-Staatsanleihen den ganzen Sommer über gestiegen sind, kündigte das Finanzministerium nun an, mehr als doppelt so viele eigene Staatsanleihen zurückzukaufen wie bisher. Die Maßnahme drückte die langfristigen Renditen zunächst etwas nach unten, doch gelöst ist das Problem damit nicht. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen lag zuletzt bei über 4,70 Prozent und damit so hoch wie seit mehr als einem Jahr nicht mehr.

Vor Beginn des Iran-Krieges Ende Februar waren es noch 3,97 Prozent. Noch deutlicher ist die Entwicklung bei dreißigjährigen Staatsanleihen, deren Rendite inzwischen wieder über fünf Prozent liegt – auf einem Niveau wie zuletzt 2007 vor der Finanzkrise. Ähnliche Bewegungen gibt es in Japan und Deutschland. Der Grund ist nicht nur der Krieg mit Iran und der dadurch gestiegene Ölpreis. Investoren sehen wachsende Staatsschulden, hohe Ausgaben und Inflationsrisiken und verlangen dafür mehr Geld. Das trifft irgendwann jeden, denn wenn der Staat mehr Zinsen zahlen muss, werden auch Hypotheken und Kredite für Unternehmen teurer. Besonders heikel ist das gerade jetzt, weil ein erheblicher Teil des amerikanischen Wachstums an milliardenschweren Investitionen in Rechenzentren für künstliche Intelligenz hängt. Auch diese Unternehmen müssen immer größere Summen aufnehmen und konkurrieren damit am Kapitalmarkt direkt mit dem Staat um Investoren.

Finanzminister Scott Bessent versucht deshalb, den Druck mit den Rückkäufen abzufangen. Analysten von Evercore ISI warnen allerdings, dass sich an den eigentlichen Problemen dadurch praktisch nichts ändert: Die Regierung macht weiter hohe Defizite, während die großen Technologiekonzerne gleichzeitig riesige Schuldenberge für ihre Rechenzentren aufnehmen. Bleibt die Wirkung der Rückkäufe klein, könnte die Aktion sogar nach hinten losgehen. Hohe Renditen treffen außerdem die Börse, weil sichere Staatsanleihen für Anleger attraktiver werden, während Aktien, Gold und Bitcoin unter Druck geraten können.

Für die Regierung wird es noch unangenehmer, weil mit jedem Prozentpunkt mehr Zinsen auch die Finanzierung der bereits gewaltigen Staatsschulden teurer wird. Trump weiß, wie gefährlich dieser Markt werden kann. Schon im vergangenen Jahr räumte er ein, dass die Unruhe bei Anleihen ein Grund gewesen sein könnte, geplante Zölle aufzuschieben, weil die Investoren dort „ein wenig nervös“ geworden seien. Auch die Federal Reserve kann das Problem nicht einfach wegsenken. Über zehn- und dreißigjährige Renditen entscheiden die Anleger selbst, und zuletzt verlangten sie für das Risiko der amerikanischen Finanzpolitik immer mehr. Drei Mitglieder der Fed wollten im Juli die Leitzinsen sogar erhöhen. Die Regierung kann also Anleihen zurückkaufen und Zeit gewinnen. Vertrauen lässt sich auf diese Weise nicht kaufen.
 
Rekordverschuldung
US-Finanzen in gefährlichem Kreislauf
Die Staatsverschuldung der USA hat erstmals die Schwelle von 40 Billionen Dollar (etwa 34,3 Billionen Euro) überschritten, wie das Finanzministerium Mitte der Woche mitgeteilt hat. Allein die Zinslast macht laut „New York Times“ mittlerweile etwa die Hälfte der jährlichen Neuverschuldung aus. Die Renditen für US-Staatsanleihen mit 30 Jahren Laufzeit stiegen indessen auf den höchsten Stand seit fast 20 Jahren und kletterten am Freitag weiter nach oben. Finanzminister Scott Bessent versuchte gegenzusteuern, doch der Effekt verpuffte binnen Stunden. Die Gemengelage ist prekär.

Am Mittwoch hatte das Finanzministerium angekündigt, seine Rückkäufe von Staatsanleihen mit Laufzeiten zwischen zehn und 30 Jahren mindestens zu verdoppeln – von zwei auf vier Milliarden US-Dollar. Dadurch werden weniger Anleihen auf dem Markt angeboten, was normalerweise deren Preis erhöht und gleichzeitig die Rendite, also den Zinssatz, senkt. Für den Staat bedeutet das niedrigere Finanzierungskosten.

Die Wirkung war kurzfristig sichtbar: Die Rendite 30-jähriger Anleihen fiel nach der Ankündigung um rund neun bis zehn Basispunkte. Doch bereits am Donnerstag war der Effekt weitgehend verpufft: Die Renditen stiegen wieder auf 5,24 Prozent und näherten sich ihren jüngsten Höchstständen.

 
Experte: USA und Kanada bereits in Handelskrieg
Der eskalierende Zollstreit zwischen den USA und Kanada schürt die Sorge vor einem ausgewachsenen Handelskrieg der Nachbarstaaten.

„Sollte Ottawa die Zölle nachziehen und (US-Präsident Donald, Anm.) Trump darauf mit einer Eskalation reagieren, würden beide Seiten in eine kostspielige und schädliche Spirale aus Vergeltungsmaßnahmen geraten“, wie heutigen Agenturangaben zufolge der Leiter des Center for a New American Security, Richard Fontaine, mitteilte. Die beiden Länder befänden sich bereits jetzt in einem Handelskrieg.

Fontaine schrieb weiter, die kanadische Regierung habe mit Blick auf US-Präsident Donald Trumps bisherigen Kurs für sich die Lehre gezogen, mit einer konfrontativeren Haltung besser zu fahren. „Sie sind zu dem Schluss gekommen, dass ein Nachgeben gegenüber der Trump-Regierung nur weitere Forderungen nach sich ziehen würde“, so Fontaine. Europa zog er dafür als Negativbeispiel heran.

Unterhändler beider Staaten hatten bis in die Nacht auf gestern über eine Vereinbarung beraten, um die von Trump angekündigten Zölle abzuwenden. Trump hatte im Juli neue Zölle in Höhe von 50 Prozent auf eine Reihe von Produkten angekündigt, unter anderem Hockeyschläger, Möbel und Wein. Kanadas Premierminister Mark Carney kündigte Gegenzölle an, die am 8. September in Kraft treten sollen. Nach US-Angaben sind derzeit keine neuen Gespräche geplant.

„Gute Vereinbarung für alle“
Eigentlich hätten die US-Zölle schon am Mittwoch in Kraft treten sollen – Trump gewährte Kanada jedoch drei Tage Aufschub. Der US-Präsident hatte sich daraufhin noch zuversichtlich gezeigt. „Ich glaube, wir haben eine Vereinbarung mit dem Premierminister, und zwar eine gute Vereinbarung für alle.“ Nach dem Scheitern der Gespräche warfen sich beide Seiten vor, eine Einigung mit kurzfristigen Forderungen verhindert zu haben.

 
Die Macht der US-Investoren: Wie Staatsanleihen zum Druckmittel werden
Enorme Schulden, Inflationsangst, keine Lösung im Irankrieg: Investoren zeigen sich misstrauisch bezüglich der Entwicklung der USA. Jetzt greift der US-Finanzminister ein

Größer, höher, weiter – das ist die Maxime in den USA, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Dass das auch für die finanzielle Lage des Landes gilt, zeigen die USA dieser Tage deutlich. Der Schuldenstand hat mit 40 Billionen Dollar (34,3 Billionen Euro) ein Rekordhoch erreicht. Investoren werden zunehmend misstrauisch bezüglich dieser Entwicklung. Der wirtschaftliche Verlauf lässt derzeit nämlich nicht darauf schließen, dass das Land seine Schulden abbauen wird können. Daher fordern Investoren immer höhere Zinsen, wenn sie US-Staatsanleihen (Bonds) kaufen. Sie lassen sich damit ihr Risiko dafür abgelten, dass sie den USA ihr Geld zur Verfügung stellen.

Der US-Bond-Markt ist mit einem Volumen von 32 Billionen Dollar zwar der weltweit größte und liquideste Markt. Doch das heißt nicht, dass dieser Markt nicht aus den Fugen geraten kann. In der Vorwoche sind die Renditen für 30-jährige US-Staatsanleihen mit 5,3 Prozent auf den höchsten Stand seit Mitte 2007 gestiegen. Das treibt auch den Schuldendienst für die USA nach oben – aktuell zahlen die USA rund eine Billion Dollar pro Jahr an Zinskosten. Steigende Renditen machen daher auch den US-Finanzminister nervös. Daher hatte Scott Bessent kurzerhand in den Markt eingegriffen und angekündigt, die Käufe von langfristigen Staatsanleihen ab September mindestens zu verdoppeln.

 
Rekordgewinne für US-Konzerne, während Beschäftigte immer weniger vom Kuchen abbekommen
Amerikas Unternehmen verdienen so viel wie nie, während der Anteil der Beschäftigten am erwirtschafteten Einkommen auf einen historischen Tiefstand fällt. Im zweiten Quartal erreichten die Unternehmensgewinne vor Steuern auf Jahresbasis 4,8 Billionen Dollar und damit 18 Prozent des gesamten Nationaleinkommens, so viel wie seit den Jahren unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Der Anteil der Arbeitnehmer aus Löhnen und Sozialleistungen sank dagegen auf 60 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit den 1950er-Jahren. Das Geld verschwindet nicht, es landet schlicht an anderer Stelle.

Ein immer größerer Teil fließt in Unternehmensgewinne und zu denjenigen, die bereits über Aktien, Beteiligungen und andere Kapitalanlagen verfügen. Der Boom der künstlichen Intelligenz beschert den großen Technologiekonzernen enorme Gewinne, gleichzeitig haben steigende Energiepreise infolge von Trumps Iran-Krieg die Margen der Ölkonzerne nach oben getrieben. Die Börsen reagieren entsprechend und haben neue Rekordstände erreicht, wovon auch Rentenkonten profitieren, sofern jemand überhaupt genügend Vermögen besitzt, um daran teilzuhaben. Für viele Arbeitnehmer sieht die Rechnung anders aus. Die Inflation stieg zuletzt schneller als die Löhne, sodass die realen Stundenverdienste im Juli sogar 0,2 Prozent niedriger lagen als ein Jahr zuvor. Damit stehen in den USA längst zwei wirtschaftliche Wirklichkeiten nebeneinander: Menschen, deren Einkommen aus Vermögen und Investitionen wächst, und Millionen Beschäftigte, die jeden Tag arbeiten gehen und trotzdem real weniger herausbekommen. Gleichzeitig hat Trump umfassende Steuersenkungen durchgesetzt, von denen vor allem Unternehmen und wohlhabendere Amerikaner profitieren, während bei Sozialprogrammen wie Lebensmittelhilfen gekürzt wird.

Das bleibt politisch nicht folgenlos. In beiden Parteien wird inzwischen lauter über Ungleichheit gesprochen, weil immer mehr Wähler den Eindruck haben, dass Wirtschaftswachstum und Rekordgewinne bei ihnen schlicht nicht ankommen. Selbst Vizepräsident JD Vance fordert inzwischen stärkere Beteiligung von Beschäftigten an Unternehmensentscheidungen, während Trump Unternehmen gleichzeitig „Profitmacherei“ und „Preistreiberei“ vorwirft. Die Zahlen bei den Vorstandsetagen zeigen, wie weit die Entwicklung inzwischen auseinanderläuft. Zwischen 2019 und 2025 stiegen die Bezüge der Chefs großer Niedriglohnunternehmen um 41 Prozent, während der mittlere Beschäftigte 21 Prozent mehr bekam. Die Preise stiegen im selben Zeitraum um 26 Prozent. Wer unten arbeitet, verlor damit real Kaufkraft, während oben deutlich zugelegt wurde. Der Trend ist nicht neu. Seit den frühen 1980er-Jahren verlieren Gewerkschaften Mitglieder, Unternehmen lagern immer mehr Tätigkeiten an externe Firmen aus und Beschäftigte haben gegenüber Konzernen weniger Einfluss.

Neu ist die Geschwindigkeit, mit der sich diese Entwicklung in den vergangenen Jahren verschärft hat. Ob künstliche Intelligenz diese Entwicklung dauerhaft weiter antreibt oder ob hohe Inflation und die Folgen der Pandemie einen Teil erklären, lässt sich noch nicht abschließend sagen. Sicher ist nur: Die Unternehmensgewinne stehen auf Rekordhöhe, während der Anteil der Menschen, die diese Gewinne mit ihrer Arbeit erwirtschaften, immer weiter schrumpft. Und genau diese Rechnung wird politisch irgendwann jemand bezahlen müssen.
 
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