Schiptar schrieb:
Hellenic schrieb:
Wenn ich mir Karten von dem geograohischen Gebiet "Makedonien" anschaue, dann stelle ich fest, dass das heutige Makedonien nur zu einem sehr kleinen Teil oder sogar fast garnicht auf dem Gebiet des antiken Makedonien steht. Im wesentlichen aber alle wichtigen antike Staetten sich in Griechenland befinden.
Ich sage ja, der Begriff bzw. das, was er bezeichnet, hat sich im Laufe der Jahrtausende gewandelt. Kann man auch bei N.G.L. Hammond so anchlesen, einem der wichtigsten Historiker der antiken Makedonen.
Das Gebiet, das man ab dem 19. Jh. als Makedonien bezeichnete, lag in der Tat nördlich des geographischen Schwerpunkts des antiken Makedoniens. So, und jetzt? Ist doch egal.
Was daran egal sein soll, fragst du? Spielt alles keine Rolle was...
Aber was frage ich? Für dich sind ja Volksbegriffe ohne Bedeutung und etwas überkommenes, altmodisches, für die moderne Zeit unpassendes. Jemand der so eine Einstellung hat, der kann auch kein Verständnis dafür haben, wenn einfache Leute, ohne die große Bildung und die Modernität eines Schiptar, sich an ihrem althergebrachten Verständnis des Volksbegriffs orientieren, der ja nicht objektiv falsch sein kann. Für so Leute wie Schiptar ist es auch egal, wo was liegt, oder wer was ist, oder als was er sich bezeichnet.
Schiptar schrieb:
Hellenic schrieb:
Im mittelalter und bis ins 18. Jahrdt hinein wurde das Gebiet um Kroatien,Slowenien und Bosnien Illyrien genannt. Duerften sich nach dieser Logik die Kroaten usw. heute Illyrer nennen?
Na ja, da hatten in der Antike doch auch überall Illyrer gelebt, oder?
Ist mir doch egal, Namen sind eh letztendlich eine äußerst willkürliche Sache.
Geh doch einfach mal spaßeshalber alle europäischen Namen von Völkern, Nationen, Staaten, Ethnien usw. durch und sag mir dann, was du an gesetzmäßigkeiten darüber gefunden hast, wie die jeweils zu ihren namen gekommen sind und was diese Namen bedeuten bzw. wie diese sich gewandelt haben.
Falsch! Keine andere Volksgruppe in der Welt, hat einen Namen angenommen, bzw. ihre alte Selbstbezeichnung aufgegeben, wohlgemerkt noch dazu in der Neuzeit, während sich bereits eine andere Volksgruppe mit diesem Namen bezeichnet hat. Keine andere. Es kann deshalb nicht darauf ankommen, was welcher Name von einem Volk mal bedeutet hatte (wofür es nicht einmal Beispiele gibt).
Schiptar schrieb:
Hellenic schrieb:
Du behauptest in makedonien lebten mehrheitlich Slawen, dann muessten diese ja aus dem Sueden vertrieben worden sein und spaeter (wieder) Griechen in dieses Gebiet eingewandert sein.
Hatten wir schon oft hier. Es sind auch sehr viele südslawische Makedonier aus Griechenland entweder vertrieben oder im Laufe der Jahrzehnte assimiliert worden. Paßt auch zur griechischen Staatsideologie.
Wurden sie (angeblich) "vertrieben" weil sie einer bestimmten Volksgruppe angehörten, oder vielmehr, weil es Kommunisten waren? Sie wurden nicht wegen irgendeiner Volkszugehörigkeit "vertrieben". Es gab zuvor auch keine Repressalien gegen sie. Und kann man überhaupt von einem Vertreiben sprechen? Oder waren diese kommunistischen Partizanen vielmehr geflüchtet, um nicht vor Gericht zu kommen,
und wenigstens ihren Traum von einem Leben in einem kommunistischen Paradies wenigstens im Ausland zu verwirklichen? Wir dürfen nicht vergessen, auch viele Griechen verließen damals das Land Richtung Ostblock.
Außerdem, warum sprichst du immer von Staatsideologie. Griechenland ist ein demokratischer Rechtsstaat, wie die anderen 24 EU-Mitglieder auch.
Schiptar schrieb:
Hellenic schrieb:
Und du findest es schwachsinnig von den Makedonen zu behaupten die Nachfahren eines antiken Volkes zu sein. Ist es aber nicht genau das womit die Regierung dieses Landes seinen Namen rechfertigen will und zudem in alles Schul- und Geschichtsbuechern dieses Landes genau das zu lesen ist?
Ich finde alle Herleitungen schwachsinnig, wonach sich eine moderne Nation als identische Nachfahren eines antiken Volkes darstellen will.
Ich weiß allerdings nicht, wann die südslawischen Makedonier mit dieser Herleitung von den antiken Makedonen begonnen haben und was sie damit genau meinen und bezwecken. Da würden mich ganz besonders die äußeren begleitumstände interessieren. Ich weiß auch nicht, wieviele von ihnen das wirklich glauben.
Wieviele es heute glauben, ist die eine Frage (wir dürfen nicht vergessen, daß seit Jahrzehnten die Bewohner einer sehr gut organisierten Propaganda ausgesetzt werden). Wieviele mehr es aber glauben werden, wenn der Staat eines Tages völkerrechtlich offiziell Mazedonien heißen würde, ist die andere Frage. Es würden sicher sehr viele mehr werden. Die nachteiligen Auswirkungen und Gefahren, wären für alle ihre Nachbarn dadurch noch größer.