Um dies noch einmal zusammenzufassen:
Dies ist die bisher umfassedste Analyse von Anatoliern aus allen Regionen der Tuerkei (523 DNA-Proben). Die bisher beste Methode, wie man den Anteil tuerkisch-zentralasiatische Gene in anderen Bevoelkerungen nachweisen kann, ist durch die Bestimmung wieviele Menschen einer Gruppe prozentual den Haplotyp C-RPS4Y und O3-M122 besitzen, der spezifisch fuer zentralasiatische Tuerken ist. Es gibt zwei Studien, bei denen der Anteil bei Zentralasiaten ermittelt wurde, die Studie basiert auf 149 DNA-Proben von 13 Gruppen und die zweite auf 1935 DNA-Proben von 49 Gruppen Zentralasiens. Dabei wurde bei den zwei Haplotypen C-RPS4Y und O3-M122 auch nur ein Anteil von 32,9% in der ersten Studie ermittelt, bei der zweiten Studie ein Anteil von nur 18% (100% reine Voelker gibt eben nirgends!). In der Tuerkei liegt der Anteil dieser zwei Haplotypen bei 1,53%. Durch einfachen Dreisatz kann man dann den Anteil von Zentralasiatischen Tuerken im Genpool der Tuerkei ermitteln. Je nachdem, welcher Studie man als Ansatz waehlt, kommt man auf 0,0153/0,329×100=4,6% bzw. 0,0153/0,180×100=8,5%. Als Grund fuer diesen niedrigen Wert nennen die Wissenschaftler, dass die hohe Bevoelkerungsanzahl Anatoliens vor dem Eindringen anderer zentralasiatischer Voelker. Man muss bei dieser Studie beruecksichtigen, dass alle Daten hier sich nur auf das Y-Chromosom beziehen, also nur die vaeterliche Vererbungslinie wiedergeben, nicht jedoch die muetterliche, die durchaus anders aussehen kann. Ich kann mir jedoch nicht vorstellen, dass die anmarschierten Turkstaemme mehr Frauen als Maenner waren, somit waere der Anteil wohl sogar unter 8,5% insgesamt.
Tuerkei-Tuerken haben demnach am wenigsten ihre Wurzeln in Zentralasien, sondern eher in Anatolien selbst. Die ganze Veroeffentlichung ist sehr interessant, es gibt einem doch ziemlich viel Einblick, was Tuerkei-Tuerken sind. Die Tuerkei-Tuerken sind demnach eine Mischung aus 94,1% europaeisch-orientalischen, 3,4% zentralasiatschen, 1,5% indischen und 1% afrikanischen Haplotypen.
Die Arbeit war eine Kooperation zwischen der Standford University USA und der Uni Istanbul.