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Präimplantationsdiagnostik

aber zur PID, man muss sich zwischen den befruchteten Eizellen entscheiden, man wählt ja sozusagen eins aus und die restlichen werden abgetötet oder für medizinische Zwecke „weiterverarbeitet“.
So versteh ich das auch.

Du kannst es als naiv bezeichnen oder wonach dir auch sonst ist, ich denke, dass es ganz und gar nicht naiv ist, wenn man sich davor Gedanken macht, dass man eben vllt ein Kind mit einer Behinderung zur Welt bringt... wer sich trotzdem dafür entscheidet, der ist der Sache auch gewachsen.
Ich muss es als Naiv bezeichnen und ich tue es hiermit noch einmal.
Jeder macht sich gedanken ob sein/ihr kind nicht womoeglich behindert auf die Welt kommt oder ob vielleicht irgendwann mal im Leben was schlimmes passiert und man dadurch zum Pflegefall wir.
Jeder macht isch darueber gedanken, jeder!
Kein Gedanke den du dir im Vorhinein machst bereitet dich darauf vor was auf dich zukommt wenn du einen Vollpflegefall versorgen musst.
Vom kuemmern um den Pflegefall selbst bis hin zu Geldnot, Behoerdenwillkuer und praktisch keinem wirklichen eigenem Leben mehr.
Das ist das beispiel fuer einen Vollpflegefall.
Auf sowas kann dich nichts vorbereiten egal wie ehrenhaft deine absichten sind.

Aber du hast Recht, es gibt eben Menschen, die sowas nicht durchstehen könnten. Denen würde ich sowas auch nicht wünschen, nicht wegen ihrer psychischen Belastung, sondern des Kindes wegen.
...Fast niemand steht das wirklich durch.
Wenn du erst mal kein eigenes Leben mehr hast, wenn du keine entscheidung in deinem Leben mehr treffen kannst ohne einen Berg Probleme im ruecken zu haben ....manmanman....
Was du da schreibst liest sich so Idealistisch aber sei erst einmal in so einer Realitaet gefangen...dann willst du das fuer niemanden mehr auch wenn du dein Kind noch so sehr liebst...

Aber jetzt mal ne andere Frage an Dich, die PID ist am besten ausgedrückt ein Selektionsintrument. Bestände denn hierbei nicht die Gefahr, dass diese genetische Selektion gefährliche Ausmaße annehmen könnte?
Ich denke das es grosse ausmasse annehmen wird und das viele Menschen es nutzen werden aber das muss nicht heissen das dies "gefaehrliche" Ausmasse sind.
Sich bewusst fuer ein bei geburt Gesundes Kind zu entscheiden sehe ich nicht als Gefahr.
Das ist lediglich der Wunsch aller werdenden Eltern dieser Welt und ich wuensche mir das er sich fuer alle erfuellt.
Ich persoenlich verstehe das einige besorgt sind aber ich glaube nicht das es einen Trend gibt Embryos aufgrund der falschen Haarfarbe in massen abzutoeten.
 
Absoluter Mist!
Wie weit soll es noch gehen In Zukunft Haarfarbe, AUgenfarbe, GEschlecht, Größe, aussehen einfach am Bildschirm auswählen und schon wird ein passender Coktail gemischt?

Man sollte sich lieber um das Heilen von Krankheiten kümmern die jedes Jahr Millionen töten, statt zu versuchen Gott zu spielen!
 
Manchmal ist ein Blick über die Grenze ein Blick in die Zukunft. Während in Deutschland der Bundestag über die Präimplantationsdiagnostik (PID) streitet, wird sie in Frankreich schon angewandt. Gestern gaben Pariser Ärzte ein Ereignis bekannt, das je nach Weltanschauung als neuerlicher Durch- oder Dammbruch in der Anwendung von PID gelten wird: die erste Geburt eines sogenannten Rettungsgeschwisterkindes auf französischem Boden. Der kleine Junge Umut-Talha, dessen Name in der türkischen Muttersprache seiner Eltern "Hoffnung" bedeutet, wurde im Reagenzglas gezeugt und mit PID nach einem einzigen Kriterium ausgewählt: Umut-Talha sollte genetisch möglichst präzise zu einem älteren Bruder passen, der an einem seltenen Gen-Defekt leidet. Aus dem Blut der Nabelschnur Umut-Talhas sollen nun Stammzellen für die Therapie seines Bruders gewonnen werden.

Die französische Realität wirft ein Schlaglicht auf die deutsche Diskussion. Denn einen Fall wie Umut-Talha schließen die zahlreichen Befürworter des Gentests an Embryonen bisher als bloße Theorie oder Schreckgespenst aus. Die Erzeugung eines Menschen allein zu dem Zweck, medizinisches Material zur Rettung eines anderen zu gewinnen, lehnen explizit selbst die Politiker ab, die seit Monaten für eine Zulassung der PID auch in Deutschland werben. Auch Peter Hintze (CDU), der Parlamentarische Staatssekretär im Wirtschaftsministerium und Wortführer der PID-Befürworter, hatte sich stets dagegen verwahrt, der Erzeugung von "Rettungsgeschwistern" oder gar "Designerbabys" das Wort zu reden. Sein Gesetzentwurf sieht vor, die PID bei genetischen Vorbelastungen der Eltern zuzulassen. Diese freilich können in der Formulierung seines Antrages sehr weitgehend ausgelegt werden.

Deshalb hat eine andere Parlamentariergruppe um den Bundestagspräsidenten Norbert Lammert (CDU) und den Biologen und SPD-Abgeordneten René Röspel einen konkurrierenden Antrag eingebracht. Dieser will PID nur zulassen, um Totgeburten abzuwenden oder die Geburt von behinderten Kindern mit einer Lebenswahrscheinlichkeit von unter einem Jahr.
Quelle:
Abgeordnete aller Fraktionen wollen an PID-Verbot festhalten - Nachrichten Print - DIE WELT - Politik - WELT ONLINE

Ich seh das so wie Lammert und Röspel. Das Ganze müsste streng kontrolliert werden, um Weiterungen zu vermeiden.

Wenn die PID in D komplett verboten bleibt, dann gehen die Leute mit solchen Problemen ins Ausland und Ihr (die absoluten PID-Gegner) habt letztendlich genau die Verhältnisse, die Ihr nicht wollt (und ich auch nicht).
 
Quelle:
Abgeordnete aller Fraktionen wollen an PID-Verbot festhalten - Nachrichten Print - DIE WELT - Politik - WELT ONLINE

Ich seh das so wie Lammert und Röspel. Das Ganze müsste streng kontrolliert werden, um Weiterungen zu vermeiden.
Nun, der F'all den du im Zitat angefuehrt hast mit dem "Rettungsgeschwisterchen" ist natuerlich sehr interessant.
Ich finde es eigentlich gut wenn die Eltern sich so entsheiden und damit das Leben des kranken Kindes erhalten zu koennen.
Die Eltern verstehe ich vollkommen.
Warum sollten sie zuchauen wie ihr Kind vielleicht stirbt wenn es eine moeglichkeit gibt es zu retten?
Das die PID kontrolliert werden muss und verantwortungsvoll damit umgegangen werden sollte befuerworte ich.
Letztendlich verstehe ich aber das werdende Eltern in dieser Welt
alle ihnen moeglichen Verfahren und Wege nutzen moechten sicherzustellen das sie alles getan haben um die Gesundheit ihres Kindes sicherzustellen.

Wenn die PID in D komplett verboten bleibt, dann gehen die Leute mit solchen Problemen ins Ausland und Ihr (die absoluten PID-Gegner) habt letztendlich genau die Verhältnisse, die Ihr nicht wollt (und ich auch nicht).
Dieses Ausland koennte BiH sein.
Damit koennte das Land seinen Zukunftswillen beweisen und zudem attraktive Dienstleistungen anbieten.
 
Aufgrund der Behinderung meines Sohnes bin ich viel in Einrichtungen unterwegs, in der ich Mütter anderer Kinder mit oft schwerwiegenden Behinderungen kennenlerne.

Das Fazit, daß ich daraus gezogen habe, ist, daß schmerzliche Erfahrungen zum Leben dazugehören. Ich habe Müter kennengelernt, deren Kinder kurz nach der Geburt gestorben sind, aufgrund schwerer Behinderungen, und die sich gegen eine Abtreibung entschieden haben, weil sie dem Kind das kurze Leben im Mutterbauch nicht nehmen wollten, und der Familie die Möglichkeit, sich zu verabschieden. Wer Familien mit mehreren Kindern erlebt, von denen eins behindert ist, sieht, daß auch diese Kinder als Bereicherung empfunden werden.

Trotzdem gibt es Fälle, in denen ich den Einsatz der PID gerechtfertigt finde- wenn etwa Eltern eines Behinderten Kindes ein weiteres Kind zeugen möchten, und vermeiden möchten, daß auch dieses behindert ist. Besser PID als Verzicht auf ein Kind! Oder sehr schwere Erbkrankheiten ausgeschlossen werden sollen. In allen anderen Fällen bin ich strikt dagegen- einfach aus dem Grund, weil die PID nur Eltern zur Verfügung steht, die zur künstlichen Befruchtung greifen. Warum sollte eine Schwangerschaft auf "künstlichem Wege" bevorzugt sein? Außerdem könnte auf lange Sicht Druck auf Eltern ausgeübt werden- Behinderung ist ein Kostenfaktor z.B. für Krankenkassen. Wenn es effektive, legale Möglichkeiten zur Verhinderung gibt- warum sollte man Eltern nicht dazu zwingen oder ermutigen, sie zu nutzen (etwa durch Zuzahlungen, falls sie sich gegen diagnostische Methoden entscheiden).

Und nicht zuletzt birgt jede Schwangerschaft, Geburt und das Leben an sich Riskien, die keine Diagnostik ausschließen kann. Darüber sollte man sich nicht hinwegtäuschen
 
Eine Geschichte aus einer Uni dazu:

Ein Professor fragte seine Medizinstudenten, was in folgendem Fall geschehen sollte:

Der Vater hat Syphillis, die Mutter TBC. Sie haben bereits vier Kinder gehabt. Das erste ist blind, das zweite starb, das dritte ist taub, das vierte ist TBC-krank.
Die Mutter ist schwanger mit ihrem fünften Kind.

„Was würden sie raten? Die Eltern tun das, was sie jetzt sagen.“

Die meisten Studenten entschieden, dass die Mutter abtreiben sollte.

Da antwortete der Professor:
„Ich gratuliere ihnen. Sie haben soeben Beethoven ermordet.“



Die Fragestellung, die sich daraus ergibt:
Haben wir das Recht, gutes und schlechtes Leben zu definieren?
Sehen wir Kinder als Geschenk oder als erwerblichen Luxusgegenstand?

Kinder sind ein Geschenk.

Über Geschenke freut man sich - auch wenn sie unerwartet kommen. Geschenke nimmt man an, wie sie sind. Man lehnt sie nicht ab, das gebietet die Höflichkeit, und man kann sie nicht zurückgeben. Man hält sie in Ehren und ist dankbar für jedes einzelne.

„Lasst die Kinder zu mir kommen, und haltet sie nicht zurück ...“
(Jesus von Nazareth)
 
Eine Geschichte aus einer Uni dazu:

Ein Professor fragte seine Medizinstudenten, was in folgendem Fall geschehen sollte:

Der Vater hat Syphillis, die Mutter TBC. Sie haben bereits vier Kinder gehabt. Das erste ist blind, das zweite starb, das dritte ist taub, das vierte ist TBC-krank.
Die Mutter ist schwanger mit ihrem fünften Kind.

„Was würden sie raten? Die Eltern tun das, was sie jetzt sagen.“

Die meisten Studenten entschieden, dass die Mutter abtreiben sollte.

Da antwortete der Professor:
„Ich gratuliere ihnen. Sie haben soeben Beethoven ermordet.“

Siehst du - mit PID wäre das nicht passiert ;)
 
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