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Präimplantationsdiagnostik

Es gibt kaum eine andere irdische Sache, die mich so sehr fasziniert wie die Medizin. Deswegen befasse ich mich auch oft mit medizinischen Themen, und man stellt fest, dass aufgrund der weit entwickelten Technologie und der neu gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnissen, den Menschen neue Sphären des Tuns geöffnet sind. Wobei sich für mich hier die Frage aufwirft, ob der Mensch überhaupt bereit ist, eine solche neue Dimension der Verantwortung zu übernehmen. Darf der Mensch gewisse neutechnische Verfahren anwenden, nur aus dem Grund, weil er über das benötigte Wissen verfügt?

Ein gutes Beispiel hierfür ist die Präimplantationsdiagnostik, kurz PID:

Nach einer künstlichen Befruchtung wird der Embryo auf krankhaft veränderte Gene getestet. Es werden nur diejenigen Embryonen in die Gebärmutter eingesetzt, die voraussichtlich keine der Krankheiten, auf die geprüft wurde, bekommen. Die übrigen werden vernichtet. Die PID ist in Deutschland verboten, in anderen Ländern wird dieses Verfahren durchaus legitimiert, eine kurze Übersicht über jene findet ihr auf folgender Homepage: PID im internationalen Vergleich | GeN

Ich würde gerne eure Meinung darüber lesen, wer sich eine solche "Qualitätskontrolle menschlichen Lebens" durchaus vorstellen könnte oder wer aufgrund ethischen Aspekten sich dagegen sträuben würde. Auf die jeweiligen Begründungen bin ich jetzt schon gespannt^^


das ist nur der eine Punkt, es gibt mehrere Diskussionspunkten darüber.

Aktuelle Beispiele? Da baut ein Däne die weltweit größte "Samenbank" auf, wo Spermien nach Maß aus einem Computerkatalog weltweit verschickt werden und kinderlose Paare oder Singles ihr Wunschbaby designen können - natürlich nur unter Mithilfe von Ärzten und alles ganz legal.
Günstige indische Leihmütter sind für Kunden aus Europa oder den USA attraktiv: In Indien kostet ein von einer Leihmutter ausgetragenes (gesundes!) Kind zwischen 2500 und 6500 Dollar - ein Kind um einen Schnäppchenpreis sozusagen. Die modernen Robin Hood-Mediziner helfen dadurch armen Frauen - die viele Jahre arbeiten müssten, um diesen Geldbetrag zu verdienen. Was aber, wenn das bestellte Produkt "fehlerhaft" ist? Den indischen Leihmüttern wird ein solches Kind von den Kunden nicht abgenommen, in Großbritannien entscheiden die Eltern, die die Leihmutterschaft bezahlt haben, was mit dem behinderten Kind zu geschehen hat, Ärzte erledigen dann den Rest. Wie selbstbestimmt diese Entscheidung ist, bleibt fraglich in einer Gesellschaft, in der Gesundheit wie alles als machbar gilt, als herstellbares Produkt, in der es kein "Schicksal", sondern nur noch ein "Machsal" gibt

http://www.balkanforum.info/f37/robin-hood-medizin-aufgabe-arztes-192438/
 
Ansatzweise verstehe ich deinen Gedankengang, nur findest du nicht, dass der Mensch an sich, gar nicht die Macht dazu haben sollte, darüber zu entscheiden, welches Leben lebenswert ist und welches nicht?
Dann waeren wir schon fast wieder an dem Punkt an dem man darueber
nachdenken sollte die Abtreibung zu verbieten.

Ins absolute extrem formuliert bleibt es an der Frau haengen:
Natuerlich hat die werdende Mutter in allerletzter
Instanz das recht zu entscheiden ob sie ein Kind
bekommen moechte oder nicht.


Hier sehe ich keinen Grund ihr diese Form der Diagnostic
zu verweigern nur weil mir eventuell nicht gefaellt wie sie
sich entscheidet.

Ich meine, zu sagen, man lässt alle Embryos, die eine Anomalie aufweisen, abtöten, wäre für mich persönlich nicht machbar.
Wer sagt denn sowas?
Will man etwa alle Embryos abtoeten die eine Anomalie
aufweisen oder ist das jetzt ein schreckgespenst das du
dir im Geiste zeichnest?
Ich wuesste nicht das es konkrete Plaene gibt alle Embryos
abzutoeten die durch das Raster der PreImpDiag fallen.

Egal ob psychisch oder physisch behindert, ein Mensch hat darüber nicht zu entscheiden, ob das Leben eines Behinderten weniger wert ist als das eines gesunden Menschens. Der Aspekt, dass es eine Belastung für die Eltern wäre, okay, nur denke ich mir, dass sich jedes Paar, dass sich dazu entschließt, Kinder zu kriegen, sich solcher Dinge im vornherein bewusst sein sollte.
Wir sind uns alle bewusst das jeden Tag etwas schlimmes
passieren kann und das es fuer nichts garantien gibt
im Leben aber sich einen Vollpflegefall ins leben zu holen
ist eine unglaubliche belastung.
Egal wie sehr man das Kind liebt.
Man vermeidet es besser wenn man kann.

Wer sowas nicht packt, soll auch keine Kinder auf die Welt setzen.
Sorry, das ist sehr Naiv was du da schreibst.
Ich habe groessten Respekt vor Menschen die einen harten Pflegefall in der Familie haben und die Verpflichtungen die daraus resultieren meistern, das heisst aber nicht das ich es irgendjemanden wuensche wuerde von mir deswegen respektiert zu werden.
 
Ab der Zeit der Befruchtung entsteht Leben, keiner hat das Recht es zu nehmen, ob das Fruchtwasser blau, oder rot, usw. ist.
 
Ich habe groessten Respekt vor Menschen die einen harten Pflegefall in der Familie haben und die Verpflichtungen die daraus resultieren meistern, das heisst aber nicht das ich es irgendjemanden wuensche wuerde von mir deswegen respektiert zu werden.
richtig, und es ist auch nicht so, dass man sich darauf irgendwie vorbereiten könnte, einen schwer Kranken langzeit zu pflegen bedarf einer unerhörten Anstrengung
 
Grobar, ja, ich persönlich bin sogar gegen die Abtreibung, auch als Frau... aber zur PID, man muss sich zwischen den befruchteten Eizellen entscheiden, man wählt ja sozusagen eins aus und die restlichen werden abgetötet oder für medizinische Zwecke „weiterverarbeitet“. Du kannst es als naiv bezeichnen oder wonach dir auch sonst ist, ich denke, dass es ganz und gar nicht naiv ist, wenn man sich davor Gedanken macht, dass man eben vllt ein Kind mit einer Behinderung zur Welt bringt... wer sich trotzdem dafür entscheidet, der ist der Sache auch gewachsen.
Aber du hast Recht, es gibt eben Menschen, die sowas nicht durchstehen könnten. Denen würde ich sowas auch nicht wünschen, nicht wegen ihrer psychischen Belastung, sondern des Kindes wegen.

Aber jetzt mal ne andere Frage an Dich, die PID ist am besten ausgedrückt ein Selektionsintrument. Bestände denn hierbei nicht die Gefahr, dass diese genetische Selektion gefährliche Ausmaße annehmen könnte?
 
Nun darüber scheiden sich die Geister hier! Es gibt jedoch eine Untersuchnung die man ab der 13. SSW machen kann und dort wird der Embryio auf mögliche genetische Defekte untersucht! Sollte mit dem Embriyo etwas nicht stimmen, haben die Eltern die Möglichkeit aufgrund dessen die SSW zu unterbrechen! Weiterhin hat man die Möglichkeit eine Fruchtwasseruntersuch ab der 16.SSW durchzuführen, sollten dort ebenfalls "Auffälligkeiten" vorkommen, darf diese SSW unterbrochen werden!

Wo also ist die Logik, die PID zu verbieten, wenn man zu einem späteren Zeitpunkt noch immer die Möglichkeit hat, die SSW aufgrund irgendwelcher "Auffälligkeiten" die SSW zu unterbrechen, und der Gesetgeben segnet dies ab! Die Logik beisst sich!

Ich persönlich, finde ein Verbot der PID sinnlos! Man hat die Möglichkeit die SSW zu einem späteren Zeitpunkt die SSW zu unterbrechen, daß jedoch finde ich noch viel grausamer!

Respekt vor jenen Eltern, die trotz einem negativen Befund, sich dazu entschliessen ein geistig oder körperlich behindertes Kind zu bekommen! Respekt vor all diesem Mut und der Kraft!
Das ist ein interessanter Ansatzpunkt. Darauf hab ich die ganze Zeit schon gewartet :D Das macht für mich eben auch keinen Sinn, wieso man in Deutschland die PND (pränatale Untersuchung) immer noch erlaubt, die sogar gefährlicher ist!
 
Mit der erfolgreichen Befruchtung entsteht neues Leben, welches über Würde verfügt und die gleichen Rechte besitzt wie ein schon auf die Welt gesetzter Mensch besitzt.

Das ist ein heikles Thema und die Geister scheiden sich!

Ich finde nicht, daß man einer Frau vorschreiben sollte, was mit ihrem Körper und ihrem Leben zu geschehen hat!
 
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