Q: Can Dündar, ehemals Chefredakteur der türkischen Zeitung Cumhuriyet, der heute im deutschen Exil lebt, bezeichnet Ihre Aussagen über türkische Giftgaslieferungen an syrische Rebellen als „totalen Unsinn.“
A: So stellt es die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ dar. Bei unserem gemeinsamen Treffen am vorigen Donnerstag in seinem Berliner Büro hat Can Dündar Folgendes klargestellt: Er habe die Journalisten darauf hingewiesen, dass er persönlich nicht über Giftgaslieferungen geschrieben habe. In seiner Zeitung „Cumhuriyet“ sind aber sehr wohl Artikel zu diesem Thema erschienen, auch zu der Zeit, als er Chefredakteur war. Nur aus seiner Feder eben „leider nicht“, wie er mir gegenüber erklärte. Can Dündar verwies in dem Zusammenhang darauf, dass die Zeitung Hürriyet am 18. Dezember 2016 über die Lieferung von Chemikalien aus der Türkei an den „Islamischen Staat“ berichtet habe, die zur Waffenproduktion benutzt worden wären. Der Autor des Berichts, der Washington-Korrespondent der Zeitung, Tolga Tanic, sei daraufhin fristlos entlassen worden.
In der Sendung „Markus Lanz“ vom 5. April ist mir allerdings in der Tat eine Ungenauigkeit unterlaufen. Dort hatte ich behauptet, Can Dündar selbst habe über türkische Giftgaslieferungen an die Nusra-Front berichtet, den Al-Qaida Ableger in Syrien. Tatsächlich hat er selbst über konventionelle Waffenlieferungen an islamistische Rebellen geschrieben. In meinem Buch steht es richtig, in der Sendung habe ich mich falsch erinnert. Für diesen meinen Irrtum habe ich mich bei Can Dündar entschuldigt. Als „Kronzeuge der Anklage“ gegen mich taugt er jedenfalls nicht, denn wir schätzen und respektieren einander.