Geben wir bald Trinkgeld wie in den USA?
Zehn, 15 oder lieber 20 Prozent? Immer öfter machen heimische Lokale wie in den USA Trinkgeld-Vorschläge. Warum?
Eigentlich ist die Sache ganz einfach: Im Kaffeehaus wird beim Bezahlen aufgerundet, im Restaurant bleiben ein paar Euro mehr auf dem Tisch liegen. Das ist höflich und eine Anerkennung für guten Service. Und wenn dieser langsam oder schlecht war, dann spiegelt sich das eben auch im Trinkgeld darin wider. Heutzutage sieht die Situation oftmals ganz anders aus. Wer mit Bankomat bezahlt, wird am Screen häufig vor die Wahl gestellt: Möchten Sie zehn, 15 oder 20 Prozent Trinkgeld geben?
Was in den USA schon lange zum Alltag gehört, taucht zunehmend in Europa und auch in Österreich auf – zuletzt bei einem neuen Figlmüller-Restaurant in der Wiener Innenstadt. Digitale Bezahlterminals schlagen automatisch Trinkgelder vor, selbst beim Kaffee to go oder an Selbstbedienungsterminals, wo der Service quasi nicht existent ist. Dadurch entsteht eine andere Erwartungshaltung hinsichtlich des Trinkgelds?
Dabei spielt das Trinkgeld in den USA eine ganz andere Rolle als hierzulande. Für viele Beschäftigte im Gastgewerbe gehört es zum Einkommen dazu. Das amerikanische Arbeitsrecht erlaubt nämlich für Beschäftigte, die regelmäßig Trinkgeld erhalten, einen deutlich niedrigeren bundesweiten Mindestlohn als für andere Arbeitnehmer. Ohne großzügige Gäste könnten die Kellner und Angestellten gar nicht überleben. "Wenn jemand kein Trinkgeld gibt, ist das für mich ein schlechter Arbeitstag", sagt die New Yorker Kellnerin Kate Santos gegenüber der BBC. In ihrer Branche gelte mittlerweile ein Trinkgeld von rund 20 Prozent als Standard.
Zehn, 15 oder lieber 20 Prozent? Immer öfter machen heimische Lokale wie in den USA Trinkgeld-Vorschläge. Warum?
www.derstandard.at