Trump regiert Amerika inzwischen wie eine kaputte Jukebox
Es gab einmal Präsidenten, die versuchten, möglichst wenig selbst zur Nachricht zu werden. Donald Trump macht inzwischen das genaue Gegenteil. Er regiert nicht mehr neben den Schlagzeilen. Er regiert durch sie. Kaum ist ein Aufreger halbwegs verklungen, rollt der nächste heran. Wer allerdings glaubt, jeden Tag beginne etwas Neues, täuscht sich. Denn hinter der täglichen Flut steckt längst ein erstaunlich kleines Repertoire. Amerika erlebt keine immer neuen Krisen. Es erlebt dieselben Krisen immer wieder.
Da sind zuerst die Strafzölle. Fast im Wochentakt kündigt Trump neue Handelsbarrieren an. Kanada, Europa, Asien, inzwischen Dutzende weitere Staaten. Kaum reagieren die Märkte oder Gerichte, folgt die nächste Runde. Unternehmen wissen oft nicht mehr, welche Regeln in wenigen Wochen gelten. Gleichzeitig mussten bereits Milliarden an Zöllen zurückerstattet werden. Trotzdem beginnt das Spiel jedes Mal von vorn. Nicht weil die letzte Runde erfolgreich gewesen wäre, sondern weil bereits die nächste Schlagzeile wartet.
Dann der Iran. Noch vor wenigen Wochen sprach das Weiße Haus vom Ende der Kampfhandlungen und von einer historischen Vereinbarung. Heute wird wieder über Angriffe, neue militärische Ziele, Kharg Island und mögliche Kriegsverbrechen diskutiert. Kaum entsteht der Eindruck einer Beruhigung, dreht sich die Spirale erneut. Selbst viele Republikaner wirken inzwischen nervös, weil niemand mehr erklären kann, wohin dieser Konflikt eigentlich führen soll.
Gleich daneben läuft das dritte Dauerthema. ICE. Texas. Maine. Florida. Wieder Schüsse. Wieder Tote. Wieder widersprüchliche Aussagen. Wieder fehlen Körperkameras. Im Fall von Lorenzo Salgado Araujo stellte sich inzwischen sogar heraus, dass die angeblich gefundenen Drogen überhaupt keine Drogen waren. Die Laboruntersuchung widerlegte den Verdacht vollständig. Trotzdem bleibt jedes Mal dieselbe Frage zurück. Warum musste wieder ein Mensch sterben? Und warum entstehen die Zweifel immer erst hinterher?
Auch beim Geld wiederholt sich alles. Kaum vergeht eine Woche ohne neue Berichte über Geschäfte, Investitionen oder wirtschaftliche Vorteile für den Präsidenten oder sein Umfeld. Mal geht es um Immobilien, dann um digitale Vermögenswerte, anschließend um internationale Rohstoffprojekte oder Begnadigungen, bei denen erneut Fragen gestellt werden. Die Summen werden immer größer. Die Debatte bleibt dieselbe.
Währenddessen arbeitet das Weiße Haus weiter am Wahlrecht. Der SAVE Act, neue Ausweispflichten, ständig neue Anläufe über andere Gesetzesvorhaben. Seit Jahren behauptet Trump, Wahlen seien manipuliert worden. Gerichte fanden dafür keine ausreichenden Belege. Die Gesetzesinitiativen verschwinden trotzdem nicht. Sie tauchen einfach unter anderer Überschrift wieder auf.
Selbst Washington wird zur Dauerbaustelle. Triumphbogen. Kennedy Center. Umbauten im Weißen Haus. Änderungen an historischen Anlagen. Jetzt sollen sogar Regeln des Denkmalschutzes gelockert werden, damit Projekte schneller umgesetzt werden können. Wo früher über Architektur gestritten wurde, geht es heute um Macht und darum, wer entscheidet, welche Geschichte sichtbar bleibt.
Und schließlich das Gesundheitswesen. Die Vereinigten Staaten melden so viele Masernfälle wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Gleichzeitig kämpfen Behörden mit weiteren Infektionskrankheiten und gekürzten Strukturen. Während Wissenschaftler Alarm schlagen, liefert Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. regelmäßig die nächste Debatte. Auch hier entsteht kaum noch der Eindruck einer Ausnahme. Es gehört inzwischen einfach zum politischen Alltag.
Das eigentlich Bemerkenswerte ist deshalb gar nicht mehr der einzelne Skandal. Präsidenten hatten immer Krisen. Präsidenten trafen schlechte Entscheidungen. Präsidenten stritten mit Gerichten oder Gegnern. Doch hier entsteht etwas anderes. Die zweite Trump-Amtszeit wirkt wie eine politische Endlosschleife. Die Überschriften wechseln täglich. Der Inhalt kaum noch. Montag Zölle. Dienstag ICE. Mittwoch Iran. Donnerstag Wahlrecht. Freitag persönliche Geschäfte. Samstag Bauprojekte. Sonntag Gesundheitskrise. Danach beginnt die Woche wieder von vorn.
Vielleicht ist genau das die größte Veränderung dieser Präsidentschaft. Nicht, dass ständig etwas passiert. Sondern dass Millionen Menschen morgens längst ahnen, welche Geschichte sie heute wieder lesen werden. Nicht weil sie hellsehen können. Sondern weil dieselben sieben Kapitel inzwischen den gesamten politischen Alltag bestimmen. Das Weiße Haus produziert ununterbrochen Nachrichten. Nur Neuigkeiten gibt es immer seltener.
Es gab einmal Präsidenten, die versuchten, möglichst wenig selbst zur Nachricht zu werden. Donald Trump macht inzwischen das genaue Gegenteil. Er regiert nicht mehr neben den Schlagzeilen. Er regiert durch sie. Kaum ist ein Aufreger halbwegs verklungen, rollt der nächste heran. Wer allerdings glaubt, jeden Tag beginne etwas Neues, täuscht sich. Denn hinter der täglichen Flut steckt längst ein erstaunlich kleines Repertoire. Amerika erlebt keine immer neuen Krisen. Es erlebt dieselben Krisen immer wieder.
Da sind zuerst die Strafzölle. Fast im Wochentakt kündigt Trump neue Handelsbarrieren an. Kanada, Europa, Asien, inzwischen Dutzende weitere Staaten. Kaum reagieren die Märkte oder Gerichte, folgt die nächste Runde. Unternehmen wissen oft nicht mehr, welche Regeln in wenigen Wochen gelten. Gleichzeitig mussten bereits Milliarden an Zöllen zurückerstattet werden. Trotzdem beginnt das Spiel jedes Mal von vorn. Nicht weil die letzte Runde erfolgreich gewesen wäre, sondern weil bereits die nächste Schlagzeile wartet.
Dann der Iran. Noch vor wenigen Wochen sprach das Weiße Haus vom Ende der Kampfhandlungen und von einer historischen Vereinbarung. Heute wird wieder über Angriffe, neue militärische Ziele, Kharg Island und mögliche Kriegsverbrechen diskutiert. Kaum entsteht der Eindruck einer Beruhigung, dreht sich die Spirale erneut. Selbst viele Republikaner wirken inzwischen nervös, weil niemand mehr erklären kann, wohin dieser Konflikt eigentlich führen soll.
Gleich daneben läuft das dritte Dauerthema. ICE. Texas. Maine. Florida. Wieder Schüsse. Wieder Tote. Wieder widersprüchliche Aussagen. Wieder fehlen Körperkameras. Im Fall von Lorenzo Salgado Araujo stellte sich inzwischen sogar heraus, dass die angeblich gefundenen Drogen überhaupt keine Drogen waren. Die Laboruntersuchung widerlegte den Verdacht vollständig. Trotzdem bleibt jedes Mal dieselbe Frage zurück. Warum musste wieder ein Mensch sterben? Und warum entstehen die Zweifel immer erst hinterher?
Auch beim Geld wiederholt sich alles. Kaum vergeht eine Woche ohne neue Berichte über Geschäfte, Investitionen oder wirtschaftliche Vorteile für den Präsidenten oder sein Umfeld. Mal geht es um Immobilien, dann um digitale Vermögenswerte, anschließend um internationale Rohstoffprojekte oder Begnadigungen, bei denen erneut Fragen gestellt werden. Die Summen werden immer größer. Die Debatte bleibt dieselbe.
Währenddessen arbeitet das Weiße Haus weiter am Wahlrecht. Der SAVE Act, neue Ausweispflichten, ständig neue Anläufe über andere Gesetzesvorhaben. Seit Jahren behauptet Trump, Wahlen seien manipuliert worden. Gerichte fanden dafür keine ausreichenden Belege. Die Gesetzesinitiativen verschwinden trotzdem nicht. Sie tauchen einfach unter anderer Überschrift wieder auf.
Selbst Washington wird zur Dauerbaustelle. Triumphbogen. Kennedy Center. Umbauten im Weißen Haus. Änderungen an historischen Anlagen. Jetzt sollen sogar Regeln des Denkmalschutzes gelockert werden, damit Projekte schneller umgesetzt werden können. Wo früher über Architektur gestritten wurde, geht es heute um Macht und darum, wer entscheidet, welche Geschichte sichtbar bleibt.
Und schließlich das Gesundheitswesen. Die Vereinigten Staaten melden so viele Masernfälle wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Gleichzeitig kämpfen Behörden mit weiteren Infektionskrankheiten und gekürzten Strukturen. Während Wissenschaftler Alarm schlagen, liefert Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. regelmäßig die nächste Debatte. Auch hier entsteht kaum noch der Eindruck einer Ausnahme. Es gehört inzwischen einfach zum politischen Alltag.
Das eigentlich Bemerkenswerte ist deshalb gar nicht mehr der einzelne Skandal. Präsidenten hatten immer Krisen. Präsidenten trafen schlechte Entscheidungen. Präsidenten stritten mit Gerichten oder Gegnern. Doch hier entsteht etwas anderes. Die zweite Trump-Amtszeit wirkt wie eine politische Endlosschleife. Die Überschriften wechseln täglich. Der Inhalt kaum noch. Montag Zölle. Dienstag ICE. Mittwoch Iran. Donnerstag Wahlrecht. Freitag persönliche Geschäfte. Samstag Bauprojekte. Sonntag Gesundheitskrise. Danach beginnt die Woche wieder von vorn.
Vielleicht ist genau das die größte Veränderung dieser Präsidentschaft. Nicht, dass ständig etwas passiert. Sondern dass Millionen Menschen morgens längst ahnen, welche Geschichte sie heute wieder lesen werden. Nicht weil sie hellsehen können. Sondern weil dieselben sieben Kapitel inzwischen den gesamten politischen Alltag bestimmen. Das Weiße Haus produziert ununterbrochen Nachrichten. Nur Neuigkeiten gibt es immer seltener.
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