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Nachrichten aus Deutschland

Schatten der Vergangenheit über dem jüdischen Leben in Deutschland
Das Klima, belastet durch antisemitische Vorfälle, verschlechtert sich mit dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt weiter

Unabhängig davon, ob und wie eine Regierung in Sachsen-Anhalt gebildet wird, löst der Wahlsieg der vom deutschen Verfassungsschutz als "gesichert rechtsextremistisch" eingestuften AfD zu Recht die Alarmglocken auch im Ausland läuten.

Es geht dabei nicht nur um den Euro-Austritt, das Ende der Schengen-Raumes und die pro-russische Position. Die Ankündigung vom Ende des "Schuldkultes" und der Förderung der Gedenkstätten bildet auch den Hintergrund zur Warnung von Ron Dekel, dem Vorsitzenden der offiziellen Vertretung jüdischer Studierender und junger jüdischer Erwachsener zwischen 18 und 35 in Deutschland: Diese Partei sei eine "riesige Gefahr für Jüdinnen und Juden in Deutschland".

Schmierereien und Beleidigungen
Deshalb hatten jüdische Studenten sogar Wahlkampf gegen die Partei in ihren Hochburgen Sachsen-Anhalt gemacht – offensichtlich erfolglos: Die AfD hat ja bekanntlich ihr bisheriges Wahlergebnis verdoppelt.

Charlotte Knobloch, die 93-jährige Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde München, sagte bereits vor zwei Wochen in einem viel beachteten Stern-Interview, dass ein Vergleich zwischen NSDAP und AfD zulässig sei: "Auch die NSDAP hat einmal klein angefangen und ausprobiert, was alles möglich ist. Exakt das passiert bei der AfD."

Der fulminante Erfolg der Rechtsextremen betrifft nicht nur die 1300 Mitglieder zählenden jüdischen Gemeinden in Sachsen-Anhalt. Für Dekel war schon vor dem Wahltag die Botschaft klar: Wie die AfD am 6. September abschneide, spiele auch eine große Rolle für die Frage, ob man als Jude in Deutschland bleiben wolle.

 
Das Problem in D derzeit ist nach mM., das Merz zu den schlechteren Chefs gehört, aber nmM., das beste derzeit Verfügbare in der Art ist.
Ich glaube nicht, das irgendjemand anders es besser könnte.
Man kann ihm auch nicht die aufgelaufenen und angestauten Krisen zurechnen,wenn vor ihm eine Art übernommener Trümmerhaufen sich auftat, der zudem auch schon hin und hergeschoben war. Jetzt eröffnet sich ihm ein Drecjmest nach dem anderen inkl. der Kriegsfolgen, Ölkrise usw.usw.
An seiner Stelle hätte ich mich schon gar nicht angestellt zum Chefposten.

Die Selbstdemontage der CDU nimmt mittlerweile ungeheuere Züge an. Spahn's Comeback im Haushaltsausschuss ist etwas, was einem keiner mehr erklären kann.

Verglichen mit dieser Bundesregierung war mir die vorherige definitiv lieber.
 
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Russische Bot-Armee greift deutsches Drohnenprogramm an – Merz soll plötzlich 700 Millionen Euro gestohlen haben
Kaum ist bekannt, dass in Deutschland mehr als 5.000 Angriffsdrohnen für die Ukraine gebaut werden, läuft die russische Fälschungsmaschine an. Das Bot-Netzwerk „Matryoshka“ verbreitet Videos, die aussehen sollen, als stammten sie vom Handelsblatt, der Financial Times, Bloomberg, Politico oder dem Economist. Die Namen und das Aussehen großer westlicher Medien werden benutzt, um frei erfundene Geschichten glaubwürdig erscheinen zu lassen. Eine davon behauptet, Friedrich Merz habe 700 Millionen Euro aus einem Hilfsprogramm für die Ukraine gestohlen. Von ursprünglich 1,5 Milliarden Euro seien angeblich nur 800 Millionen in Kiew angekommen, der Rest über Firmen in Schweden und Litauen bei Merz gelandet. Der Chefredakteurin der Financial Times wird dazu sogar ein erfundenes Zitat untergeschoben, in dem Merz persönlich als Organisator eines Betrugssystems bezeichnet wird. Belege dafür gibt es nicht.

Ein anderes Video behauptet, Deutschland verstecke die eigentliche Drohnenproduktion mitten in einem Wohngebiet im Osten des Landes und gefährde damit bewusst die Bevölkerung. Tatsächlich wird der genaue Standort aus Sicherheitsgründen nicht veröffentlicht. Genau daraus bauen die Bot-Accounts ihre Geschichte. Noch weiter geht ein angeblicher Bloomberg-Beitrag: Eine neue deutsche Sicherheitsstrategie sehe angeblich vor, dass die Ukraine Ende 2027 gar nicht mehr existiere. Deshalb würden die 5.000 Drohnen in Wahrheit in Deutschland bleiben und Merz nutze die Ukraine lediglich als Vorwand, um die Bundeswehr aufzurüsten. Auch Schweden wird hineingezogen. Mehr als 90 Prozent der deutschen Militärhilfe sollen angeblich über das Land laufen, 25 Milliarden Euro ziviler Ukraine-Hilfe seien bei Firmen gelandet, die Merz und dem schwedischen Ministerpräsidenten Ulf Kristersson nahestünden. Auch dafür wird kein belastbarer Nachweis geliefert.

Was wirklich läuft, sieht deutlich anders aus. Seit Anfang September wird in Deutschland die Serienproduktion von mehr als 5.000 Mittel- und Langstreckendrohnen für die Ukraine hochgefahren. Der Auftrag der Bundesregierung hat einen Wert von rund 300 Millionen Euro und soll bis Mitte 2027 abgearbeitet werden. Gebaut werden die Systeme vom Gemeinschaftsunternehmen der deutsch-amerikanischen Firma Auterion und des ukrainischen Herstellers Airlogix. Die ersten Drohnen wurden bereits an einem Standort bei München gefertigt, eine zweite Produktionslinie entsteht im Osten Deutschlands. Die Langstreckenversion soll bis zu 1.500 Kilometer fliegen können. Airlogix liefert Gehäuse und Mechanik, Auterion Software und Betriebssystem. Die Drohnen verfügen über KI-Module, mit denen sie auch bei starker elektronischer Störung ihr Ziel erreichen sollen.

„Matryoshka“ arbeitet dabei nicht mit einem einzelnen Fake-Account, der schnell auffliegt. Es werden massenhaft Profile aufgebaut, die sich als gewöhnliche Nutzer, Medien oder Analyseportale ausgeben. Danach wird derselbe erfundene Inhalt über viele Plattformen gleichzeitig verteilt, versehen mit Logos bekannter Redaktionen und angeblichen Zitaten echter Journalisten. Die aktuellen Videos enden sogar mit der Aufforderung, sie „auf jedem Weg“ an Familie und Bekannte weiterzugeben. Dazu kommt die Behauptung, die Drohnenproduktion habe die CDU kurz vor den Wahlen fast auf ein historisches Tief gedrückt. Die russische Kampagne braucht dafür keine echten Enthüllungen. Sie nimmt eine reale deutsche Waffenproduktion, füllt die nicht veröffentlichten Sicherheitsdetails mit erfundenen Geschichten und klebt anschließend die Namen westlicher Medien darauf.

Die direkten Links zu den gefälschten Bildern und Videos veröffentlichen wir bewusst nicht, um ihre weitere Verbreitung und zusätzliche Reichweite für die russische Desinformationskampagne zu vermeiden.
 
PISA-Absturz: Jeder fünfte 15-Jährige scheitert gleichzeitig an Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften
Die neuen PISA-Zahlen sind kein kleiner Dämpfer, sondern ein massiver Absturz. Jeder fünfte 15-Jährige in den OECD-Staaten erreicht inzwischen in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften gleichzeitig nicht einmal das grundlegende Niveau. 2022 waren es noch 16 Prozent, jetzt sind es 19,7 Prozent. Rechnet man auch Jugendliche ein, die gar nicht getestet wurden, weil sie beispielsweise keine Schule besuchen oder nicht über die sechste Klasse hinausgekommen sind, steigt der Anteil auf 29 Prozent. Fast jeder zweite Jugendliche liegt dann in mindestens einem der drei Fächer unter dem Grundniveau. Mehr als 760.000 Jugendliche aus 91 Ländern und Bildungssystemen nahmen an PISA 2025 teil, sie stehen für rund 33 Millionen 15-Jährige. Noch nie in der 25-jährigen Geschichte der Untersuchung waren die durchschnittlichen Ergebnisse in allen drei Bereichen so schlecht. Besonders heftig trifft es das Lesen. Innerhalb von zehn Jahren fiel der OECD-Durchschnitt von 489 auf 461 Punkte. 28 Punkte weniger entsprechen grob eineinhalb Schuljahren. Mathematik sank von 485 auf 463 Punkte, Naturwissenschaften von 489 auf 482. Beim Lesen liegen inzwischen 31 Prozent unter dem Grundniveau, in Mathematik 35 Prozent und in Naturwissenschaften 26 Prozent.

Besonders schlecht schneiden Jugendliche bei langen Texten ab. Sobald mehrere Quellen verglichen, Informationen bewertet und daraus Schlussfolgerungen gezogen werden müssen, brechen die Ergebnisse deutlich ein. Seit 2018 sank der Anteil jener, die schnell und richtig lesen, um rund sieben Prozentpunkte. Gleichzeitig stieg die Zahl der Schüler, die schnell lesen und falsche Antworten geben, von sieben auf elf Prozent. Gegen Ende des zweistündigen Tests werden die Ergebnisse zusätzlich schlechter. Die Forscher sehen darin Hinweise auf nachlassende Aufmerksamkeit, Ausdauer oder Sicherheit bei schwierigen Aufgaben. Die Corona-Pandemie allein erklärt das nicht. Der Rückgang hatte schon vorher begonnen, und ein direkter Zusammenhang zwischen der Dauer von Schulschließungen und den späteren Ergebnissen ließ sich nicht feststellen. Gleichzeitig sagen nur noch 57 Prozent der Jugendlichen, dass sie sich beim Lernen neuer Dinge nicht langweilen. In 60 Bildungssystemen wurde dieser Wert seit 2022 schlechter, besser wurde er nirgends. Auch zu Hause nimmt die Unterstützung ab: Nur noch 71 Prozent berichten, dass Eltern mindestens einmal pro Woche nach ihrem Schultag fragen, 2022 waren es noch 77 Prozent. Für Hausaufgaben werden im Schnitt nur noch 1,4 Stunden täglich aufgewendet, rund zehn Minuten weniger als zuvor.

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Auch die einfache Erklärung „Handys und KI sind schuld“ hält den Zahlen nicht stand. Jugendliche in den OECD-Ländern verbringen an einem Werktag rund sechs Stunden mit digitalen Geräten, davon 3,4 Stunden zur Unterhaltung. In der Schule kommen durchschnittlich 1,7 Stunden für Unterricht und weitere 1,1 Stunden für andere Nutzung hinzu. 28 Prozent sagen, dass Mitschüler in den meisten oder sogar allen naturwissenschaftlichen Stunden durch Geräte abgelenkt sind. In Teilen Chinas, Japan und Südkorea liegt dieser Anteil bei höchstens zehn Prozent. Handyverbote reduzieren zwar Ablenkung, höhere landesweite PISA-Werte ließen sich daraus aber nicht ableiten. KI-Chatbots sind längst Alltag: 86 Prozent nutzten sie für mindestens eine schulische Aufgabe, 46 Prozent mindestens einmal pro Woche und 19 Prozent fast täglich. Jugendliche, die KI überhaupt nicht für Zusammenfassungen, Entwürfe oder erste Recherchen nutzten, erzielten im Durchschnitt bessere Ergebnisse. Moderate Nutzung schnitt dagegen nicht schlechter ab als vollständiger Verzicht. Auch beim Geld gibt es keine einfache Antwort. Der Abstand zwischen reichen und ärmeren Schülern wurde kleiner, allerdings vor allem deshalb, weil die Ergebnisse der Wohlhabenderen stärker einbrachen. In Naturwissenschaften liegen Jugendliche aus den reichsten Haushalten trotzdem noch 85 Punkte vor den ärmsten – mehr als vier Schuljahre. 37 Prozent der benachteiligten Jugendlichen erreichen dort das Grundniveau nicht, bei den Wohlhabenden sind es zwölf Prozent. Mehr Ausgaben garantieren ebenfalls keinen Erfolg: Luxemburg investierte rund 289.000 Dollar pro Schüler und lag dennoch hinter Ländern, die weniger als die Hälfte ausgaben.

Ganz oben bleiben Ostasien und einige wenige europäische Länder. Peking, Shanghai, Jiangsu und Zhejiang führen in Mathematik und Naturwissenschaften, Singapur beim Lesen. Estland und Großbritannien sind die einzigen Bildungssysteme außerhalb Ostasiens, die in allen drei Bereichen unter den besten zehn liegen. Nur 18 der 91 Teilnehmer lagen in allen drei Fächern über dem OECD-Durchschnitt. Die Ukraine nahm trotz des russischen Angriffskrieges mit 7.105 Jugendlichen aus 17 Regionen teil. Dort erreichten 65 Prozent das Grundniveau in Naturwissenschaften, 54 Prozent in Mathematik und 55 Prozent im Lesen; 29,3 Prozent lagen in allen drei Bereichen darunter. Russland nahm weder 2022 noch 2025 teil. Seine letzten vergleichbaren Zahlen stammen aus dem Jahr 2018. Was PISA 2025 zeigt, ist unangenehm deutlich: In vielen reichen Industriestaaten verlieren Jugendliche genau bei den Fähigkeiten, die sie später ständig brauchen werden – längere Texte verstehen, mehrere Informationen miteinander vergleichen und eine Aufgabe nicht nach wenigen Minuten aufgeben.
 

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D: Schlagabtausch von Merz und Weidel im Bundestag
Drei Tage nach dem haushohen Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt hat Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die Partei im Bundestag scharf attackiert. Er warf der AfD in der Generaldebatte zum Budget „Verachtung unserer demokratischen Institutionen“ vor. „Sie wollen unser Land destabilisieren“, sagte der CDU-Chef.

Mit Blick auf den Betriff „Remigration“ hielt er der Partei außerdem vor, „ethnische Säuberung“ nach Herkunft und Hautfarbe betreiben zu wollen. Merz wurde während seiner Rede immer wieder von Zwischenrufen der AfD unterbrochen.

Weidel: „Schwarz-Rot ist vorbei“
Zuvor hatte AfD-Chefin Alice Weidel als Auftaktrednerin gesagt, dass die schwarz-rote Koalition aus ihrer Sicht am Ende sei. „Die Wähler in Sachsen-Anhalt haben es Ihnen in der Sprache des demokratischen Souveräns mit aller Klarheit mitgeteilt: Schwarz-Rot ist vorbei“, sagte sie. Die Menschen wollten einen Politikwechsel und kein Weiter-so.

Es war das erste Aufeinandertreffen von Merz und Weidel nach dem Erdrutschsieg der AfD bei der Wahl in Sachsen-Anhalt. Sie konnte ihr Ergebnis von 2021 mehr als verdoppeln und wurde mit 43,8 Prozent der Stimmen stärkste Partei.

Absagen für Sondierungsgespräche
Mit Hilfe des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW) könnte sie nun eine Regierung bilden – ob das BSW dafür zu gewinnen ist, ist aber noch nicht klar. Die CDU stürzte um fast 20 Prozentpunkte auf nunmehr 17,2 Prozent ab.

 
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