Hypo-Pleiten, Pech und Pannen: Kickl will „vollenden, was Haider begonnen hat“
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Am Samstag feierte die FPÖ ein Jubiläum – vor vierzig Jahren hat Jörg Haider bei den Blauen die Macht übernommen. Herbert Kickl versprach aus diesem Anlass feierlich, „gemeinsam mit der Bevölkerung das zu vollenden, was Jörg Haider begonnen hat“. Ein mutiges Timing für Nostalgie: Erst im Juni konnte Kärnten einen letzten großen finanziellen Schlussstrich unter das ziehen, was Haider begonnen hatte.
In einer mehr als 72-minütigen Rede fesselte Kickl, der Jörg Haider des sehr sehr kleinen Mannes, seine Parteifreunde mit Lobeshymnen auf den verstorbenen Kärntner Ex-Landeshauptmann. Haider sei ein Visionär gewesen, der das von SPÖ und ÖVP dominierte politische System aufgebrochen und eine „politische Revolution der Denkungsart“ ausgelöst habe.
Mit diesem „System“ ging der Copy-Paste-Haider, Herbert Kickl, hart ins Gericht: „Die Systemparteien riskieren euer Erspartes und sie riskieren euren Wohlstand […] und sie riskieren die Zukunft eurer Kinder, nur damit sie für sich selber nichts riskieren müssen.“ Die Bevölkerung, so Kickl, „soll den Preis zahlen“.
Anschließend erklärte er den Unterschied zur freiheitlichen Politik: „Bei unserem Modell [ist es] dann so, dass die Bevölkerung ihr Risiko verliert.“ Und fügte hinzu: „Der Jörg Haider hat das auch gewusst und er hat Politik genau in diesem Sinn gemacht. Er hat es uns vorgelebt.“
Praxis-Test
Wie dieses Modell, in dem die Bevölkerung offenbar kein Risiko trägt, in der Praxis funktioniert, ließ sich im Labor Kärnten rund zwei Jahrzehnte lang studieren.
Die letzten radioaktiven Reste von Haiders verantwortungsvoller Politik wurden nämlich erst kürzlich für alle Zeit endgelagert. Im vergangenen Juni konnte das Land Kärnten einen Deal mit Wien schließen. Die verbliebenen 450 Millionen Euro aus dem Heta-Ausgleichsfonds werden an den Bund übertragen; im Gegenzug werden Kärnten 450 Millionen Euro Schulden erlassen.
Landeshauptmann Daniel Fellner sprach vom endgültigen Ende des „wahrscheinlich dunkelsten Kapitels in der Nachkriegsgeschichte Kärntens“. Klar, alte Bauernregel: Wenn die Sonne vom Himmel fällt, wirds dunkel.
Die FPÖ feiert, das Haider die Macht in der Partei übernommen hat. Kickl versprach aus diesem Anlass die Vollendung von Haiders Arbeit.
dietagespresse.com