Gastbeitrag von Benjamin Graumann: Juden unerwünscht
Die Absage des Astor-Kinos an die Jüdische Gemeinde ist ein Skandal. Ein Gastbeitrag vom Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde in Frankfurt.
Bereits vor der Reichspogromnacht hing an vielen Kinos in Deutschland der Hinweis: „Juden unerwünscht“. Nach dem 9. November 1938 wurde Juden dann auch ganz offiziell der Besuch von „Lichtspieltheatern“ verboten. Insofern greift das Frankfurter Astor-Kino mit seiner Absage an die Jüdische Gemeinde, eine Veranstaltung in ihren Räumen zu organisieren, eigentlich nur eine alte deutsche Tradition auf. Besonders perfide und entlarvend ist die Begründung der Absage damit, dass sich die Mitarbeiter des Kinos durch die notwendige Polizeipräsenz unsicher fühlen würden. Als ob wir eine andere Wahl hätten. Tatsächlich können sich Juden bei Veranstaltungen ausschließlich dann sicher fühlen, wenn sie geschützt werden. Dass diese traurige Realität nun als Vorwand verwendet wird, um die Jüdische Gemeinde auszuschließen, ist eine ganz neue Qualität des Judenhasses. Noch schlimmer ist die nachgeschobene Begründung, es müsse „erlaubt sein, neutral zu bleiben“. Neutralität gegenüber Antisemiten, anders ist diese Erklärung kaum zu verstehen.
Dieser Skandal ist die fast schon logische Folge einer beängstigenden Entwicklung, die seit mehr als zwei Jahren andauert. Frankfurt rühmt sich gerne seiner liberalen Offenheit, aber dieses Selbstbild ist ganz massiv ins Wanken geraten. Und für uns Juden nicht abstrakt, sondern ganz konkret. An Universitäten, an denen Studierende sich nicht trauen, sich als Juden zu erkennen zu geben, in Schulen und Gegenden, in denen jüdische Kinder und Jugendliche ihre Davidsternkette und damit ihre Identität verstecken müssen. In der Kulturszene, die zu oft geschwiegen und gezögert hat und auch auf Demonstrationen, bei denen offen judenfeindliche Parolen gerufen wurden. Eine dieser Demonstrationen fand am 30. August 2025 unter dem Motto „United 4 Gaza“ statt. An diesem Tag war der aggressive Judenhass auf der Straße so präsent, dass viele Mitglieder der Jüdischen Gemeinde gar nicht erst das Haus verlassen haben. Aufgerufen zu dieser Demonstration hatte auch „Die Linke“, die immer klarer zeigt, dass sie im Kampf gegen Judenhass nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems ist. Offensichtlich wurde dies in dem Interview der Stadtverordneten der Linken Mona Waissi in der FR. Waissi sind die Gefühle der jüdischen Bürger in dieser Stadt anscheinend egal und sie ist sogar stolz darauf, zu dieser Demonstration des Hasses aufgerufen zu haben. Dazu findet sie Parolen wie „Kindermörder Israel“ und den Begriff des Genozids in Bezug auf Israels Verteidigungskrieg unproblematisch. Es bleibt zu hoffen, dass die Parteien der Mitte dieses Interview gelesen haben, welches auch den letzten Zweifel daran beseitigt, dass diese Partei in Frankfurt kein seriöser Partner im Kampf gegen Judenhass sein wird.
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Die Absage des Astor-Kinos an die Jüdische Gemeinde ist ein Skandal. Ein Gastbeitrag vom Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde in Frankfurt.
Bereits vor der Reichspogromnacht hing an vielen Kinos in Deutschland der Hinweis: „Juden unerwünscht“. Nach dem 9. November 1938 wurde Juden dann auch ganz offiziell der Besuch von „Lichtspieltheatern“ verboten. Insofern greift das Frankfurter Astor-Kino mit seiner Absage an die Jüdische Gemeinde, eine Veranstaltung in ihren Räumen zu organisieren, eigentlich nur eine alte deutsche Tradition auf. Besonders perfide und entlarvend ist die Begründung der Absage damit, dass sich die Mitarbeiter des Kinos durch die notwendige Polizeipräsenz unsicher fühlen würden. Als ob wir eine andere Wahl hätten. Tatsächlich können sich Juden bei Veranstaltungen ausschließlich dann sicher fühlen, wenn sie geschützt werden. Dass diese traurige Realität nun als Vorwand verwendet wird, um die Jüdische Gemeinde auszuschließen, ist eine ganz neue Qualität des Judenhasses. Noch schlimmer ist die nachgeschobene Begründung, es müsse „erlaubt sein, neutral zu bleiben“. Neutralität gegenüber Antisemiten, anders ist diese Erklärung kaum zu verstehen.
Dieser Skandal ist die fast schon logische Folge einer beängstigenden Entwicklung, die seit mehr als zwei Jahren andauert. Frankfurt rühmt sich gerne seiner liberalen Offenheit, aber dieses Selbstbild ist ganz massiv ins Wanken geraten. Und für uns Juden nicht abstrakt, sondern ganz konkret. An Universitäten, an denen Studierende sich nicht trauen, sich als Juden zu erkennen zu geben, in Schulen und Gegenden, in denen jüdische Kinder und Jugendliche ihre Davidsternkette und damit ihre Identität verstecken müssen. In der Kulturszene, die zu oft geschwiegen und gezögert hat und auch auf Demonstrationen, bei denen offen judenfeindliche Parolen gerufen wurden. Eine dieser Demonstrationen fand am 30. August 2025 unter dem Motto „United 4 Gaza“ statt. An diesem Tag war der aggressive Judenhass auf der Straße so präsent, dass viele Mitglieder der Jüdischen Gemeinde gar nicht erst das Haus verlassen haben. Aufgerufen zu dieser Demonstration hatte auch „Die Linke“, die immer klarer zeigt, dass sie im Kampf gegen Judenhass nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems ist. Offensichtlich wurde dies in dem Interview der Stadtverordneten der Linken Mona Waissi in der FR. Waissi sind die Gefühle der jüdischen Bürger in dieser Stadt anscheinend egal und sie ist sogar stolz darauf, zu dieser Demonstration des Hasses aufgerufen zu haben. Dazu findet sie Parolen wie „Kindermörder Israel“ und den Begriff des Genozids in Bezug auf Israels Verteidigungskrieg unproblematisch. Es bleibt zu hoffen, dass die Parteien der Mitte dieses Interview gelesen haben, welches auch den letzten Zweifel daran beseitigt, dass diese Partei in Frankfurt kein seriöser Partner im Kampf gegen Judenhass sein wird.
Gastbeitrag von Benjamin Graumann: Juden unerwünscht
Das Frankfurter Astor-Kino lehnt eine Veranstaltung der Jüdischen Gemeinde ab. Die Begründung mit Polizeipräsenz empört die Gemeinde zutiefst.