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Armenien - Aserbaidschan Konflikt

  • Ersteller Ersteller Gelöschtes Mitglied 28870
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Vollkommen richtig. Rein faktisch hat Aserbaidschan bis heute absolut keine spürbaren Konsequenzen für die ethnische Säuberung in Bergkarabach tragen müssen. Dank des weltgrößten Arschlochs der damit auch noch prahlt.

Tatsächlich hatte Armenien sich vor dem letzten Krieg um Bergkarabach schon eine Weile von Russland zu den USA umorientiert. Ich glaube dass Russland auch ansonsten nicht interveniert hätte (von Feindschaft zu Aserbaidschan kann keine Rede sein), aber enttäuscht waren die Armenier wahrscheinlich vor allem von den USA.
 
Tja, wenn man selber zu den Waffen greift, weil man denkt die Russen kommen, kann man nicht erwarten, dass man mit Blumen beworfen wird. Du musst verstehen, dass jede Entscheidung Konsequenzen hat. Das gilt auch für die Griechen mit der "megali idea".
Wenn wir anfangen, heutige politische Ansprüche mit dem Argument "Wer damals zu den Waffen griff, muss heute die Konsequenzen tragen" zu begründen, dann müssten wir die gesamte Region neu zeichnen. Nach dieser Logik wären die Türken heute irgendwo zwischen Zentralasien und der Mongolei, die Griechen in Kleinasien, die Armenier in Westarmenien, und halb Europa säße wieder im Römischen Reich.
Geschichte funktioniert aber nicht wie ein Bonuspunktesystem, bei dem man tausend Jahre später noch Ansprüche geltend macht
 
Tatsächlich hatte Armenien sich vor dem letzten Krieg um Bergkarabach schon eine Weile von Russland zu den USA umorientiert. Ich glaube dass Russland auch ansonsten nicht interveniert hätte (von Feindschaft zu Aserbaidschan kann keine Rede sein), aber enttäuscht waren die Armenier wahrscheinlich vor allem von den USA.
Die geopolitische Realität war etwas komplizierter, als dass Armenien sich einfach von Russland zu den USA umorientiert hätte. Fakt ist aber, Armenien war bis zuletzt sicherheitspolitisch komplett von Russland abhängig, Militärbasis in Gjumri, CSTO‑Bündnis, russische Grenztruppen. Die angebliche Hinwendung zu den USA war eher ein diplomatisches Signal, weil Russland seit 2020 sichtbar passiv blieb und Armenien im Stich ließ. Und genau das ist der Kern, Russland intervenierte nicht, weil es Aserbaidschan nicht verärgern wollte, nicht weil Armenien plötzlich pro‑amerikanisch geworden wäre.
Die Enttäuschung der Armenier richtete sich am Ende gegen beide:
– Russland, das trotz Bündnisverpflichtungen nicht half,
– und die USA/EU, die politisch unterstützten, aber militärisch nichts änderten.
Kurz gesagt, Armenien stand 2023 schlicht alleine da, wie seinerzeit im osmanischen Reich, als Millionen ermordet wurden, nicht wegen eines Seitenwechsels, sondern weil keiner der großen Akteure bereit war, sich mit Aserbaidschan und der Türkei anzulegen.
 
Wenn wir anfangen, heutige politische Ansprüche mit dem Argument "Wer damals zu den Waffen griff, muss heute die Konsequenzen tragen" zu begründen, dann müssten wir die gesamte Region neu zeichnen. Nach dieser Logik wären die Türken heute irgendwo zwischen Zentralasien und der Mongolei, die Griechen in Kleinasien, die Armenier in Westarmenien, und halb Europa säße wieder im Römischen Reich.
Geschichte funktioniert aber nicht wie ein Bonuspunktesystem, bei dem man tausend Jahre später noch Ansprüche geltend macht.
Ich denke nicht so gefühlsduselig wie du. Mein Gerechtigkeitsinn funktioniert nach einem anderen Prinzip. Türken haben ihr Recht, in Kleinasien zu leben mit Blut bezahlt und sowohl Armenier als auch Griechen haben ein Recht uns dorthin zu jagen, wo wir herkommen aber der Versuch hat nun einmal Konsequenzen. Nehmen wir die Griechen. Sie können sowohl versuchen Ionien als auch Pontus zurückzuerobern und wenn sie erfolgreich sind, hat es sich ausgezahlt, wenn nicht, werden ihre Minderheiten, die in Kleinasien gelebt haben, einen hohen Preis bezahlen.

Genau so wie die Armenier, die drauf vertrauten, dass die Russen kommen. Sie haben versagt und de n Preis bezahlt.
 
Wenn wir anfangen, heutige politische Ansprüche mit dem Argument "Wer damals zu den Waffen griff, muss heute die Konsequenzen tragen" zu begründen, dann müssten wir die gesamte Region neu zeichnen. Nach dieser Logik wären die Türken heute irgendwo zwischen Zentralasien und der Mongolei, die Griechen in Kleinasien, die Armenier in Westarmenien, und halb Europa säße wieder im Römischen Reich.
Geschichte funktioniert aber nicht wie ein Bonuspunktesystem, bei dem man tausend Jahre später noch Ansprüche geltend macht
geschichte funktioniert einfach,der stärkere gewinnt
 
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