Climber
Spitzen-Poster
Legen wir kurz alle Karten auf den Tisch. Die kroatische Armee hält Bocac (ca. 20 Kilometer von Banja Luka entfernt) und halb Manjaca in ihrer Hand. Die VRS war zum einem Teil auch durch viele Rückschlage erschüttert, die Armee zwischen Karadzic und Mladic gespalten und funktioniert nicht mehr wie eine koordinierte Einheit wie noch 1993. Auf der anderen Seite, haben die Serben ein günstiges Terrain für die Verteidigung.
Das Vrbas Tal ist ideal für eine Blockade der kroatischen Offensive mit nur einer Strasse in der Schlucht. Auf der linken Seite ist das Tal Ugra mit einem sehr schwer begehbaren Gelände und auch der natürliche Weg in Richtung Skender Vakuf und Kotor Varos ist eine grosse Herausforderung für das Militär. In der Mitte natürlich das Manjaca-Gebirge.
Auf der rechten Seite hast du ein Gebiet das an Prijedor angrenzt und sozusagen gebunden ist. Dort operiert die ABiH die zu diesem Zeitpunkt alle ihre Ressourcen erschöpft haben. Ohne eine Regenerierung ihrer Streitkräfte und Verstärkung wären sie nicht in der Lage die Initiative zu ergreifen. Die HV und HVO auf der anderen Seite haben günstige Bedingungen. Der Korridor ist unter Beschuss, aber dort findet kein Angriff statt. Die Serben haben immer noch noch 2-3 fähige Brigaden die die entstandene Löcher füllen und diese Front stabilisieren können.
Kroatische Brigaden (gardijska) sind taktisch gar nicht ausgebildet worden, um urbane Stadtkämpfe zu führen sondern um feindliche Linien in Blitztempo zu durchbrechen und die Verbindungslinien durchzutrennen und zu isolieren. In der "Oluja" wurden diese Brigaden auch nicht dazu gedacht in Knin direkt einzumarschieren sondern lediglich die Stadt aus sicherer Entfernung einzukesseln und euer "gardijski zdrug" und Spezialeinheiten hätten Strassenkämpfe in Knin führen sollen, aber dazu ist es gar nicht gekommen und so konnten ihre Brigaden im praktisch menschenleeren Knin einmarschieren.
Nur Izetbegovic und die ABiH wäre zu diesem Zeitpunkt verrückt genug gewesen in die Stadt zu marschieren ohne die USA als unterstützung. Fallobst war Banja Luka nicht. Für Kroatien war die Sache aber gegessen zu diesem Zeitpunkt ohne westlichen Willen, wozu auch.
Wenn es weiter gegangen währe, dann hätte man von einer der bereits aufgebauten Verteidigungslinie die Stadt unter beschuss genommen und die Amis aus der Luft die Arbeit machen lassen. Also wie du schon gesagt hast,man hätte umrundet, lange bevor man Kopflos mit massiven Verlusten irgendwo rein gehen möchte. Und ob Banja Luka mit dieser zerstrittenen Führung und humanitären Lage überhaupt schon dies verkraftet hätte, ist eine neue Frage.
Aufjedenfall würden wir Heute paar Prozesse mehr führen am ICTY.