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Der längste Thread der Welt!!!

Für Rumäninnen und Moldawierinnen beginnt die Reise häufig in Temeswar, wohin sie von lokalen Anwerbern gelockt werden. Von da geht es entweder zum Arizona Market von Brcko, dem wichtigsten Schmugglerzentrum Bosnien-Herzegowinas, oder aber ins serbische Novi Sad. Dort hat sich ein regelrechter Sklavenmarkt entwickelt. Rumänische Menschenhändler bieten Ukrainerinnen, Moldawierinnen, Rumäninnen, Bulgarinnen und Russinnen zum Kauf an. Sie werden nackt zur Schau gestellt und für etwa 1.000 Mark von serbischen Zuhältern erworben, die sie erst einmal vergewaltigen und misshandeln, bevor sie sie nach Albanien weiterschicken. So erging es auch der 17-jährigen moldawischen Studentin Nicoleta, die von einem serbischen Zuhälter geschlagen und vergewaltigt und dann in Belgrad weiterversteigert wurde. Auf diesem Weg geriet sie in die Hände eines weiteren Serben und verbrachte zwei Monate in einem Bordell im montenegrischen Podgorica. Anschließend wurde sie für 2 500 Dollar an einen Albaner verkauft, der sie noch brutaler behandelte. Der schwedische Justizminister traf in Sarajewo auf eine junge Frau, die so ganze achtzehn Mal den Besitzer gewechselt hatte.
 
Ähnlich düster sieht es im Kosovo aus. Als die 50.000 KFOR-Soldaten, die Mitarbeiter der UN-Mission im Kosovo (Unmik) und diverser Hilfsorganisationen dort ankamen, schossen die Bordelle "wie die Pilze aus dem Boden", so der örtliche Chef der Internationalen Organisation für Migration (IOM), Pasquale Lupoli. Hier werden überwiegend Frauen aus Moldawien, der Ukraine, Rumänien und Bulgarien zu Preisen zwischen 1.000 und 2 500 Dollar an kosovarische Zuhälter versteigert. "Diese Frauen waren nichts als Sklavinnen", befand der Carabinieri-Hauptmann Vincenzo Coppola, nachdem er 23 von ihnen in Pristina und Prizren befreit hatte.(1) Im letzten Jahr wurden aus den 350 bosnischen Bordellen lediglich 460 Frauen befreit - dem stehen schätzungsweise 10.000 Frauen gegenüber, die in aller Heimlichkeit in diesen Häusern "aufgenommen" wurden.
 
Laut Gérard Stoudmann ist das ehemalige Jugoslawien die Drehscheibe des organisierten Verbrechens, "das seine Finger bis in die Spitzen des Staatsapparats im Spiel hat". Julia Harston, die UN-Vertreterin in Sarajevo, bezeichnet Bosnien zugleich als "Ziel, Durchgangsstation und Ausgangspunkt des Handels mit jungen Frauen". Der Frauenhandel sei "auffallend gut organisiert, ohne dass dabei nach Nationalität, ethnischer oder religiöser Zugehörigkeit unterschieden würde", bemerkt Vincent Coeurderoy, Chef der International Police Task Force (IPTF). In Mazedonien ist das Dorf Velezde ein regionales Zentrum der Prostitution. Allein in diesem Ort betreibt die albanische Mafia sieben Bordelle.(2) Ein Zuhälter wie der berüchtigte Bojko Dilaler verdient hier mehr als 20.000 Euro im Monat.
 
Albanien hat eine Schlüsselrolle in diesem schmutzigen Geschäft. Christian Amiard, der Chef des von der französischen Regierung eingerichteten Zentralen Büros für die Bekämpfung von Menschenhandel (OCRTEH), hat schon einiges an Scheußlichkeiten zu sehen bekommen. Dennoch konnte er es kaum begreifen, dass in Albanien "regelrechte Lager existieren, wo die Mädchen vergewaltigt und abgerichtet werden, bis ihr Wille gebrochen ist". Wenn die Frauen Widerstand leisten, schrecken die albanischen Zuhälter auch vor Folter nicht zurück: Sie fügen ihnen Verbrennungen und Elektroschocks zu, schneiden ihnen Gliedmaßen ab oder werfen sie einfach aus dem Fenster.
 
Tana de Zulueta ist Mitglied der Mafia-Untersuchungskommission im italienischen Parlament. Sie geht davon aus, dass "die Albaner ein regelrechtes Prostitutionskartell aufgebaut haben", mit anderen kriminellen Vereinigungen Geschäftsverbindungen unterhalten und ihre Aktivitäten auch immer wieder ausweiten. So hatte sich etwa eine einflussreiche Bande, die in den Abruzzen ihr Unwesen trieb und schließlich von den Carabinieri zerschlagen wurde, auf den Handel sowohl mit Drogen als auch mit jungen osteuropäischen Zwangsprostituierten spezialisiert. Nach Angaben des Sozialministeriums arbeiten in Italien etwa 50.000 Prostituierte, die Hälfte von ihnen Ausländerinnen. Der Umsatz aus diesem Geschäft beläuft sich nach vorsichtigen Schätzungen der Polizei auf monatlich 93 Millionen Euro.
 
"Warumj sind Balkanesen so brutal, primitiv, abscheulich???"

Weil wir sehr kurze Nerven haben, und aber unser größter Spaß daraus besteht, uns gegenseitig an den nerven zu zupfen... :roll:
 
In Frankreich kam die Prostitution von Osteuropäerinnen im November 1999 ans Licht der Öffentlichkeit, als die von 23 Messerstichen entstellte Leiche der 19-jährigen Ginka aus Bulgarien auf einem Pariser Boulevard gefunden wurde. Die Prostituierten aus Osteuropa, deren Anzahl in den letzten zwei bis drei Jahren sprunghaft gestiegen ist, machen nach Angaben von Christian Amiard in Frankreich über die Hälfte der ausländischen Prostituierten aus. Diese sind inzwischen genauso zahlreich wie die französischen Prostituierten. In Nizza arbeiten vor allem Kroatinnen, Russinnen und Lettinnen, in Straßburg sind es Tschechinnen und Bulgarinnen, in Toulouse Albanerinnen. Ein bulgarischer Frauenhändlerring, der monatlich über 30.000 Euro abwarf, konnte in Nizza durch die Polizei zerschlagen werden. Zuvor wurde das erwirtschaftete Geld per Postüberweisungen in die Heimat geschafft und dort ins Immobiliengeschäft investiert. Etwa die Hälfte der insgesamt 7.000 Pariser Prostituierten sind angeblich ausländischer Herkunft, unter ihnen befinden sich an die 300 Albanerinnen. Claude Boucher, Vorsitzende der Pariser Hilfsorganisation Bus des Femmes, weist darauf hin, dass eine osteuropäische Prostituierte täglich zwischen 15 und 30 Freier bedienen muss. Andernfalls wird sie von ihrem Zuhälter geschlagen, da dieser von ihr erwartet, dass sie zwischen 3.000 und 6.000 Franc am Tag abliefert. Insgesamt erarbeiten die etwa 15.000 Prostituierten in Frankreich jährlich schätzungsweise einen Umsatz von 3 Milliarden Euro.
 
Die albanischen Zuhälterringe operieren häufig von Belgien aus, insbesondere von Brüssel, wo sie mit Kurden und Türken um die Kontrolle der Bordelle von Antwerpen konkurrieren, in denen 450 osteuropäische Prostituierte tätig sind. Von dort aus überwachen sie die jungen albanischen, kosovarischen oder moldawischen Prostituierten, die in Paris und anderen französischen Großstädten arbeiten. Dagegen wird die planmäßige Ausbeutung von Ukrainerinnen, Tschechinnen, Slowakinnen und Bulgarinnen vornehmlich in Deutschland organisiert, so zum Beispiel in dem nahe der deutsch-französischen Grenze gelegenen Städtchen Kehl, wo Zuhälter und Prostituierte im selben Hotel wohnen. Die deutsche Polizei ist machtlos gegen sie, weil sie sich in Deutschland keine Straftaten zuschulden kommen lassen. Jeden Tag überqueren die Frauen die Europabrücke, um in Strßburg auf den Strich zu gehen. Dort hat sich die Anzahl der Prostituierten innerhalb der letzten zwei Jahre verdoppelt.
 
Um dem Einhalt zu gebieten, hat die elsässische Hauptstadt im August 2000 eine Verordnung erlassen, die Fahrzeugen das Parken auf bestimmten Uferstraßen verbietet. In London haben die Behörden die Straßenbeleuchtung verbessert und die Verkehrsführung in den Rotlichtvierteln Tooting und Kings Cross neu geregelt, um die Freier abzuschrecken. Mit derartigen Maßnahmen erreicht man allerdings nur eine Verlagerung des Problems. Sie dokumentieren im Übrigen hauptsächlich, wie hilflos und überfordert die westlichen Länder dem Phänomen gegenüberstehen. Die Schwierigkeit liegt mitunter darin, dass das Geschäft mit der Prostitution auf der einen Seite von den liberalen Bestimmungen des Schengener Abkommens profitiert und dass ihm auf der anderen Seite die von Land zu Land verschiedenen gesetzlichen Regelungen und die national begrenzte Wirksamkeit rechtlicher Maßnahmen zugute kommen.
 
Westeuropa ist in der Tat schlecht vorbereitet auf das Problem. Nach wie vor stehen sich zwei Lager gegenüber: Die einen wollen die Prostitution reglementieren, die anderen würden sie am liebsten ganz abschaffen (siehe Kasten). Für die einen stellt Prostitution ein notwendiges Übel dar, das aus sozialen, gesundheitlichen und moralischen Gründen möglichst unter Kontrolle gehalten werden muss. Die anderen halten sie für grundsätzlich unvereinbar mit der Würde des Menschen, auf die auch das internationale Übereinkommen gegen Prostitution von 1949 Bezug nimmt. Nur in einem Punkt sind sich die europäischen Länder einig: dass Prostitution keine Straftat darstellt.
 
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