Kiew friert, Moskau schweigt, Washington bittet
Eine Woche. Mehr hat der Präsident der Vereinigten Staaten nicht erbeten. Sieben Tage Schonfrist für eine Millionenstadt, während die Temperaturen in der Ukraine auf Werte fallen, bei denen Stromausfälle nicht abstrakt sind, sondern lebensgefährlich. Donald Trump sagte im Kabinett, er habe Wladimir Putin persönlich gebeten, Kyjiw und andere Städte für eine Woche nicht anzugreifen. Wegen der außergewöhnlichen Kälte. Putin habe zugestimmt, erklärte Trump. Eine Bestätigung aus dem Kreml gibt es nicht. Der Moment, in dem diese Aussage fällt, ist kein diplomatisches Randereignis, sondern ein Brennglas auf den Zustand dieses Krieges und auf die Logik, mit der er inzwischen verhandelt wird. Russland greift seit Monaten gezielt die zivile Infrastruktur der Ukraine an. Strom, Wasser, Heizung. Die Strategie ist offen benannt: den Winter zur Waffe machen. Ukrainische Behörden sprechen von der systematischen Nutzung von Kälte, Dunkelheit und Erschöpfung, um den Widerstand der Zivilbevölkerung zu brechen.
Trump: „Wegen der extremen Kälte habe ich Präsident Putin persönlich gebeten, Kyjiw sowie die Städte und Gemeinden für eine Woche nicht zu beschießen. Er hat dem zugestimmt. Und ich muss sagen, das war sehr nett.“ (Ob das eingehalten wird, bleibt abzuwarten – Anmerkung der Redaktion)
Während Trump im Weißen Haus von seiner Bitte berichtet, gehen die Angriffe weiter. In Odesa trifft eine Drohne ein Industrieobjekt. In der Region Saporischschja sterben drei Menschen, ein Wohnhaus brennt. In Dnipropetrowsk werden Menschen verletzt, Feuerwehren arbeiten die Nacht durch. In Kyjiw selbst werden erneut Schäden gemeldet, während die Stadt sich auf Temperaturen vorbereitet, die in manchen Regionen bis auf minus dreißig Grad fallen sollen. Trump nennt das Ergebnis seines Gesprächs einen Erfolg. Er sagt, viele hätten ihm geraten, den Anruf nicht zu verschwenden. Man werde nichts erreichen. Doch Putin habe zugestimmt, und darüber sei man sehr zufrieden. Wann das Gespräch stattgefunden hat, ab wann die angebliche Pause gelten soll, welche Städte genau umfasst sind und was passiert, wenn sie gebrochen wird, bleibt offen. Das Weiße Haus liefert keine Klarstellungen.
Eine Woche. Mehr hat der Präsident der Vereinigten Staaten nicht erbeten. Sieben Tage Schonfrist für eine Millionenstadt, während die Temperaturen in der Ukraine auf Werte fallen, bei denen Stromausfälle nicht abstrakt sind, sondern lebensgefährlich.
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