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Die AfD als Retterin des Abendlandes?

Weil es so rum schneller geht: Das sind die 7 unbedenklichen Passagen aus 421.326 AfD-E-Mails

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Ein von der Hackergruppe Hexane veröffentlichtes Datenleak umfasst etwa 421.326 E-Mails sowie Dokumente aus mehreren AfD-E-Mail-Postfächern. Derzeit werten zahlreiche Medien alle E-Mails aus, die rassistische, antisemitische, frauenfeindliche, verfassungsfeindliche und menschenverachtende Inhalte haben. Eine wahre Herkulesaufgabe! Weil es so rum viel schneller geht, stellt der Postillon lieber alle 7 unbedenklichen Passagen aus den 421.326 Mails vor:

 

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Chef der oberösterreichischen Grenzpolizei wollte AfD beitreten
Das Ansuchen des Spitzenpolizisten Walter Folger-Mangel stieß auf Interesse bei der Partei, die Satzung der AfD ließ Ausländer mit ausländischem Hauptwohnsitz aber nicht zu

Im April 2019 beschäftigte sich der Bundesvorstand der deutschen teils rechtsextremen AfD mit einer ungewöhnlichen Personalie: Ein Spitzenpolizist aus Österreich hatte beantragt, Parteimitglied zu werden.

Noch dazu einer, dessen Aufgabengebiet ideal zu den politischen Inhalten der AfD passt: Walter Folger, damals bereits als Leiter der Grenzpolizei in Oberösterreich auserkoren. Er hatte seinen Antrag einige Monate zuvor, im Oktober 2018, gestellt, als er noch im Büro Strategie- und Dienstvollzug der Landespolizeidirektion war.

Übermittelt wurde das Ansuchen des ehemaligen stellvertretenden Leiters des Landeskriminalamts offenbar über das Büro des damaligen AfD-Abgeordneten Frank Pasemann, der nur ein Jahr später wegen antisemitischer Umtriebe aus der Partei ausgeschlossen wurde. Pasemann galt schon damals dem völkisch-nationalistischen und rechtsextremen Lager der Partei rund um Björn Höcke zugehörig.

 
„Spiegel“: Weidel durch geleakte Mails unter Druck
Wegen einer illegalen Großspende aus der Schweiz könnte AfD-Kochefin Alice Weidel erneut unter Druck geraten. Wie der „Spiegel“ gestern berichtete, nähren von Hackern ins Netz gestellte parteiinterne E-Mails den Verdacht, dass Weidel als Spitzenkandidatin im Bundestagswahlkampf 2017 deutlich früher über den Eingang der Spenden informiert war als bisher behauptet.

Der Rechercheverbund aus NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ hatte im November 2018 enthüllt, dass der AfD-Kreisverband Bodensee vor der Bundestagswahl 2017 mehr als 132.000 Euro von einer Schweizer Firma erhalten hatte. Parteispenden aus Nicht-EU-Staaten sind grundsätzlich illegal. Die AfD musste eine Strafzahlung von rund 396.000 Euro an den Bundestag leisten.

Spende in 17 Tranchen
Der „Spiegel“ und andere Medien werteten inzwischen die von Hackern geleakten Mails aus. Demnach bat Weidel am 10. Juli 2017 die damalige Schatzmeisterin ihres AfD-Kreisverbands auf „eventuelle Spendeneingänge“ zu achten, mit denen sie ihren Social-Media-Wahlkampf bestreiten wolle. Vier Tage später ging dem „Spiegel“-Bericht zufolge die erste von 17 Tranchen der gestückelten Großspende in Höhe von rund 132.000 Euro auf dem Konto der AfD Bodenseekreis ein, versehen mit dem Verwendungszweck „Wahlkampfspende Alice Weidel Social Media“.


Wie gehabt, Rechtsextreme Parteien und Korruption gehen Hand in Hand. Natürlich gilt die Unschuldsvermutung
 
Investigative Recherche: Die AfD bettelte bei Trump und bringt ihren Beamten die verfassungstreue Wortwahl bei
Ein Archiv hat keinen Sinn für Takt. Den Ton bewahrt es trotzdem, Jahre später reicht es ihn unverändert zurück. Es werden noch viele Recherchen notwendig sein. Hier ein erster Teil dieser Recherche.

Am 8. Mai 2025 schrieb der Bundesvorstand der AfD an „Mitglieder und Förderer“, darunter Leif-Erik Holm in Schwerin. Gefeiert wurde ein „erster Erfolg“ gegen die „willkürliche und rechtswidrige“ Hochstufung durch den Verfassungsschutz. Drei Tage nach der Klage vom 5. Mai hatte die Behörde dem Verwaltungsgericht Köln zugesagt, die Einstufung als gesichert rechtsextremistisch bis zur Eilentscheidung auszusetzen, ohne Anerkennung einer Rechtspflicht. Ein Freispruch war das nie. Die Behörde hielt lediglich inne. Kostbar macht das Schreiben ein anderer Abschnitt. Für die „zahlreichen“ Mitglieder im öffentlichen Dienst, die um ihre Zukunft bangten, habe man eine Handreichung aktualisiert, mit 4 Ratschlägen. „Differenzieren Sie in Ihrer Wortwahl und bleiben Sie mit Ihren Äußerungen im verfassungskonformen Bereich.“ „Distanzieren Sie sich von verfassungsfeindlichen Äußerungen.“ Vorstände sollen ihr Amt nutzen, „bei Bedarf mäßigend auf andere einzuwirken“. Und: „Halten Sie Ihre politische Einstellung aus Ihrer beruflichen Tätigkeit beim Staat heraus.“ Das diene dem Schutz der Beschäftigten und „der gesamten AfD“.

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Ein AfD-Landesvorstand will Götz Kubitschek nur auf Eis legen, bis wieder „normale Verhältnisse“ herrschen
Ein Abschied mit Rückfahrkarte ist eine Verabredung.

Am 25. August 2025 um 19:01 Uhr schickt Hans Neuhoff, Professor für Musiksoziologie und Beisitzer im nordrhein-westfälischen Landesvorstand der AfD, eine E-Mail an den Düsseldorfer Kreisverband. Es geht um Götz Kubitschek, einen der bekanntesten Köpfe der extremen Rechten in Deutschland. Die förmliche Zusammenarbeit mit ihm solle man aussetzen, schreibt Neuhoff, „bis in Deutschland wieder normale Verhältnisse herrschen“. Dahinter setzt er eine Klammer. „(Ich gehe also davon aus, dass das kommen wird.)“

Den Schriftwechsel, folgt weiter unten im Artikel, haben wir nun vollständig ausgewertet und gesichert. Gestritten wird darin über einen Rechtsextremisten. Über seine Gesinnung fällt kaum ein Wort, über den richtigen Zeitpunkt für gemeinsame Auftritte umso mehr.

Kubitschek, Jahrgang 1970, lebt in Schnellroda in Sachsen-Anhalt. Dort gründete er im Jahr 2000 mit anderen das Institut für Staatspolitik, und das Dorf wurde über die Jahre zum Wallfahrtsort der extremen Rechten. Von dort gingen Vorträge und Schriften aus. Der Antaios-Verlag schuf einen eigenen Vertriebsweg für Bücher, die Volk und Nation ethnisch denken und die liberale Demokratie angreifen. Das Bundesamt für Verfassungsschutz stufte das Institut im April 2023 als gesichert rechtsextremistische Bestrebung ein. 2024 löste sich der Trägerverein auf, das Umfeld blieb. Auch den Antaios-Verlag führt der Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch. Dort erschienen Bücher von Martin Sellner, dem führenden Kopf der Identitären Bewegung, ebenso ein Buch von Maximilian Krah, damals AfD-Abgeordneter im Europaparlament. Mit Björn Höcke verbindet Kubitschek eine lange Geschichte. Den sogenannten Flügel um Höcke versorgte Schnellroda mit Gedanken, die Erfurter Resolution von 2015 gegen die Parteiführung um Bernd Lucke stammte im Entwurf aus Kubitscheks Feder.

Diese Nähe ist alt. Neu ist, wie offen die Partei intern über ihre Pflege spricht.

Der Streit beginnt Ende März 2025 in Dortmund. Elmar Salinger, Sprecher des Düsseldorfer Kreisverbands, sitzt als Zuhörer in einem Vortrag Kubitscheks. Kurz darauf sagen Redner der eigenen Partei ihre Düsseldorfer Termine ab. Veranstaltungen am 15. April und am 26. Mai müssen umgeplant werden. Peter Boehringer, stellvertretender Bundessprecher, habe auf Nachfrage mitgeteilt, ihm sei von einem „Auftrittsverbot“ für den Kreisverband berichtet worden, schreiben die Düsseldorfer. Schriftlich habe er sein Bedauern über die „Querelen“ geäußert und ausdrücklich den Landesvorstand als beteiligt genannt. Kris Schnappertz, damals Beisitzer im Düsseldorfer Vorstand und zugleich Pressesprecher der Landespartei, habe das in einer Vorstandssitzung bestätigt, laut Protokoll.

 
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