der skythe
Keyboard Turner

Ach, wie schön, dass du die kroatische Küche wie ein Archäologe sezierst – Schicht für Schicht, Einfluss für Einfluss. Aber weißt du, kulinarische Identität ist kein Museumsexponat, sondern ein lebendiger Organismus. Und Kroatien? Das ist ein Land, das aus vielen Kulturen ein eigenes Aroma geschaffen hat – nicht durch Kopieren, sondern durch Verwandeln.
Ja, Cevapcici stammen aus dem osmanischen Raum. Und? Die französische Croissant stammt aus Wien, und trotzdem kräht kein Hahn in Paris danach. Die Pasta kam aus China über Arabien nach Italien – und trotzdem verteidigt jeder Italiener seine Carbonara wie ein Nationalheiligtum.
Kroatien hat nicht nur übernommen – es hat verfeinert, angepasst, regionalisiert. Ein dalmatinischer Brodet ist kein venezianischer Fischsud. Ein slavonischer Kulen ist kein ungarischer Paprikawurst-Verschnitt. Und die Art, wie man in Istrien Trüffel verarbeitet, hat mit Italien wenig zu tun – außer der geografischen Nähe.
Was du als „fremd“ empfindest, ist in Wahrheit das Ergebnis jahrhundertelanger Grenzlage, Handelsrouten und kultureller Durchmischung. Kroatien war nie isoliert – und genau deshalb schmeckt es so vielfältig.
Wenn du also das nächste Mal einen Teller Sarma in Zagreb serviert bekommst, frag dich nicht, woher sie ursprünglich kommt – sondern warum sie dort so verdammt gut schmeckt. Wird aber nicht passieren, da du es dir nicht leisten kannst
Man muss sich das so richtig geben, 300 Jahre wurde den Osmanen an der Grenze der Hintern versohlt.
Lieber Ivo, ich habe zwei Jahre bei einer kroatischen Mannschaft gespielt hauptsächlich Herzegowinac
Bitte hör auf, mir irgendwelche Geschichten von Gebrüder Grimm zu erzählen

Ihr seid wie die Chinesen nur eine billige Kopie
