Aktuelles
  • Herzlich Willkommen im Balkanforum
    Sind Sie neu hier? Dann werden Sie Mitglied in unserer Community.
    Bitte hier registrieren

Die Stadt Wien

Weniger Sponsoren, mehr Hass auf der Straße: Wiener Pride feiert gegen den Backlash
Während die Politik bei besserem Schutz vor Diskriminierung mauert und die Feindseligkeit steigt, muss die Pride in der Hauptstadt schrumpfen. Wie ist die Lage für queere Menschen in Österreich?

Hunderttausende Menschen werden am Samstag am Wiener Ring tanzen: Die Regenbogenparade, die größte jährliche Demo Österreichs, steht wieder an. Sie gilt zwar auch als wuchtige Freiluftparty, ist aber vor allem ein Protest – gegen die immer noch nicht vollzogene Gleichberechtigung queerer Menschen in Österreich.

Diesmal wird sie allerdings zu einem Protest unter Sparzwang: Die Stadt Wien hat die Förderung für die Pride aus Budgetgründen auf rund 350.000 Euro fast halbiert. Zugleich gingen wichtige internationale Sponsoren verloren, darunter die Firmen Durex und Absolut Vodka.

Zwar sprangen neue Geldgeber ein, es bleibt aber ein Minus: Vor zwei Jahren zählte die Pride 51 Sponsoren, jetzt 43. Deren Beitrag sei essenziell, da man sich "nicht auf politische Entwicklungen verlassen" wolle, so Veranstalterin Katharina Kacerovsky-Strobl dem STANDARD. Die Parade selbst wird wie gewöhnlich stattfinden, allerdings müssen begleitende Events wie das Pride Village am Rathausplatz schrumpfen.

Globale Rückschritte
Die abgespeckte Pride ist damit weit mehr als ein Ausdruck einer angespannten wirtschaftlichen Lage: Sie ist zugleich Symptom und Symbol für einen globalen Backlash. Denn weltweit kämpfen Veranstalter mit Geldnot – auch, weil sich Sponsoren in einer neuen politischen Gemengelage zurückziehen. Schon seit mehreren Jahren tobt ein Feldzug vor allem rechter und rechtsradikaler Parteien gegen sogenannte "Wokeness", zu der queere Rechte gezählt werden.

 
Weniger Schüler mit Deutschdefiziten erwartet
Die Zahl der Schülerinnen und Schüler mit mangelnden Deutschkenntnissen dürfte in Wien deutlich sinken. Darauf deuten neue Zahlen des Bildungsministeriums hin. Im nächsten Schuljahr werde ein Rückgang bei den außerordentlichen Schülerinnen und Schülern um 18 Prozent erwartet.

In den vergangenen Jahren stieg die Zahl der außerordentlichen Schülerinnen und Schüler in Wien stark – einerseits durch den Krieg in der Ukraine, andererseits durch den verstärkten Familiennachzug. 2019 wurden noch 12.979 Schülerinnen und Schüler außerordentlich geführt worden, 2024 wurde der bisherige Höchststand von 20.268 erreicht. Halten die Prognosen des Bildungsministeriums so soll diese Zahl im kommenden Schuljahr auf rund 15.500 sinken.

ÖVP: Zu wenig Deutschförderung in Kindergärten
Die Wiener ÖVP sieht einen deutlichen Effekt durch das Aussetzen des Familiennachzugs. Das hätte den Druck reduziert, denn teilweise seien davor noch mehrere hundert Kinder pro Monat neu nach Wien gezogen und hätten Schulplätze benötigt.

 
Ganz Wien hat Angst vor dem Pfandring. Ganz Wien? Nein!
Wien macht Pfandsammelnden das Leben schwer, aber zum Glück sind zwei Bezirke anders und nehmen die Sache nun per Kunstprojekt selbst in die Hand

Wien rühmt sich per Slogan anders zu sein. Bunt, weltoffen, divers, sozial. Doch das eigenwillige "Gegen den Strom"-Image, mit dem die Stadt immer so gerne kokettierte, hat Schrammen bekommen, die soziale Wärme kühlt spürbar ab. Stichwort Stadtmöblierung etwa. Die entwickelt sich immer mehr zu einer stillen Kunstform der Obdachlosenabwehr.

Jüngstes Anschauungsbeispiel: der Umgang mit dem Thema Pfandflaschen und -dosen. Während in deutschen Großstädten wie Berlin oder Düsseldorf das Pfandflaschensammeln schon lange Tradition hat, und Menschen bereitwillig ihre leeren pfandpflichtigen Getränkeverpackungen spendieren, indem sie diese in sogenannten Pfandringen und ähnlichen, an und um die Mistkübel angebrachten Vorrichtungen deponieren, müssen Pfandsammelnde in Wien erst tief im Müll wühlen. Denn: Wer Pfandflaschen fürs Sammelvolk freundlich neben den Mistkübel stellt, gilt hierzulande nicht als sozial, sondern als Verursacher einer Verwaltungsübertretung.

Linz, Salzburg, Graz und Innsbruck testen nach deutschem Vorbild Sammelringe und Co. Die in der Bundeshauptstadt zuständige Magistratsabteilung (MA) 48 hält diese jedoch optisch und hygienisch unzumutbar. Also lieber Pfandbedürftige demütigen und Gefahr laufen lassen, sich bei der Suche in den Tonnen zu verletzen, als das Stadtbild zu stören.

 
Wiener Innenstadt erwartet Tropennächte mit Tiefsttemperatur von 27 Grad
Die Zahl der Hitzetage und Tropennächte nimmt zu. In der Wiener Innenstadt werden in den Nächten am kommenden Wochenende Tiefstwerte zwischen 25 und 27 Grad erwartet

Die seit Tagen andauernde Hitzewelle steuert am Wochenende auf ihren Höhepunkt zu: Im Osten Österreichs werden laut den Meteorologen von Geosphere Austria besonders für Sonntag bis zu 40 Grad Celsius erwartet. Nach Angaben von Ubimet könnten neue Juni-Temperaturrekorde in allen Bundesländern erreicht werden. Der bisherige österreichische Temperaturrekord stammt aus dem August 2013: In Bad Deutsch-Altenburg im niederösterreichischen Bezirk Bruck an der Leitha wurden 40,5 Grad verzeichnet.

Belastend sind die heißen Temperaturen für den menschlichen Körper aber nicht nur untertags. Neben den Hitzetagen nehmen auch die Tropennächte mit der voranschreitenden Klimaerwärmung signifikant zu. Die Aussichten auf Nächte, in denen es bei Tiefsttemperaturen über 20 Grad kaum abkühlt, haben es in den kommenden Tagen in sich.

Besonders betroffen ist die dicht verbaute und seit Tagen aufgeheizte Wiener Innenstadt: Michele Salmi vom Wetterdienst Ubimet erwartet hier bis inklusive Mittwoch eine Reihe weiterer Tropennächte. In der Nacht auf Sonntag werden 26 Grad als Tagesminimum erwartet, in der Nacht auf Montag 27 Grad, sagt er auf STANDARD-Anfrage. In Wohnungen, die kühlere Nächte und Durchzug brauchen, um halbwegs erträgliche Temperaturen erreichen zu können, ist an erholsamen Schlaf nicht zu denken.

Damit wackelt auch der bisherige Tropennacht-Rekord für Wien: Am 2. August 2017 sowie am 23. Juli 2015 wurde es in der City jeweils nicht kälter als 26,9 Grad. Bis dato wurden in der Wiener Innenstadt im Juni bereits acht Tropennächte verzeichnet, bis Ende Juni dürften noch fünf weitere dazu kommen.

Eisenstadt und Wien voran

 
Geothermie in Aspern übertrifft Erwartungen
Wien Energie und OMV sehen bei den Tests für die Tiefengeothermieanlage in Wien-Aspern die Erwartungen übertroffen. Mit der verfügbaren Durchflussleistung sollen um 5.000 Haushalte mehr als geplant versorgt werden.

OMV und Wien Energie waren vor den Tests von Formationswasser mit etwa 100 Grad Celsius ausgegangen. Tatsächlich wurden nun Temperaturen von 104 Grad Celsius gemessen. Mit der verfügbaren Durchflussmenge kann die prognostizierte thermische Leistung von 20 Megawatt auf 25 Megawatt erhöht werden. Damit sollen 25.000 Wiener Haushalte mit Heizung und Warmwasser versorgt werden.

„Unsere Hoffnungen haben sich mehr als erfüllt und die Prognosen der Leistungskapazität der Tiefengeothermie in Aspern weit übertroffen. Die Tests liefern ein sensationelles Ergebnis“, wurde Ulli Sima (SPÖ), Stadträtin für Stadtentwicklung, Mobilität und Wiener Stadtwerke, in einer Aussendung zitiert. Die Anlage in Aspern soll laut Wien-Energie-Geschäftsführer Sascha Zabransky die Basis für die Nutzung von Tiefengeothermie in Wien sein: „Bis 2040 werden wir etwa ein Viertel der Wiener Fernwärme mit Tiefengeothermie erzeugen.“

 
Zurück
Oben