Aktuelles
  • Herzlich Willkommen im Balkanforum
    Sind Sie neu hier? Dann werden Sie Mitglied in unserer Community.
    Bitte hier registrieren

Die Stadt Wien

„Wien war anders“
Sozialkürzungen zeigen „deutlichen Wandel“
Anlässlich des Internationalen Tags der Sozialen Arbeit findet in Wien am Dienstag eine Kundgebung gegen die aktuellen Kürzungen im Wiener Sozialbereich statt. Für Fachleute zeigen diese einen deutlichen Wandel bei jener Sozialpolitik, für die das sozialdemokratisch geprägte Wien lange bekannt war – mit gravierenden Folgen für die Betroffenen. Seitens der Stadt Wien verwies man auf den Sparzwang.

„Die Kürzungen sind ein Ausdruck einer Sozialpolitik, die sich in den vergangenen zehn Jahren stark gewandelt hat“, sagt Thomas Valina gegenüber ORF.at. Er unterrichtet Soziale Arbeit mit Schwerpunkt materielle Sicherung an der Hochschule Campus Wien.

Zwar seien auch andere Bundesländer stark von Leistungskürzungen betroffen, gerade bei Wien sei man es bisher aber einfach „anders gewohnt“ gewesen, so Valina. Unter Kritikerinnen und Kritikern im Sozialbereich sei bereits der Slogan der Stadt abgeändert worden: „Wien war anders“. Für ihn bringe das die Situation gut auf den Punkt.

Auch er wird an der vom Berufsverband der Sozialen Arbeit (OBDS) organisierten Kundgebung teilnehmen – und zuvor im Zuge einer offenen Lehrveranstaltung Fallbeispiele präsentieren, die zeigen sollen, was die Kürzungen in der Praxis bedeuten, etwa für Alleinerziehende, Menschen mit Behinderung, Mindestpensionisten und subsidiär Schutzberechtigte.

 
Beim neuen Ring-Radweg muss die Stadt beweisen, wie ernst sie es meint
Der geplante Umbau der zentralen Wiener Verkehrsachse für den Rad- und Fußverkehr ist wichtig, aber das Ungleichgewicht zugunsten der Autos bleibt

Anstrengend und nervraubend: So erleben die meisten, die Rad fahren oder gehen, den Wiener Ring. Überholen ist auf dem schmalen und überfüllten Radweg dort nahezu unmöglich. Beinahe oder tatsächliche Zusammenstöße zwischen Fußgängerinnen und Radfahrern auf den antiquierten Mischflächen oder beim Queren sind leider Teil der Erfahrung.

Gut, dass die Stadt das ändern möchte und den Ring in Etappen umbaut. Anstatt den Fuß- und Radverkehr zusammenzuquetschen, werden breite, voneinander getrennte Bereiche geschaffen. Das ist mehr als überfällig.

Die Grundungerechtigkeit bleibt jedoch: Die vielen Autofahrspuren werden erhalten – und damit eine Raumverteilung zugunsten des motorisierten Verkehrs. Limitierender Faktor seien hier die Straßenbahngleise, sagt Stadträtin Ulli Sima (SPÖ). Das leuchtet durchaus ein.

Aufs Minimum beschränken
Umso mehr aber muss die Stadt in den Nebenfahrbahnen beweisen, dass sie den Fuß- und Radverkehr wirklich ernst nimmt. Das tut sie, indem sie diese und die dortigen Parkplätze in Geh- und Radbereiche umfunktioniert. Jede Park- und Zufahrtsmöglichkeit, die für Autos bleiben soll, muss jedoch genau überdacht und hinterfragt sein. Denn damit wird wieder Raum still und leise weggezwackt.

 
Skandale in Wiener Kindergärten: Versagen der SPÖ, Lehre für die Neos
Der Fördergeldmissbrauch in privaten Kindergärten fällt primär unter die Verantwortung der SPÖ. Doch in einem schlanken Staat à la Neos wird die Qualität kaum steigen

Die Zustände sind haarsträubend: Offenbar haben Betreiber privater Kindergärten in Wien reichlich Fördergeld für private Zwecke abgezweigt. Aufgedeckt hat die Missstände nicht etwa eine Überprüfung durch die Gemeinde, sondern ein Bericht des Stadtrechnungshofes. Hätte die oppositionelle ÖVP diesen nicht angestoßen, wäre selbst dieser kleine Ausschnitt eines wohl größeren Bildes verborgen geblieben.

Die Verantwortung für das Kontrollversagen liegt in erster Linie bei der Wiener SPÖ, die im Großteil des Prüfungszeitraumes zuständig war. Ein Stück reichen die Vorwürfe auch in die Zeit der Neos, die seit Herbst 2020 das Bildungsressort leiten. Ob die in der Folge ausgerufene "Aktion scharf" wirklich einen Sittenwandel auslöst, werden erst künftige Prüfberichte zeigen. Für die Ernsthaftigkeit spricht, dass mittlerweile eine Reihe dubioser Einrichtungen die Förderung verloren hat. Skeptisch stimmt hingegen, dass ein in der Vergangenheit besonders übel aufgefallener Verein weiter werken darf– weil die Behörde eine Läuterung zu erkennen glaubt.

Pinker Widerspruch
Doch Kontrolle hängt nicht nur am Willen, sondern auch am Personal – und damit am Geld. Die Wiener Erfahrung wäre deshalb ein Anlass für die Neos, über Widersprüche in den eigenen Programmen nachzudenken: Denn dort findet sich nicht nur der Ruf nach ausgebauten Kindergärten in Topqualität, sondern auch nach dem schlanken Staat mit radikal gesenkten Steuern. Beides zugleich ist unrealistisch. (Gerald John, 8.4.2026)

 
Mit mittlerweile 1.800 öffentlichen Trinkbrunnen erreicht Wien einen neuen Rekord. Und dieses Wasser ist einzigartig: täglich frisch aus den Alpen, in höchster Qualität, direkt und ohne Umwege in unsere Stadt – und dank vorausschauender Investitionen auf Jahrzehnte gesichert.
Und zusätzlich erstrahlen jetzt 12 „Brunnhilden“ an stark frequentierten Orten im ESC-Look und versorgen Besucher:innen mit bestem Wiener Hochquellwasser. Gerade an heißen Tagen sind frei zugängliche Trinkbrunnen ein wichtiger Beitrag für Gesundheit, Lebensqualität und soziale Gerechtigkeit. Denn in Wien gilt: Gute Versorgung darf keine Frage des Geldes sein.

Sie haben keine Berechtigung Anhänge anzusehen. Anhänge sind ausgeblendet.
 

Anhänge

    Sie haben keine Berechtigung Anhänge anzusehen. Anhänge sind ausgeblendet.
Neuer Gemeindebau in Neubau wird bezogen
Auf dem Areal des ehemaligen Sophienspitals in Wien-Neubau ist in den vergangenen Jahren ein neues Stadtquartier entstanden – unter dem Namen „Sophie 7“. Nun ist es fertig. Am Montag war Schlüsselübergabe im dort neu errichteten Gemeindebau.

Wo früher Patientinnen und Patienten behandelt wurden, wohnen jetzt Familien. 46 Wohnungen befinden sich in dem neuen Gemeindebau in der Apollogasse. Das frühere Sophienspital wurde 2015 geschlossen. Viele historische Gebäudeteile blieben erhalten. Auf rund 1,3 Hektar entstanden insgesamt 222 geförderte Wohnungen.

Sie haben keine Berechtigung Anhänge anzusehen. Anhänge sind ausgeblendet.


„Es war ein altes Spitalsgebäude und hat viele unterschiedliche Nutzungen hinter sich gehabt, und entsprechend war die Bausubstanz in einem sehr schlechten Zustand“, sagte Tobias Rath, Architekt bei F+P Architekten. „Das heißt, Hauptaugenmerk war die Statik, dass das Gebäude auch hält. Wir haben doch ein ganzes Stück weggenommen und dafür waren einige Ertüchtigungsarbeiten vonnöten.“

Kindergarten und Seniorentreff
Im Gemeindebau sind einige Wohnungen mit hohen Räumen und Altbauflair, andere im neuen Teil sind sehr modern. Das neue Stadtquartier hat einen Kindergarten, einen Seniorentreff, eine Volkshochschule und ein Veranstaltungssaal. „Weil’s für uns in der Stadt sehr, sehr wichtig ist, dass es eine soziale Durchmischung gibt, und zwar in der gesamten Stadt, in jedem Stadtteil, aber auch innerhalb der einzelnen Wohnhausanlagen“, so Wohnbaustadträtin Elke Hanel-Torsch (SPÖ). Zudem würden sich niedrige Mieten auf den gesamten Wohnungssektor auswirken.

 

Anhänge

    Sie haben keine Berechtigung Anhänge anzusehen. Anhänge sind ausgeblendet.
Wien als Zufluchtsort für umstrittenen Politiker
Wie Rıza Nur, Mitbegründer der Türkei, im Jahr 1911 das Zentrum der österreichisch-ungarischen Monarchie erlebte

In seinem Gastblogbeitrag beschreibt Yavuz Köse, Professor für Turkologie an der Universität Wien, den Aufenthalt des osmanischen Politikers Rıza Nur Anfang des 20. Jahrhunderts in Wien und dessen aus dieser Zeit gewonnene Sicht auf die Stadt. Anschließend wirft Köse auch einen Blick aus der Gegenwart auf Rıza Nurs Einschätzung.

1911 hielt sich der osmanische Politiker, Arzt und Autor Rıza Nur (1874–1942) mehrere Wochen in Wien auf. Er kam nicht als Tourist, sondern als politisch Bedrohter: Nach Gefängnisaufenthalten, öffentlicher Diffamierung und Morddrohungen verließ er Istanbul, um Abstand zu gewinnen und – da gesundheitlich angeschlagen – medizinische Hilfe zu suchen. Wien bot ihm zudem etwas, das ihm zuletzt fehlte: persönliche Sicherheit.

Während seines Aufenthalts verfasste Rıza Nur mehrere Texte, die er selbst als "Wiener Briefe" bezeichnete. Sie waren zur Veröffentlichung vorgesehen, blieben jedoch unveröffentlicht und wurden erst Jahrzehnte nach seinem Tod wiederentdeckt. Inhaltlich bewegen sie sich zwischen Stadtbeschreibung, politischem Kommentar und vergleichender Reformkritik.

 
Wie viel ein Kindergartenplatz in Wien kostet
Die Stadt Wien will das Fördersystem für Kindergärten reformieren. Als Basis hat man nun erstmals errechnet und offen gelegt, wieviel ein Kindergartenplatz in Wien überhaupt kostet. Zwischen den privaten und städtischen Kindergärten gibt es dabei deutliche Unterschiede.

Ein städtischer Kindergartenplatz kostet durchschnittlich 13.767 Euro pro Jahr. Private Träger wiederum erhalten 9.088 Euro pro Jahr und Kind an Förderung. Verantwortlich für die Differenz sind unter anderem die Aufwände für Inklusionsplätze bzw. heilpädagogische Gruppen. Dieser Bereich wird fast gänzlich von der Stadt abgedeckt.

Wie die zuständige Stadträtin, Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling (NEOS), im Gemeinderat bzw. in einem Mediengespräch ausführte, konnte eine derartige Kostenrechnung erstmals erstellt werden. Die Daten seien zwar immer grundsätzlich vorhanden gewesen, sie seien nun aber zum ersten Mal entsprechend aufbereitet worden. Die Methode soll durch die damit geschaffene Transparenz die Basis für die Reform des Fördersystems schaffen, erläuterte Emmerling.

80 Prozent Personalkosten bei Stadt
Die Beträge liegen noch nicht aktuell vor, da etwa für 2025 der Rechnungsabschluss noch nicht erstellt wurde. Berechnet wurde vorerst nur das Jahr 2023. 80 Prozent der Kosten für einen Betreuungsplatz in einem städtischen Kindergarten entfielen auf Personalkosten.

Als Vergleich wurde die Fördersumme für private Träger herangezogen, die durch die geförderten Plätze geteilt wurde. Die Kostenrechnung der privaten Kindergärten, so betonte Emmerling, würde der Stadt nicht vorliegen: „Die Fördersumme deckt natürlich nicht den kompletten Betrieb des Trägers ab.“ Diese dürften zudem in einem gewissen Ausmaß Elternbeiträge einheben.

Mehrkosten durch Integrationsplätze und Heilpädagogik
Der Unterschied ergibt sich laut ihren Angaben auch aus dem Umstand, dass die städtischen Einrichtungen mit rund 1.100 Integrationsplätzen und 400 heilpädagogischen Plätzen rund 90 Prozent des Gesamtbedarfs in diesem Bereich abdecken. Vor allem in der Heilpädagogik koste eine Betreuung jährlich bis zu 35.000 Euro, hob sie hervor.

 
Neue Zahlen aus Wien: Muslime in Mittelschule, Christen in Privatschule
Anteil muslimischer Schüler in Wien steigt, in öffentlichen Mittelschulen stellen sie fast 50 Prozent. Ein Artikel mit interaktiver Grafik.
Der Anteil katholischer Schüler in den Wiener Schulen geht zurück, während die Zahl muslimischer Schüler steigt: Diese Entwicklung hat sich auch im Schuljahr 2025/2026 fortgesetzt. Große Unterschiede gibt es jedoch zwischen den öffentlichen und privaten Schulen. Das zeigen die aktuellen Daten zu den Religionsbekenntnissen der Wiener Schüler, welche die Bildungsdirektion Wien erhoben hat. Sie liegen der „Presse“ vor.

Die Daten basieren auf den Angaben der Erziehungsberechtigten. Erhoben wurden sowohl die Zahlen für die öffentlichen als auch die privaten Volks-, Mittel-, Sonderschulen sowie polytechnischen Schulen. Zahlen zu den Religionsbekenntnissen der Schüler in den höheren Schulen wie Gymnasien sind übrigens nicht bekannt. Dazu gibt es bisher keine Erhebungen.

Die von der Wiener Bildungsdirektion erhobenen Zahlen umfassen insgesamt rund 128.000 Schüler. Der ganz überwiegende Teil von ihnen besucht eine öffentliche Schule, es handelt sich um rund 114.000 Schüler, also 89 Prozent. Die Privatschüler sind klar in der Minderheit: Sie machen mit knapp 14.000 Schülern elf Prozent aller Wiener Schüler aus.

Muslime in der Mehrheit
Zunächst zu den öffentlichen Schulen: Dort stellen Kinder und Jugendliche mit islamischem Glaubensbekenntnis die größte Gruppe. Ihr Anteil beträgt rund 42 Prozent, so wie in den Vorjahren ist diese Gruppe gewachsen. Im Schuljahr 2024/2025 lag der Anteil bei 41,2 Prozent; im Schuljahr davor bei 39,4 Prozent. In den Wiener Mittelschulen stellen Muslime mit 49,4 Prozent beinahe die absolute Mehrheit.

Sie haben keine Berechtigung Anhänge anzusehen. Anhänge sind ausgeblendet.


 

Anhänge

    Sie haben keine Berechtigung Anhänge anzusehen. Anhänge sind ausgeblendet.
„Dann konvertieren die nicht-muslimischen Kinder zum Islam“
In manchen Wiener Schulen sei die Konversion zum Islam „wirklich ein Thema“, sagt Integrationsexperte Kenan Güngör. Moderaten Muslimen würden Argumente gegen die Eiferer fehlen.

Die Presse: Der Anteil muslimischer Schüler in Wien nimmt zu. In den öffentlichen Pflichtschulen beträgt er im heurigen Schuljahr 42 Prozent. Wie ordnen Sie diesen Trend ein?

Kenan Güngör: Der Anteil der Muslime in Österreich ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Das macht sich in den Schulen bemerkbar – auch, weil die Geburtenrate unter Zuwanderern etwa aus Syrien, Afghanistan und dem Irak höher ist. Dadurch nimmt der Anteil auch an konservativen Muslimen zu.

Warum?

Früher waren in den Schulen vor allem türkeistämmige Muslime stärker vertreten. Seit einigen Jahren steigt der Anteil der arabischsprachigen Muslime. Dadurch wird das Islamverständnis zunehmend arabisiert.

Was sind die Unterschiede?

Das traditionelle Islamverständnis in der Türkei war vergleichsweise etwas pluraler und säkularer ausgelegt: In der Türkei gab beziehungsweise gibt es noch einen traditionellen Alltagsislam, der viel mehr Pluralität in sich zuließ. Der arabische Islam ist homogener, koranfixierter, dadurch tendenziell rigider und „salafistischer“. Jugendliche, die aus Syrien und Afghanistan kommen, sind im Schnitt „religiöser“ als die türkeistämmigen Schüler.

 
Sonntagsöffnung: Wien ist keine internationale Metropole, Wien ist Provinz
Die Stadt feiert sich als internationale Metropole. Die geschlossenen Geschäfte während des Song Contest zeichnen ein anderes Bild.

Derzeit steht Wien international im Zentrum der Aufmerksamkeit. Der Eurovision Song Contest, die größte Musikveranstaltung der Welt, geht hier über die Bühne. Jährlich erreicht der ESC 180 Millionen Zuseher, zehntausende Fans kommen nach Wien, um live dabei zu sein, aber auch den Event für einen Kurzurlaub zu nutzen – und stehen vor geschlossenen Geschäften. Zumindest am Donnerstag (Christi Himmelfahrt) und am Sonntag. Denn in Wien entscheiden nicht freie Unternehmer, ob und wann es sich lohnt, ihr Geschäft offen zu halten, sondern der Wiener Landeshauptmann. Besser gesagt: die Gewerkschaft.

 
Zurück
Oben