Doch gab es, aber:
Mit der Gründung des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen (SHS-Staat) am 1. Dezember 1918 wurde die bosniakische/muslimische Identität politisch und rechtlich komplett unsichtbar gemacht.
Bereits im Staatsnamen von 1918 steckte das Programm: Es wurden offiziell nur drei „Stämme“ anerkannt – Serben, Kroaten und Slowenen. Für die slawischen Muslime Bosniens war in diesem Konzept kein eigenständiger Platz vorgesehen.
Die Situation zwischen 1918 und 1929 war von folgenden Dynamiken geprägt:
Wie ich schon sagte: Es hieß Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen, weil man zu diesem Zeitpunkt von drei südslawischen Völkern ausging, die sich auch nicht vollständig, aber in erheblichem Maße als solche verstanden.
Slawische Muslime waren 1918 kein ethnisch einheitliches Volk, sondern hinsichtlich ihres nationalen Selbstverständnisses gespalten, eine sahen sich irgendwo als was eigenes , andere als Serben, wenige als Kroaten. Dementsprechend kann man sie für diese Zeit nicht pauschal als ein eigenes Volk bezeichnen. Ebenso wenig gab es 1918 ein einheitliches slawisch-mazedonisches Nationalbewusstsein. In der heutigen Region Nordmazedonien gab es unterschiedliche Identifikationen: Einige sahen sich als Serben, andere als Bulgaren, wieder andere identifizierten sich weder eindeutig als das eine noch als das andere.
Auch bei den Montenegrinern verstanden zu dieser Zeit alle als Serben bzw. als Teil des serbischen Volkes.
Das hatte also nicht einfach mit dem Königshaus oder einer angeblichen „Unterdrückung“ zu tun. Man kann rückblickend nicht einfach moderne Volks- und Nationalbegriffe auf die damalige Zeit übertragen und Bevölkerungsgruppen als eigenständige Völker bezeichnen, wenn ein solches einheitliches nationales Bewusstsein 1918 noch nicht bestand.
- Die Vidovdan-Verfassung (1921): Diese erste Verfassung des Staates zementierte den extremen Zentralismus. Sie schaffte die historischen Regionen ab und teilte das Land in 33 neue Verwaltungseinheiten (Oblasti) auf. Obwohl die bosnischen Muslime über ihre Partei JMO
Dazu am Ende meines Beitrages mehr…
- (Jugoslawische Muslimische Organisation) mühsam durchsetzten, dass die Grenzen Bosniens innerhalb dieser Aufteilung vorerst erhalten blieben („türkischer Paragraph“), wurden sie national weiterhin ignoriert.
Warum sollte man nur wegen Muslime irgendwelche Grenzen beibehalten? Ich finde hier Aleksandar‘s Lösung sogar besser als Tito‘s, willst einwilligt ein brüderliches Jugoslawien, schafft ethnische Grenzen und Begriffe ab.
- Der Druck zur Assimilation: Da es keine Kategorie für sie gab, versuchten sowohl die serbische als auch die kroatische Elite im Parlament in Belgrad, die Muslime für sich zu vereinnahmen. Sie wurden in Volkszählungen und Formularen gezwungen, sich entweder als „Serben muslimischen Glaubens“ oder „Kroaten muslimischen Glaubens“ einzutragen.
Wieder kroatische Lügenpropaganda: Die Volkszählungen im Königreich Jugoslawien wurden nach Sprache und Religion durchgeführt, nicht nach ethnischer Zugehörigkeit.
- Die Antwort der Bevölkerung: Die große Mehrheit der bosnischen Muslime verweigerte diese erzwungene Wahl. Bei Volkszählungen deklarierten sie sich, wann immer möglich, als „unentschieden“ (neopredijeljeni), um zu signalisieren: Wir sind weder Serben noch Kroaten.
Du verwechselst das anscheinend mit den ersten Volkszählungen im kommunistischen Jugoslawien unter Diktator und Massenmörder , den Krosten Tito Josip Broz?
Das Jahr 1929 unter König Aleksandar war also kein plötzlicher Umschwung, sondern die
radikale Zuspitzung und gesetzliche Institutionalisierung einer Politik, die direkt 1918 mit dem Ende des Ersten Weltkriegs begonnen hatte.
Das Jahr 1929 markiert den absoluten Höhepunkt des
Zentralismus unter König Aleksandar. Für seine Staatsideologie durfte es keine regionalen oder religiösen Identitäten geben – es gab auf dem Papier nur noch das künstliche Einheitsvolk der „Jugoslawen“.
Wie die Situation 1929 staatsrechtlich aussah
- Die offizielle Lehre: Nach der Proklamation der Königsdiktatur am 6. Jänner 1929 wurde jede Erwähnung von Teil-Nationalitäten illegal. Das Volk wurde als dreinamiges Volk (troimeni narod) definiert – bestehend aus Serben, Kroaten und Slowenen.
- Der Status der bosnischen Muslime: Da sie weder als eigene Nation anerkannt waren noch in das Schema der drei „Stämme“ passten, wurden sie vom Staat rein als Religionsgemeinschaft eingestuft. Sie galten offiziell als „Muslime serbischen oder kroatischen Stammes“. [1]
- Die politische Strategie der JMO: Die wichtigste politische Partei der bosnischen Muslime in der Zwischenkriegszeit, die Jugoslawische Muslimische Organisation (JMO) unter Mehmed Spaho, agierte pragmatisch. Um die Identität und die religiösen Rechte der Muslime zu schützen, vermied sie es bewusst, sich als „serbisch“ oder „kroatisch“ zu deklarieren. Sie nutzten den Begriff „Muslim“ als politischen Schutzschild, um Bosnien als geografische Einheit zu erhalten. [1]
Aleksandars Hauptgrund für die Ausrufung der Diktatur war nur einer: einen Bürgerkrieg zu verhindern und das Land zusammenzuhalten. Um die ethnischen Spannungen weiter einzudämmen, löste er alle Volksbezeichnungen auf und bezeichnete alle ethnischen Südslawen als „Jugoslawen“. Zudem teilte er das Land in Banovina auf, unabhängig von ethnischen und nationalen Grenzen. Du nennst das rassistisch – war Aleksandar also auch den Serben gegenüber rassistisch? Serbien teilte er in fünf Teile(Bannschaften), Kroatien hingegen in zwei.
Der Weg zur Anerkennung
Die historische Entwicklung der bosniakischen Identität im 20. Jahrhundert verlief in drei großen Etappen:
- Das Mittelalter: Die Bevölkerung nannte sich regional Bošnjani (Bosnier) – unabhängig von der Religion. [1]
- Die Zwischenkriegszeit (1929): Unterdrückung der Identität durch den jugoslawischen Zentralismus; Einstufung als reine Glaubensgemeinschaft.
- Der Wendepunkt unter Tito (1968/1971): Erst das sozialistische Jugoslawien erkannte die Realität an, dass die Muslime Bosniens eine eigene ethnische Gruppe bildeten. Ab 1971 wurden sie in den Volkszählungen offiziell als „Muslime im Sinne der Nationalität“ (Muslimani u smislu narodnosti) neben Serben und Kroaten als sechste Staatsnation Jugoslawiens anerkannt.
- Die Rückkehr zum historischen Namen (1993): Während des Bosnienkrieges beschloss ein Kongress bosnischer Intellektueller, den alten historischen Begriff Bosniaken (Bošnjaci) als nationalen Namen wiederzubeleben, um die Verwechslung zwischen Religion (Muslim) und Ethnie (Bosniake) endgültig zu beenden.
Tja, eine wichtige Etappe erwähnst du natürlich nicht – logisch, wenn man als kroatischer Nationalist immer versucht, die Schuld bei den Serben zu suchen. Gerade weil die Serben in dieser Etappe nicht als die alleinigen Schuldigen dargestellt werden können.
Warum lässt du in deiner Chronologie die österreichisch-ungarische Besetzung Bosniens und der Herzegowina von 1878 bis 1914 völlig außer Acht?
Gerade dort wurde vieles unternommen, um das südslawische , bzw. muslimisch serbische Einheitsgefühl und insbesondere die Orientierung an Serbien einzudämmen.
1878 wurden die slawischen Muslime aus dem Osmanischen Reich herausgelöst, dem sie bis dahin angehört hatten. Österreich-Ungarn wurde von vielen zunächst als fremde Macht und sogar als Feind wahrgenommen. Gleichzeitig bestanden unter einem Teil der muslimischen Bevölkerung enge kulturelle und nationale Bindungen zu Serbien. Man sprach dieselbe Sprache und sah sich teilweise als Teil desselben Volkes.
Deshalb waren 1878 sicherlich deutlich mehr Muslime einer Annäherung oder einem Anschluss an Serbien gegenüber aufgeschlossen als 1914. Die Frage ist also: Warum veränderte sich das?
Ein wesentlicher Faktor war die österreichisch-ungarische Nationalitätenpolitik. Besonders unter Benjamin von Kállay (1882–1903) wurde versucht, eine eigenständige bosnisch-muslimische Identität zu fördern und die Bevölkerung von den serbischen oder auch kleineren kroatischen Nationalbewegungen zu distanzieren. Gerade bei den Muslimen wurde eine eigenständige bosnisch-muslimische Identität kulturell und politisch gefördert. Das hatte natürlich auch ein klares politisches Ziel: Die starke Orientierung eines Teils der muslimischen Bevölkerung am serbischen Nationalgedanken sollte so gut geschwächt werden wie es nur geht.
Österreich-Ungarn integrierte die muslimische Bevölkerung deshalb relativ schnell in seine Verwaltung und gewährte ihr verschiedene Vorteile. Das bedeutete nicht zwangsläufig, dass man sie plötzlich als „Brüder“ betrachtete, sondern hatte auch einen politischen Zweck: Man wollte die muslimische Bevölkerung stärker an die Habsburgermonarchie binden und sie von einer möglichen Hinwendung zu Serbien abhalten.
Auch bei den Volkszählungen muss man vorsichtig sein. Sie wurden nicht nach moderner ethnischer Zugehörigkeit durchgeführt, weshalb wir heute nur schwer feststellen können, wie viele Muslime – und möglicherweise auch ein Teil der katholischen Bevölkerung – sich damals tatsächlich als Serben verstanden. Gerade deshalb lässt sich die damalige Stärke des serbischen Nationalbewusstseins unter den Muslimen nicht einfach anhand späterer Volkszählungen rekonstruieren.
Hinzu kamen Maßnahmen gegen serbische Institutionen und die serbische Nationalbewegung. Serbische Zeitungen und Organisationen wurden teilweise eingeschränkt oder verboten, und auch die Verwendung der kyrillischen Schrift wurde zunehmend eingeschränkt.
Dass Muslime gleichzeitig in Verwaltung und Militär wichtige Positionen einnahmen, sollte man ebenfalls in diesem politischen Kontext betrachten. Es ging nicht allein darum, der muslimischen Bevölkerung entgegenzukommen, sondern auch darum, sie dauerhaft an Österreich-Ungarn zu binden und eine Rückorientierung auf das serbische Nationalbewusstsein zu verhindern.
Das alles gehört zur Vorgeschichte der späteren nationalen Entwicklungen in Bosnien und sollte deshalb bei einer ernsthaften Betrachtung der Jahre 1918 ff. nicht einfach ausgeblendet werden. Aber da ist es keine assimilierung da es ja Österreicher waren und es GEGEN SERBEN GING, deswegen von Ivo nicht nennenswert.
Dass es 1929 keine bosniakische Ethnie im Pass gab, war also kein Beweis dafür, dass diese Menschen nicht existierten oder „eigentlich“ Serben oder Kroaten waren – es war das direkte Resultat einer königlichen Diktatur, die Minderheitenrechte per Gesetz verbot.
Nein, nein und nein. Auch wenn du es als wahnsinniger antiserbischer Nationalist als Kroate so darstellen willst: Es gab 1918 kein einheitliches bosnisches Volk. Daher kannst du bei den slawischen Muslimen damals auch nicht einfach von „Bosniaken“ sprechen. „Bosanci“ bzw. „Bosnier“ war zu dieser Zeit vor allem eine regionale Bezeichnung für Menschen aus Bosnien – darunter auch bosnische Serben und Christen.
Zudem betreibst selbst hier volksverhetzung , weil du einem nicht unerheblichen Teil der damaligen slawisch muslimischen Bevölkerung ihr serbisches Selbstverständnis absprichst. Zwischen 1878 und 1939 gab es durchaus slawische Muslime, die sich ethnisch als Serben verstanden – besonders in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Es existierten sogar serbisch-muslimische Kulturvereine in Sarajevo und anderen Städten Bosniens.
Auch wenn die Staatsideologie offiziell die Einheit von Serben, Kroaten und Slowenen predigte, sprachen Kritiker – insbesondere in Kroatien und Bosnien – schon damals offen von einer „serbischen Hegemonie“ oder einem „maskierten Großserbien“. [
1]
Lächerlich. Wenn Aleksandar gewollt hätte, hätte er 1918 gleich ein Großserbien bilden können: Dalmatien und die Krajina bis hinunter nach Griechenland behalten und Kroatien-Slawonien sowie Slowenien in die Unabhängigkeit entlassen.
Dies hat ihm z. B. Frankreich geraten, erst Serbien definieren. Auch König Nikola von Montenegro war der gleichen Meinung, dass man zunächst feste serbische Grenzen festlegen und erst danach einen südslawischen Staat gründen sollte, anstatt sofort in ein Experiment namens Jugoslawien zu gehen, ohne klar definierte Grenzen zu haben.
Warum das „dreinamige Volk“ nur eine Fassade war
Dass der Staat ab 1918 (und verstärkt ab der Königsdiktatur 1929) primär serbischen Interessen diente, lässt sich an harten historischen Fakten festmachen:
- Die Konzentration der Macht: Alle entscheidenden Machthebel des Staates befanden sich in Belgrad. Die Karađorđević-Dynastie war das serbische Königshaus, und die politische Führung (wie der langjährige Premierminister Nikola Pašić) verfolgte eine Politik, die das neue Königreich im Grunde als eine bloße Erweiterung des alten Königreichs Serbien betrachtete.
- Die Dominanz im Staatsapparat: Trotz der Lippenbekenntnisse zur Gleichberechtigung blieben Verwaltung, Justiz und vor allem die Sicherheitsorgane fest in serbischer Hand. Über 90 % aller Generäle in der königlichen jugoslawischen Armee waren Serben. Auch in den nicht-serbischen Gebieten wie Kroatien oder Bosnien wurden Spitzenposten in der Polizei und Verwaltung bevorzugt mit loyalen Serben besetzt.
- Die wirtschaftliche Ausbeutung: Es gab ein massives Steuer- und Währungsgefälle. Bei der Währungsumstellung nach 1918 wurde die Krone der ehemaligen habsburgischen Gebiete (Kroatien, Bosnien, Slowenien) zu einem künstlich schlechten Kurs in den serbischen Dinar umgetauscht. Zudem flossen Steuergelder aus den wirtschaftlich stärkeren Regionen im Norden direkt nach Belgrad, ohne dass die lokalen Provinzen ein Mitspracherecht bei der Verwendung hatten.
- Kulturelle Bevormundung: Das kyrillische Alphabet und die serbisch-orthodoxe Kirche genossen de facto staatliche Privilegien, während andere kulturelle und religiöse Identitäten als „separatistisch“ oder „staatsfeindlich“ argwöhnisch überwacht wurden.
Jetzt einmal abgesehen von deinen Halbwahrheiten und dem kroatischen Nationalismus: Schauen wir uns die Sache realistisch an.
Zunächst war Serbien von 1818 bis 1912 im Wesentlichen ein serbisch geprägter Staat. Das sogenannte Belgrader Paschalik – von Belgrad bis Niš und Vranje – war zu etwa 98 % von Serben bewohnt. Serbien hatte bis dahin kaum Erfahrungen damit, wie man einen multiethnischen Staat organisiert und unterschiedliche Bevölkerungsgruppen politisch integriert.
1912 kamen mit Raška, Kosovo und den Gebieten der heutigen Vardar-Region, also dem heutigen Nordmazedonien, erstmals größere nichtserbische Bevölkerungsgruppen unter serbische Herrschaft. Für den Aufbau eines funktionierenden Umgangs mit diesen Bevölkerungsgruppen blieb jedoch nur sehr wenig Zeit, denn bereits 1914 begann der Erste Weltkrieg.
1918 stand man schließlich vor einer völlig neuen Situation: Das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen war ein wesentlich größerer und ausgesprochen heterogener Staat mit mehreren Religionen, vier größeren südslawischen Bevölkerungsgruppen und zahlreichen weiteren Minderheiten.
Es stimmt, dass König Aleksandar mit dieser Situation politisch nicht zurechtkam. Ich glaube allerdings, dass sein ausgeprägter Zentralismus weniger aus einer grundsätzlichen Feindschaft gegenüber den Kroaten entstand, sondern vielmehr aus der Angst vor einem Zerfall des Staates, enormem innen- und außenpolitischem Druck und der Überzeugung, dass nur ein starker Zentralstaat Jugoslawien zusammenhalten könne. Ich glaube daher nicht, dass er grundsätzlich ein antikroatischer König war oder unbedingt ein von Serben dominiertes Jugoslawien schaffen wollte. Wahrscheinlich wollte er durchaus ein geeintes und brüderliches Südslawien – er unterschätzte jedoch, wie schwierig es sein würde, einen derart heterogenen Staat zusammenzuhalten.
Hinzu kamen die wirtschaftlichen und sozialen Probleme. Aleksandar hatte mit den Folgen zweier schwerer Wirtschaftskrisen zu kämpfen, während große Teile des Landes zuvor von Kriegen verwüstet worden waren. Allein zwischen 1912 und 1918 erlebte die Bevölkerung mehrere Kriege innerhalb weniger Jahre. Die Armut und der wirtschaftliche Rückstand waren deshalb in vielen Regionen deutlich größer als in Kroatien oder Slowenien. Die Ausgangslage war wirtschaftlich teilweise ähnlich problematisch wie später beim Zusammenwachsen von DDR und BRD – natürlich mit völlig anderen historischen Voraussetzungen.
Und schließlich stand Aleksandar politisch zwischen zwei Fronten: Auf der einen Seite standen die verschiedenen Bevölkerungsgruppen, die mehr politische Rechte und eine stärkere regionale Autonomie forderten; auf der anderen Seite seine eigenen politischen und militärischen Verbündeten, die am zentralistischen Staatsmodell festhalten wollten und kaum bereit waren, Macht an die Regionen abzugeben.
Vor diesem Hintergrund sollte man die Politik Aleksandars nicht einfach auf „serbischen Nationalismus“ oder „Antikroatianismus“ reduzieren. Seine Politik war sicherlich autoritär und in vieler Hinsicht falsch, aber sie entstand auch aus der enorm schwierigen Situation, in der sich der junge jugoslawische Staat befand.
Das Konzept des „Integraljugoslawismus“ ab 1929 war der Versuch, den berechtigten Widerstand gegen diese serbische Dominanz per Gesetz zu verbieten. Indem man behauptete, alle seien „Jugoslawen“, wollte man die ungarisch-habsburgisch geprägte Autonomie der Kroaten und die historisch-religiöse Eigenständigkeit der Bosnier im serbisch geführten Zentralstaat auflösen
Wie gesagt, ich glaube, er rief die Diktatur aus, weil das Land kurz vor einem Bürgerkrieg stand und die Situation zunehmend in Blutvergießen zu eskalieren drohte.