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Facebook, Instagram und Co.

Facebook versieht investigativen Journalismus mit einer Warnung – und der eigene Support erklärt schriftlich, niemand könne sie prüfen
Es gibt einen Satz in unserem Chat mit Meta, über den man länger nachdenken sollte als über jede technische Erklärung, die dieser Konzern vielleicht irgendwann noch nachschiebt.

„In der beschriebenen Situation ist im Rahmen des Meta Verified Programms auf jeden Fall keine Stelle vorgesehen, an der diese spezifische Situation geprüft werden könnte.“

Das schreibt kein wütender Nutzer. Das schreibt Vincent vom Meta Pro Team. Ein menschlicher Mitarbeiter. Fallnummer 2218383815374XXX.

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Meta und US-Bundesstaaten einigen sich auf Vergleich
In dem wegweisenden Prozess um die Gefahren sozialer Netzwerke für Kinder hat sich der Facebook-Mutterkonzern Meta mit den klagenden US-Bundesstaaten auf einen Vergleich geeinigt.

Wie aus Gerichtsdokumenten von heute hervorgeht, zahlt Meta bis zu 16,68 Milliarden Dollar (14,3 Mrd. Euro) an die Staaten.

 
Zuckerbergs Plan, Meta mit KI radikal zu verkleinern, ist vorerst gescheitert
Mark Zuckerberg wollte Meta innerhalb weniger Monate so umbauen, dass künstliche Intelligenz einen großen Teil der Arbeit übernimmt, die bisher von Menschen erledigt wird. Intern lief das Vorhaben unter dem Namen „Project OT“, kurz für „Organizational Transformation“. Bei einem Führungstreffen auf Zuckerbergs Anwesen auf Hawaii entstand Anfang des Jahres der Plan für ein Unternehmen, das intern als „KI-nativ“ bezeichnet wurde: kleine Gruppen besonders leistungsfähiger Mitarbeiter sollten ganze Bereiche führen, während digitale Arbeitskräfte immer mehr Aufgaben übernehmen. In internen Berechnungen wurde für einzelne Teams sogar durchgespielt, ihre Größe um bis zu 60 Prozent zu reduzieren. Einige Beschäftigte sollten in neue Bereiche wechseln, andere ihren Arbeitsplatz verlieren. Eine Personalmanagerin rechnete damit, dass der Umbau ähnlich groß oder größer werden könnte als Metas Entlassungsrunde von rund 25 Prozent Ende 2022 und Anfang 2023. Geplant waren zwei große Schritte, zunächst im Mai und anschließend im November. Dazu sollten offene Stellen gestrichen und Beschäftigte mit schlechten Bewertungen aus dem Unternehmen gedrängt werden.

Am 20. Mai setzte Meta den ersten Teil um und entließ zehn Prozent seiner Mitarbeiter. Nur wenige Stunden zuvor hatte Zuckerberg jedoch die Planungen für die zweite Runde im November gestoppt. Zu diesem Zeitpunkt war die Stimmung im Unternehmen bereits massiv gekippt. Viele Mitarbeiter waren überzeugt, dass sie mit ihren eigenen Daten und ihrer täglichen Arbeit genau jene KI trainieren sollten, die sie später ersetzen könnte. Meta hatte sogar Software auf Geräten amerikanischer Beschäftigter installieren lassen, die Tastatureingaben und Mausbewegungen erfassen sollte, damit KI-Agenten lernen konnten, menschliche Arbeit am Computer nachzuahmen. Auf internen Plattformen reagierten Mitarbeiter mit wütenden Beiträgen, schwarzem Humor und Bildern von Elefanten, weil die drohenden Entlassungen aus ihrer Sicht der offensichtliche Punkt waren, über den die Unternehmensführung nicht sprechen wollte. Die interne Zustimmung zum Unternehmen fiel innerhalb eines halben Jahres von 74 auf 55 Prozent. Gleichzeitig zeigten Metas eigene Daten, dass die KI längst nicht das lieferte, was Zuckerberg und seine Führungskräfte erwartet hatten.

Durch KI erzeugte Codeänderungen auf internen Plattformen stiegen zwar innerhalb eines Jahres um 220 Prozent, tatsächlich bei den Nutzern ankommende neue oder verbesserte Funktionen jedoch nur um 36 Prozent. Schon im März warnten technische Teams vor Problemen mit der Zuverlässigkeit. Unkontrollierte KI-Agenten führten teilweise groß angelegte Aktionen aus, die Menschen so kaum gestartet hätten. Technische und sicherheitsrelevante Vorfälle stiegen nach internen Angaben um 40 Prozent, während Mitarbeiter 70 Prozent mehr Zeit damit verbringen mussten, die Folgen solcher Fehler zu beseitigen. Anfang Juni wurde eines der Probleme öffentlich sichtbar, als Hacker einen neuen KI-Kundendienst von Meta ausnutzten und Zugriff auf prominente Instagram-Konten erhielten, darunter die nicht mehr aktive Seite des Obama-Weißen-Hauses. Trotzdem hatte Meta während des Umbaus begonnen, klassische Entwicklungsteams aus zehn bis zwanzig Mitarbeitern durch Gruppen von nur drei bis fünf Personen zu ersetzen. Entwickler, Produktmanager, Designer und Forscher sollten ihre bisherigen festen Rollen verlieren und stattdessen allgemeiner als „Builder“ arbeiten. Auch mittlere Führungsebenen sollten verschwinden. Parallel suchte Meta intern nach sogenannten „unersetzlichen Talenten“, darunter Beschäftigte, denen zugetraut wurde, mit Hilfe von KI die Arbeit ganzer Teams zu erledigen. Ein Teil des durch Entlassungen eingesparten Geldes sollte in außergewöhnlich hohe Gehälter für solche Spitzenkräfte fließen.

Zuckerberg hatte den Personalabbau zunächst auch mit den enormen Investitionen des Konzerns begründet. Meta will allein in diesem Jahr mindestens 130 Milliarden Dollar in KI-Chips und andere Infrastruktur stecken, was nach Analystenschätzungen praktisch den gesamten operativen Geldzufluss des Jahres aufzehren könnte. Nach der Entlassungsrunde versuchte die Führung, die Stimmung wieder einzufangen. Das Programm zur Aufzeichnung von Mausbewegungen und Tastatureingaben wurde gestoppt, einige versetzte Mitarbeiter durften in ihre alten Teams zurück, Reisebudgets und Ausgaben für gemeinsame Veranstaltungen wurden erhöht und selbst bessere Snacks in den Büros wurden angekündigt. Anfang Juli trat Zuckerberg überraschend bei einer internen Mitarbeiterversammlung auf und räumte ein, dass die Entwicklung autonomer KI-Agenten langsamer vorankomme als erwartet. Drei bis sechs Monate sollten nötig sein, bis deutlicher Nutzen sichtbar werde. Gleichzeitig startete Meta öffentlich eine Kampagne unter dem Satz, man „setze auf Menschen“, während Zuckerberg Konkurrenten vorwarf, sich stärker auf die Automatisierung von Arbeit zu konzentrieren.

Ganz erledigt ist der Personalabbau dennoch nicht. Zuckerberg versprach lediglich, in diesem Jahr keine weiteren unternehmensweiten Entlassungen zu erwarten. Teambezogene Kürzungen, Entlassungen wegen schlechter Leistung oder ein neuer größerer Abbau im kommenden Jahr bleiben damit ausdrücklich möglich. Der Versuch, Meta in wenigen Monaten radikal auf KI umzustellen und dabei ganze Teams erheblich zu verkleinern, ist damit nicht verschwunden. Aber der erste große Anlauf ist an Widerstand der Mitarbeiter, technischen Problemen und einer KI gescheitert, die bisher weit weniger ersetzt, als Zuckerberg gehofft hatte.
 
Meta-Vergleich: Verantwortung sieht anders aus
Mit dem Vergleich, den Meta geschlossen hat, werden Nutzungsrechte Minderjähriger beschränkt. Dass der Konzern jede Verantwortung von sich weist, bleibt ein Problem

Bis zu 17 Milliarden Dollar wird Meta in den kommenden zehn Jahren an jene 48 US-Bundesstaaten zahlen, die dem Social-Media-Konzern vorgeworfen haben, dass seine Apps süchtig machendes Potenzial haben und vor allem für Minderjährige eine Gefahr darstellen. Mit dieser Zahlung kommt Meta einem Prozess zuvor, in dem der Konzern womöglich viel negative Publicity bekommen hätte.

Zeitlimits für Nutzer unter 18 Jahren und Zugriffsbeschränkungen für unter 13-jährige hat Meta im Rahmen des Vergleiches angekündigt. Klingt gut. Gelten wird das aber nur in den anklagenden US-Bundesstaaten. Jegliches Fehlverhalten hat Meta zurückgewiesen. Dabei ist hinlänglich belegt, dass vor allem junge Menschen gefährdet sind, in Feeds zu kippen, die ihre seelische und körperliche Gesundheit gefährden können.

Fadenscheiniges Argument
Eine Beschränkung der Nutzungsrechte hatte Meta bisher immer abgeblockt, Belege dafür, dass Social Media auch zur Falle werden kann, weggewischt. Die Angst, im nie endenden Content etwas zu versäumen (fear of missing out) und die Sehnsucht nach likes ist aber längst zur Sucht geworden. Negative Erfahrungen, die durch Influencer und Healthfluencer ausgelöst wurden, begleiten Betroffene mitunter ihr ganzes Leben.

 
Ein aktuelles Beispiel zeigt, wie Reichweite auf Facebook faktisch beschnitten werden kann, ohne dass ein Beitrag gelöscht werden muss. Unser journalistischer Artikel erreichte nach sechs Stunden nur 1.145 Menschen - bei rund 27.000 Followern. Davon waren laut Facebook 75 Prozent eigene Follower, also nur etwa 860 Personen. Das entspricht gerade einmal rund 3 Prozent unserer Follower.
Gleichzeitig hatte der Beitrag 345 Interaktionen, darunter 200 Klicks, 90 Reaktionen, 30 Kommentare und 13 Teilungen. Die Menschen, die ihn sahen, reagierten also deutlich. Das Problem war nicht fehlendes Interesse, sondern dass Facebook den Beitrag nur einem winzigen Teil unserer eigenen Leserschaft zeigte.
So funktioniert moderne Zensur auch: nicht immer durch Löschen, sondern durch Unsichtbarmachen. Doch Millionen halten an Facebook fest. Wo liegt da der Fehler? Aktuell arbeiten wir an einem Plan B. Dazu zum Abend mehr, denn wir werden uns nicht beugen. Haben wir noch nie, werden wir nie - und das war noch nie unsere Art. Expect us.

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Unglaublich.
Bürgermeister auf Facebook & Co. gesperrt
Kein Facebook, kein Instagram und auch kein WhatsApp: Der Bürgermeister von Tieschen, Martin Weber (SPÖ), ist auf allen drei Meta-Plattformen dauerhaft gesperrt. In einem Facebook-Posting verglich Weber zuvor Donald Trump mit der AfD.

Am Montag vergangener Woche stellte Weber auf Facebook diesen Vergleich an, nach eigener Einschätzung freundlich im Ton und ohne Schimpfwörter. Einen Tag später schrieb ihm Meta, sein Konto werde gesperrt: „Ich konnte einen Einspruch erheben, musste auf einen Button drücken, das habe ich sofort gemacht und eine Stunde später habe ich eine Nachricht bekommen. Ich bin jetzt dauerhaft deaktiviert.“

„Ein bisschen bin ich da jetzt natürlich abgeschnitten“
Nicht nur sein Facebook-Konto wurde deaktiviert. Auch auf Instagram und WhatsApp hat Weber keinen Zugriff mehr. Das trifft ihn auch als Bürgermeister: „Ich habe über Facebook und Instagram als Bürgermeister auch über Gemeindeinfos berichtet; über den WhatsApp-Kanal korrespondiere ich mit meinen Wirtschaftshof-Mitarbeitern, also ein bisschen bin ich da jetzt natürlich abgeschnitten.“

Warum der US-Konzern Meta seine Konten deaktivierte, weiß Weber bisher nicht. Sein Anwalt reichte Beschwerde bei der Rundfunk- und Telekom-Regulierungsbehörde ein. Auch eine Klage und eine einstweilige Verfügung werden überlegt. Zwar kenne sie den konkreten Fall nicht, sagte die Digital- und Medienexpertin Ingrid Brodnig, Entscheidungen von Meta seien aber mitunter schwer nachvollziehbar.

Ein wiederkehrendes Problem
„Tatsächlich ist es ein wiederkehrendes Problem. Einerseits setzt Meta sehr stark auf künstliche Intelligenz: Das heißt nicht, dass es passiert ist, aber es ist möglich, dass solche automatisierten Tools Fehlentscheidungen treffen oder dass zum Beispiel sehr viele Menschen ein Profil melden und es dann auch zu Fehlentscheidungen kommt."

 
Facebook trainiert Menschen, die Orientierung abzugeben – ein Geschenk für den Rechtspopulismus
Der bequemste Weg zur Information beginnt heute oft mit einer Bewegung des Daumens. Facebook öffnen und nach unten wischen. Dann warten, was erscheint. Ein Krieg neben einem Familienfoto, Werbung neben einem Unfall. Danach Politik, danach Unterhaltung. Alles steht auf derselben Fläche, als hätten Bedeutung und Belanglosigkeit dasselbe Gewicht. Orientierung entsteht dabei kaum. Dafür entsteht Gewohnheit.

Facebook hat Millionen Menschen darauf trainiert, Information als Lieferung zu erwarten. Der Leser sucht nicht mehr unbedingt nach einer Redaktion oder einem Thema. Er wartet auf das, was ihm vorgelegt wird. Bleibt ein wichtiger Beitrag aus, fehlt häufig schon der Gedanke, selbst nachzusehen. Der Artikel verschwindet dann nicht aus dem Netz. Er verschwindet aus dem Bewusstsein. Facebook trainiert seine Nutzer darauf, Auswahl mit Wirklichkeit zu verwechseln. Schon 2015 zeigte „Reasoning about Invisible Algorithms in News Feeds“ von Motahhare Eslami und ihrem Team, dass 62,5 Prozent der 40 untersuchten Facebook-Nutzer nicht wussten, dass ihr Nachrichtenstrom algorithmisch vorsortiert wurde. 2020 beschrieb Deepti Singh Apte in „Explicit Autonomy, Implicit Control“, wie Facebook Autonomie sichtbar lasse und Verhalten zugleich über eine Architektur lenke, die sie als „implicit soft-control“ fasste.

2024 untersuchte „Asymmetric Consumptive News Feed Curation?“ mit 1.525 Teilnehmern, wie Nutzer den Algorithmus durch ihr eigenes Verhalten weiterfüttern und damit beeinflussen, was ihnen künftig begegnet. Eine 2026 von Samantha M. Jones und Erin A. Heerey von der Western University veröffentlichte Studie zeigte, dass solche Algorithmen die Auswahl der Menschen so weit verengen können, bis ihnen fast nur noch das begegnet, was das System für sie vorsortiert. Dahinter steht eine gefährliche Entwicklung, wo viele Menschen das Suchen selbst verlernen. Immer mehr Nutzer öffnen nur noch ihren Nachrichtenstrom und warten darauf, was ihnen vorgesetzt wird, statt gezielt nach Informationen zu suchen. Je weniger sie selbst suchen, desto stärker bestimmt der Algorithmus, was überhaupt noch in ihrem Blickfeld landet. Damit wächst die Kontrolle über den einzelnen Leser und zugleich über die Medien, deren Reichweite davon abhängt, was eine Plattform sichtbar macht und was sie im Strom verschwinden lässt.

 
Facebook vor Gericht: 87 Millionen Profile, Milliardenrisiko und Zuckerbergs Sonderliste
Facebook versprach seinen Nutzern Schutz für ihre persönlichen Daten. In New Mexico steht nun vor Gericht, was dieses Versprechen wert war. Nach zwei Wochen Beweisaufnahme forderten die Anwälte des Bundesstaates die Geschworenen am Mittwoch auf, das Unternehmen wegen Tausender Verstöße gegen das Verbraucherschutzrecht zur Verantwortung zu ziehen. Im Mittelpunkt steht der Datenskandal um Cambridge Analytica: Über einen Persönlichkeitstest wurden Informationen aus rund 87 Millionen Facebook-Profilen abgegriffen und an die politische Beratungsfirma verkauft. Zu deren Kunden gehörte 2016 auch Donald Trumps Wahlkampfteam. „Wir wurden zum Produkt für Facebook“, erklärte Staatsanwältin Randi McGinn. Das Unternehmen habe die Träume seiner Nutzer in Daten verwandelt, die sich an Werbekunden verkaufen ließen.

Facebook bestreitet, Nutzerdaten zu verkaufen. Unternehmensanwalt Dane Butswinkas erklärte, verdächtige Anwendungen seien nach dem Skandal untersucht und die Schutzmaßnahmen in den vergangenen 5 Jahren erheblich verbessert worden. Die Abteilungen für Einnahmen und Produktentwicklung seien getrennt. Trotz jahrelanger Ermittlungen habe New Mexico lediglich 2 Datenpannen benannt. McGinn hielt dagegen, fremde Anwendungen hätten persönliche Informationen sammeln können, ohne dass Facebook ausreichend kontrolliert habe, wer hinter ihnen stehe. Nach Schätzung des Bundesstaates waren rund 350.000 Einwohner unmittelbar vom Datenskandal betroffen. Die Vorwürfe gingen jedoch weiter: Facebook habe sämtliche Nutzer in New Mexico mit Aussagen über Datenschutz und den Umgang mit gewalttätigen Inhalten getäuscht. Damals hätten dort mehr als 1,3 Millionen Menschen die Plattform genutzt.

Auch Mark Zuckerberg musste sich Fragen gefallen lassen. In einer aufgezeichneten Vernehmung ging es um eine Liste mit Tausenden Konten, deren Beiträge vor einer Löschung zusätzliche Prüfungen durchlaufen mussten. Zuckerberg hatte Mitarbeiter per E-Mail aufgefordert, die Konten des Podcasters Joe Rogan aufzunehmen. Die Anklage machte geltend, diese Sonderbehandlung habe die Überprüfung verzögert, sodass weitverbreitete Beiträge Millionen Menschen erreichen konnten, bevor sie entfernt wurden. Zuckerberg erklärte, bei politisch sensiblen Inhalten müsse das Unternehmen vorsichtig vorgehen. Facebook schütze Nutzer nach Darstellung seines Anwalts vor 99 Prozent der Inhalte, die gegen seine Regeln verstießen. Nun entscheiden die Geschworenen, ob das Unternehmen gegen das Recht von New Mexico verstoßen hat und gegebenenfalls wie oft. Der Bundesstaat verlangt bis zu 5.000 Dollar je Verstoß sowie eine gerichtliche Anordnung gegen weitere Datenschutzverletzungen. Daraus könnten Zahlungen in Milliardenhöhe entstehen. Während 48 andere Bundesstaaten einen Vergleich mit Meta schlossen, führt New Mexico dieses Verfahren allein weiter. In einem anderen Prozess wurden dem Bundesstaat bereits insgesamt 942 Millionen Dollar zugesprochen und zusätzliche Schutzmaßnahmen für Minderjährige angeordnet. Diese Entscheidungen sind wegen einer Berufung vorerst ausgesetzt.
 
Cambridge-Analytica-Skandal: Meta verlor Prozess
Gut acht Jahre nach dem Cambridge-Analytica-Skandal um den Missbrauch von Facebook-Nutzerdaten hat der Mutterkonzern Meta einen Prozess in den USA verloren.

Ein Geschworenengericht in Santa Fe im Bundesstaat New Mexico entschied gestern nach Angaben von US-Medien, Meta habe Nutzer und Nutzerinnen über den Schutz ihrer Daten getäuscht. Dem Konzern droht nun eine Geldbuße in Milliardenhöhe.

Die Jury befand das Unternehmen von Mark Zuckerberg für haftbar, weil es irreführende Angaben darüber gemacht hatte, wie persönliche Facebook-Nutzerdaten mit Anwendungen von Drittanbietern geteilt wurden. Richter Francis Mathew kann nun über die Höhe der Geldbuße entscheiden.

Daten von 87 Mio. Nutzern ausgewertet
Die Affäre um die britische Beratungsfirma Cambridge Analytica, die mittlerweile nicht mehr existiert, war im März 2018 bekanntgeworden. Medien aus Großbritannien und den USA enthüllten, dass die Firma die Daten von rund 87 Millionen Facebook-Nutzern ausgewertet hatte, ohne deren Zustimmung einzuholen.

 
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