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FPÖ (Un)Wahrheiten, Hetze und Märchen

Wie René Schimanek trotz Urteil wegen Wiederbetätigung von der FPÖ versorgt wird
2025 schied der Ex-Stadtrat von Langenlois als Büroleiter von Rosenkranz aus, 2026 wurde er wegen NS-Wiederbetätigung verurteilt, einen blauen Job hat er weiter, andere mussten gehen.

Ein Jahr bedingte Haft wegen NS-Wiederbetätigung: Dieses rechtskräftige Urteil ist selbst in der FPÖ ein politisches Problem - zumindest nach außen. Er werde aus der Partei austreten und als Stadtrat in Langenlois zurücktreten, kündigte deshalb René Schimanek nach seiner Verurteilung im März 2026 noch im Gerichtsgebäude in Krems vor Medien an.

Er wurde verurteilt, weil er die Todesanzeige seines Vaters einschlägig gestaltet hatte. Als Stadtrat ist er tatsächlich zurückgetreten.

Blaue Karriere
Doch hat Schimanek wirklich alle Verbindungen zur FPÖ gekappt, für die er seit Jahrzehnten tätig war – etwa als Bürochef von Nationalratspräsident Walter Rosenkranz oder einst als Kabinettschef von Verkehrsminister Norbert Hofer?

Recherchen des STANDARD zeigen: Nein. So soll Schimanek schon vergangenes Jahr im Freiheitlichen Bildungsinstitut (FBI) angedockt haben. Damals legte er, angeblich freiwillig, seinen Posten bei Rosenkranz zurück. Tatsächlich wurden kurz zuvor E-Mails bekannt, die Schimanek mit seinem älteren Bruder Hans Jörg Schimanek junior, der im Februar ebenfalls wegen NS-Wiederbetätigung verurteilt wurde, und deutschen Rechtsextremen und Neonazis ausgetauscht hatte. Gezeichnet hatte er diese unter anderem mit "Üblicher Gruß".

Terrorverdacht
Zu Hausdurchsuchungen und Ermittlungen gegen beide Brüder war es gekommen, weil zwei Söhne von Hans Jörg Schimanek in Dresden mit der Gruppe "Sächsische Separatisten" seit Anfang des Jahres unter Terrorverdacht vor Gericht stehen.

 
Die Werte der Identitären sind bekannt und sollten das auch den Behörden sein
Die rechtsextreme Gruppe klagt über eine Demo-Untersagung, die Polizei schweigt noch. Ein in der Causa Leoben Verdächtiger erhielt erst kürzlich eine Diversion

Die Identitäre Bewegung (IB) trauern öffentlich: Erstmals sei ihre für 25. Juli geplante Demo-Route von der Polizei nicht genehmigt worden, heißt es. Die Demo werde ausfallen. Ihre internationalen Gäste, in den vergangenen Jahren teils sogar Neonazis und Terrorverdächtige, sollten lieber nicht nach Wien kommen. Die Polizei schweigt noch zur Untersagung.

Der "mediale Druck" sei schuld gewesen. Richtig ist: Es wurde viel über vergangene Gewaltdelikte, aktuelle Verdachtsmomente (Kellerlokal in Wien, Causa Leoben) und die Beziehungen zur FPÖ berichtet. Das ist gut so. Denn die Behörden waren in der Vergangenheit teils nachsichtig mit den demokratiefeindlichen Identitären.

Das zeigt sich auch im Falle des über Nacht zum "Ex"-Sprecher der Identitären Wien mutierten Deutschen Yannick Wagemann. Nach einem Vorfall vor dem Parlament wurde gegen ihn wegen Körperverletzung ermittelt. Er bekam eine Diversion. Eine solche wird angeboten, wenn eine Person Fehler einräumt und ihre "Einstellung gegenüber gesellschaftlichen Werten" passt. Der Mann war damals Sprecher einer vom Verfassungsschutz beobachteten Gruppe. Und er war anwesend, als es vor dem IB-Keller zu einem Übergriff kam. In der Causa Leoben ist er Beschuldigter.

 
Die FPÖ, die Identitären und der Verfassungsschutz – was gerade wirklich passiert
Was muss eigentlich noch alles passieren, damit wir in Österreich endlich begreifen, was hier abläuft?
Menschen werden auf offener Straße von Identitären verprügelt. Hassparolen und Hitlergrüße fallen ungehindert im öffentlichen Raum. Remigrationsfantasien werden im Parlament ausgesprochen – und die Kickl-FPÖ öffnet Leuten aus genau diesem Umfeld die Türen zum Hohen Haus.
Die Fakten sind längst dokumentiert: SOS Mitmensch zählt allein im ersten Halbjahr 2026 94 rechtsextreme Verflechtungspunkte zwischen FPÖ und Identitärer Bewegung. Ein FPÖ-Mitarbeiter unter Verdacht wegen des brutalen Übergriffs von Leoben. Ein enger Kickl-Vertrauter unter den Beschuldigten. Und als der Grüne Lukas Hammer Kickl im Nationalrat direkt fragte, ob es Sicherheitsvorkehrungen gegen Identitäre unter seinen Mitarbeitern gibt – Zwischenrufe und Spott statt einer Antwort.
Und dann ist da noch die andere Geschichte, die man nicht getrennt betrachten darf: Die Staatsanwaltschaft Wien klagt aktuell zwei Ex-Verfassungsschützer an – Egisto Ott und Martin Weiss – als Urheber jenes Konvoluts, das 2018 die BVT-Razzia auslöste. Ott: bereits wegen Spionage für Russland verurteilt. Weiss: jahrelang Sicherheitschef des mutmaßlichen Milliardenbetrügers Jan Marsalek, der als FSB-Agent gilt. Und mittendrin: Herbert Kickls eigenes Innenministerium, das dieses zweifelhafte Material 2018 gegen die eigene Sicherheitsbehörde in Stellung brachte. Wusste Kickl, wessen Material das war?
Das ist kein Zufall, keine Häufung von Einzelfällen. Das ist ein Muster – von 2017 bis heute.
Und trotzdem: Wer das anspricht, hört oft nur ein müdes Lachen. „Das stimmt doch nicht.“ „Wahlhilfe für die FPÖ.“ Bekannte, die sich abwenden. Genau da liegt das eigentliche Problem: Solange diese Nähe nicht von oben – im Fernsehen, in der Zeitung, in politischen Ansprachen – klar benannt wird, gewinnt die Verharmlosung, bevor die Debatte überhaupt beginnt.
Einer muss was sagen – weil man nicht alles einfach so stehen lassen kann.
📖 Den ausführlichen Hintergrund-Artikel mit allen Quellen und Details gibt's auf Substack.

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„Spiegel“: Erste FPÖ-Spitze bestand nur aus NSDAP-Mitgliedern
Dass einstige Nationalsozialisten eine wichtige Rolle bei der Gründung der FPÖ vor rund 70 Jahren gespielt haben, ist bekannt. Die Dichte ehemaliger NSDAP-Mitglieder in den Anfangsjahren der Partei war laut Recherchen des deutschen Wochenmagazins „Spiegel“ in der Mitgliederkartei der NSDAP allerdings noch höher als bisher bekannt.

Den Informationen zufolge bestand die blaue Parteiführung der ersten Jahre ausschließlich aus ehemaligen Mitgliedern der Nazi-Partei. So finden sich laut „Spiegel“ alle vier Mitglieder des Proponentenkomitees, das die FPÖ zunächst provisorisch führte, in der Kartei.

Recherchen bestätigen Zweifel an Historikerbericht
Dasselbe gelte für das Quartett, das nach dem ersten Parteitag im April 1956 die Kontrolle übernahm. Auch ein Wechsel 1958 brachte lediglich ein weiteres ehemaliges NSDAP-Mitglied in die Parteiführung. Die Recherchen bestätigen auch die von Fachleuten geäußerte Kritik an dem 2019 von der FPÖ präsentierten Historikerbericht.

 
Kickls Razzia gegen Verfassungsschutz: Folge einer Russen-Operation?
Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage wegen eines "Konvoluts", das zum berüchtigten Angriff auf den Verfassungsschutz führte

Es war für mit der Situation einigermaßen vertraute Personen schon lange ein massiver Verdacht: Die Razzia im eigenen Verfassungsschutz, die unter Innenminister Herbert Kickl im Februar 2018 völlig substanzlos und rechtswidrig durchgezogen wurde, könnte die Folge einer russischen Geheimdienstaktion gewesen sein.

Die Staatsanwaltschaft Wien hat nun vor kurzem quasi nebenbei verlautbart, dass sie gegen den früheren Verfassungsschutz-Mitarbeiter Egisto Ott und einen weiteren Ex-Verfassungsschützer namens Martin Weiss wegen Abfassung eines "Konvoluts" Anklage erhebt. Dieses Konvolut ist voll von irrelevantem Tratsch über (ÖVP-)Führungspersonal des Verfassungsschutzes (damals BVT), der aber eine gewisse Insiderkenntnis verrät. Die Medien, an die es ging, nahmen es nicht ernst. Doch nicht so der Kickl-Vertraute und Generalsekretär im Innenministerium, Peter Goldgruber. Der nahm das Konvolut als Basis, um bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft eine Razzia beim BVT zu erreichen. Wohl kaum ohne Wissen von Kickl.

Negative Auswirkungen
Wie gesagt, die Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen Egisto Ott als mutmaßlichen Autor des Konvoluts. Ott ist inzwischen nicht rechtskräftig wegen Spionage für Russland verurteilt. Die Profil-Chefredakteurin Anna Thalhammer, die seit Jahren an dem Fall dran ist, zitiert nun aus dem Akt: "Ziel des ,Konvolutes‘ war unter dem vorgeblichen Deckmantel des Aufzeigens von Missständen die Offenbarung von internen Vorgängen, Amts- oder Dienstgeheimnissen, schützenswerten Informationen etc., eine Unruhe innerhalb der Belegschaft des BVT zu schüren, negative Auswirkungen bei fremden Partnerdiensten und in weiterer Folge der Zusammenarbeit zu erwirken".

 
Eine "positive Zukunft" ist für FPÖ-Fans offenbar, wenn ein Zug eine ganze Familie tötet. Das sollte eventuell noch mal durchdacht werden.

Wenn FPÖ‑Fans KI‑Bildchen produzieren: Auf einmal gibt es Windräder, gegen die die FPÖ sonst so gerne hetzt. Und Öffis statt Autos. Da ist offenbar sogar die KI wesentlich schlauer als die FPÖ‑Fans.
Doch: Eine „positive Zukunft“ ist für FPÖ‑Fans offenbar, wenn ein fliegender Zug in wenigen Sekunden eine gesamte Familie tötet. Das sollte eventuell noch ein wenig durchdacht werden

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„Die Linke entkernt alle Werte“: FPÖ-Chefideologe Nemeth plant die Konterrevolution
Dem „immer linker werdenden Zeitgeist“ wolle er „etwas entgegenhalten“, sagt der FPÖ-Klubdirektor und Kickl-Vertraute Norbert Nemeth. Der Auftakt zur „Presse“-Serie über die Ideengeber der Parteien.

Im Jahr 2024, in der Vorbereitung auf die Nationalratswahl, zerbricht sich Norbert Nemeth den Kopf. Der FPÖ-Politiker arbeitet am Wahlprogramm mit und soll ideologische Impulse geben. Doch was soll in dem Papier stehen? Soll man es traditionell anlegen, die Themen A bis Z auflisten und die Position der FPÖ dazu darlegen?

 
Die Causa Schimanek verbindet ein seit den 1990er-Jahren dokumentiertes rechtsextremes Familienumfeld, das Forsthaus mit NS-Devotionalien und Munition, den laufenden Terrorprozess gegen zwei Neffen sowie die rechtskräftige Verurteilung des früheren Rosenkranz-Büroleiters René Schimanek wegen NS-Wiederbetätigung.
Trotz seines angekündigten FPÖ-Austritts und Rücktritts als Stadtrat ist Schimanek derzeit beim Freiheitlichen Bildungsinstitut der FPÖ beschäftigt, was dessen Geschäftsführer ausdrücklich bestätigt hat
 
AfD und FPÖ erneut Opfer des Woke‑Wahnsinns
Fusionsgespräche abgebrochen:
GEMEINSAMER PARTEINAME SEIT 1945 VERBOTEN

GEBRÜDER MOPED

(Fotos bearbeitet, Originale von Steffen Prößdorf (li) CC BY‑SA 4.0, C. Stadler/Bwag (re) CC‑BY‑SA 4.0)

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Der steirische Kindergarten-Bluff: Erst Stimmen fangen, dann bei den Kleinsten sparen
Vor der Landtagswahl tönte Mario Kunasek großspurig vom „Aufholbedarf“ bei der Kinderbetreuung. Mehr Plätze, bessere Angebote, volle Unterstützung für Familien. Das war der Köder für die Wähler.
Kaum sitzt die FPÖ mit der ÖVP auf den Regierungsbanken, folgt die kalte Dusche.
Die versprochene Verkleinerung der Kindergartengruppen ist vom Tisch. Stattdessen beschließt die neue Koalition das Gegenteil: größere Gruppen, gestrichene Förderungen, ruinierte Qualitätsstandards. Der Rotstift trifft ausgerechnet jene, die sich nicht wehren können: unsere jüngsten Kinder.
Das System dahinter ist pure Wählertäuschung:
• Vor der Wahl: Große Töne spucken.
• Nach der Wahl: Knallhart kürzen.
Mehr Kinder pro Gruppe bedeuten weniger Zeit für das einzelne Kind. Wer gleichzeitig die Ausbildung von Pädagogen finanziell austrocknet und Familienhilfen streicht, betreibt keinen Ausbau. Das ist Sabotage an der Zukunft.
Die Ausrede der knappen Kassen zieht nicht. Budgets spiegeln Prioritäten wider. Wer sich plakatstark als Schutzpatron der Familien inszeniert und dann als erste Amtshandlung den eigenen Nachwuchs im Stich lässt, hat jede politische Glaubwürdigkeit verspielt.
Das Prinzip bleibt gleich: Vor der Wahl wird den Familien die Zukunft versprochen, nach der Wahl wird ihnen die Rechnung serviert.
Es wird sich zeigen, wie schmerzbefreit die FPÖ-Wähler sind. Wird dieser radikale Wortbruch am Ende wieder mit blinder Parteitreue verteidigt, selbst wenn es auf Kosten der eigenen Kinder geht?

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