Rechtsextremismus reicht in Österreich bis ins Parlament hinein
Der Übergang von der rechtsextremen Szene zur FPÖ ist fließend. Dass ihre Anhänger so gut vernetzt sind, macht diese Ideologie so gefährlich
Rechtsextremismus ist tödlich. Allein in den vergangenen zehn Jahren wurden in Deutschland dutzende Menschen durch rechtsterroristische Taten ermordet. Es ist wohl teils Glück, teils ein Erfolg der Sicherheitsbehörden, dass es in Österreich keine Todesopfer zu beklagen gab. Attentatspläne hegten Neonazis jedenfalls. Zu Anschlägen kam es aber bislang nur durch Islamisten.
Doch im Unterschied zum Jihadismus ist der Rechtsextremismus in Österreich strukturell verankert. Mit der FPÖ gibt es seit Jahrzehnten eine bedeutsame Partei, die als politischer Anknüpfungspunkt für die Szene agiert. Das soll nicht heißen, dass die Parteigranden und Abgeordneten einer gewaltbereiten Ideologie anhängen oder braunes Gedankengut hegen. Aber – und das ist ein signikantes Aber: Es ist keinerlei Protest gegen die Szene und die punktuelle Kooperation mit deren Strömungen wahrnehmbar. Das zeigt einmal mehr der Rechtsextremismusbericht des Dokumentationsarchivs für Österreichischen Widerstand (DÖW).
Antisemitische Spielsachen
Ein Beispiel dafür ist die Familie Schimanek. Der Langenloiser Stadtrat René Schimanek war Büroleiter von Nationalratspräsident Walter Rosenkranz, als Ermittler ein Forsthaus bei der Ruine Kronsegg durchsuchten. Sie halfen deutschen Kollegen, die gegen Schimaneks Neffen aus Sachsen vorgingen. Die jungen Männer stehen seit Freitag in Dresden wegen der Gründung einer rechtsterroristischen Vereinigung vor Gericht. Es gilt die Unschuldsvermutung.
René Schimanek war in diesem Forsthaus gemeldet und Mieter. Rosenkranz sprach davon, seinem Büroleiter "mehr als hundert Prozent" zu vertrauen. Ein "Meldevergehen", alles kein Problem. Mittlerweile weiß man, dass in diesem Forsthaus etwa Spielzeug-LKWs mit der Aufschrift "Auschwitz-Birkenau-Express" oder "Weltweit über 6 Millionen zufriedene Kunden" gefunden wurden. Wer hat so etwas daheim? Warum?
www.derstandard.at
Der Übergang von der rechtsextremen Szene zur FPÖ ist fließend. Dass ihre Anhänger so gut vernetzt sind, macht diese Ideologie so gefährlich
Rechtsextremismus ist tödlich. Allein in den vergangenen zehn Jahren wurden in Deutschland dutzende Menschen durch rechtsterroristische Taten ermordet. Es ist wohl teils Glück, teils ein Erfolg der Sicherheitsbehörden, dass es in Österreich keine Todesopfer zu beklagen gab. Attentatspläne hegten Neonazis jedenfalls. Zu Anschlägen kam es aber bislang nur durch Islamisten.
Doch im Unterschied zum Jihadismus ist der Rechtsextremismus in Österreich strukturell verankert. Mit der FPÖ gibt es seit Jahrzehnten eine bedeutsame Partei, die als politischer Anknüpfungspunkt für die Szene agiert. Das soll nicht heißen, dass die Parteigranden und Abgeordneten einer gewaltbereiten Ideologie anhängen oder braunes Gedankengut hegen. Aber – und das ist ein signikantes Aber: Es ist keinerlei Protest gegen die Szene und die punktuelle Kooperation mit deren Strömungen wahrnehmbar. Das zeigt einmal mehr der Rechtsextremismusbericht des Dokumentationsarchivs für Österreichischen Widerstand (DÖW).
Antisemitische Spielsachen
Ein Beispiel dafür ist die Familie Schimanek. Der Langenloiser Stadtrat René Schimanek war Büroleiter von Nationalratspräsident Walter Rosenkranz, als Ermittler ein Forsthaus bei der Ruine Kronsegg durchsuchten. Sie halfen deutschen Kollegen, die gegen Schimaneks Neffen aus Sachsen vorgingen. Die jungen Männer stehen seit Freitag in Dresden wegen der Gründung einer rechtsterroristischen Vereinigung vor Gericht. Es gilt die Unschuldsvermutung.
René Schimanek war in diesem Forsthaus gemeldet und Mieter. Rosenkranz sprach davon, seinem Büroleiter "mehr als hundert Prozent" zu vertrauen. Ein "Meldevergehen", alles kein Problem. Mittlerweile weiß man, dass in diesem Forsthaus etwa Spielzeug-LKWs mit der Aufschrift "Auschwitz-Birkenau-Express" oder "Weltweit über 6 Millionen zufriedene Kunden" gefunden wurden. Wer hat so etwas daheim? Warum?
Rechtsextremismus reicht in Österreich bis ins Parlament hinein
Der Übergang von der rechtsextremen Szene zur FPÖ ist fließend. Dass ihre Anhänger so gut vernetzt sind, macht diese Ideologie so gefährlich