Wenn Kickls Drohung Realität würde
In seiner Rede am 1.Mai skizzierte der FPÖ-Chef einen "Systemumbau", der auch seinen Wählern nicht gefallen würde
STANDARD-Leser H. aus der Steiermark ist der Meinung, dass "Kickl leider nicht aufzuhalten sein wird. Wenn man zum Beispiel im Mürztal mit den Leuten spricht, wird man unweigerlich an 1933 erinnert. Ein starker Mann muss her, nieder mit der EU, weg mit den ,Systemmedien‘ und Putin solle doch Österreich befreien (ernsthaft!!)."
Man möchte Leser H. widersprechen und kann es auch: Der Autor dieser Zeilen war im letzten halben Jahr auf Einladung von verschiedenen Kulturvereinen in kleineren Städten in Kärnten, Steiermark, Tirol für Diskussionen unterwegs – und traf durchwegs auf interessierte, demokratisch denkende, kritische Bürgerinnen und Bürger, die mit Kickl aber wirklich nichts am Hut haben. Im Gegenteil.
Aber die konstant 35 bis 37 Prozent für die FPÖ in den Umfragen müssen ja von irgendwo herkommen. Sind die durch Warnungen vor den antidemokratischen, antieuropäischen, geradezu umstürzlerischen Plänen der Kickl-FPÖ zu erreichen?
Antisozialer Umbau
Aber man muss es trotzdem sagen: Die Kickl-FPÖ hat vollkommen ernstgemeinte Pläne für einen totalen, autoritären, antisozialen Umbau Österreichs, der euch nicht gefallen wird.
Am 1.Mai hat Kickl wieder eine wütende Drohrede gehalten. Viele sind das schon gewöhnt, tun es mit dem Vokabel "Bierzelt" ab.
Aber es ist vollkommen ernst gemeint. Kickl will mit dem ORF beginnen: "Wir sperren das Werkl zu, wir machen eine Neuaufstellung." Richtig, das geht dann nach dem Prinzip Orbán und Trump: der ORF und am besten auch gleich die kritischen Printmedien werden "gesäubert" und es ziehen dort als neue Fachkräfte jene Rechtsextremen und "Identitären" ein, die jetzt schon im Parlamentsklub der FPÖ als Mitarbeiter sitzen und vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Überdies kann man den ORF und auch einige Zeitungen ja an rechte (Tech-)Oligarchen verklopfen, wie in den USA und Ungarn.
www.derstandard.at
In seiner Rede am 1.Mai skizzierte der FPÖ-Chef einen "Systemumbau", der auch seinen Wählern nicht gefallen würde
STANDARD-Leser H. aus der Steiermark ist der Meinung, dass "Kickl leider nicht aufzuhalten sein wird. Wenn man zum Beispiel im Mürztal mit den Leuten spricht, wird man unweigerlich an 1933 erinnert. Ein starker Mann muss her, nieder mit der EU, weg mit den ,Systemmedien‘ und Putin solle doch Österreich befreien (ernsthaft!!)."
Man möchte Leser H. widersprechen und kann es auch: Der Autor dieser Zeilen war im letzten halben Jahr auf Einladung von verschiedenen Kulturvereinen in kleineren Städten in Kärnten, Steiermark, Tirol für Diskussionen unterwegs – und traf durchwegs auf interessierte, demokratisch denkende, kritische Bürgerinnen und Bürger, die mit Kickl aber wirklich nichts am Hut haben. Im Gegenteil.
Aber die konstant 35 bis 37 Prozent für die FPÖ in den Umfragen müssen ja von irgendwo herkommen. Sind die durch Warnungen vor den antidemokratischen, antieuropäischen, geradezu umstürzlerischen Plänen der Kickl-FPÖ zu erreichen?
Antisozialer Umbau
Aber man muss es trotzdem sagen: Die Kickl-FPÖ hat vollkommen ernstgemeinte Pläne für einen totalen, autoritären, antisozialen Umbau Österreichs, der euch nicht gefallen wird.
Am 1.Mai hat Kickl wieder eine wütende Drohrede gehalten. Viele sind das schon gewöhnt, tun es mit dem Vokabel "Bierzelt" ab.
Aber es ist vollkommen ernst gemeint. Kickl will mit dem ORF beginnen: "Wir sperren das Werkl zu, wir machen eine Neuaufstellung." Richtig, das geht dann nach dem Prinzip Orbán und Trump: der ORF und am besten auch gleich die kritischen Printmedien werden "gesäubert" und es ziehen dort als neue Fachkräfte jene Rechtsextremen und "Identitären" ein, die jetzt schon im Parlamentsklub der FPÖ als Mitarbeiter sitzen und vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Überdies kann man den ORF und auch einige Zeitungen ja an rechte (Tech-)Oligarchen verklopfen, wie in den USA und Ungarn.
Wenn Kickls Drohung Realität würde
In seiner Rede am 1.Mai skizzierte der FPÖ-Chef einen "Systemumbau", der auch seinen Wählern nicht gefallen würde