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FPÖ (Un)Wahrheiten, Hetze und Märchen

Recherche: DAS hatte Norbert Hofer Freitag vormittags zu feiern

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Ex-Nationalratspräsident Norbert Hofer (FPÖ) sorgte am vergangenen Freitag für Aufsehen. Mit 2,48 Promille touchierte er bei Pinkafeld eine Verkehrsinsel, fuhr in den Gegenverkehr und landete fast im Straßengraben. Was auf den ersten Blick wie ein ganz normaler burgenländischer Vormittag wirkt, hat einen handfesten finanziellen Hintergrund.

„Das ist mir noch nie passiert“, entschuldigte sich Hofer gegenüber Medien. Dabei ist das doch ganz normal. Wem ist das noch nie passiert, dass er vormittags ins Auto purzelt, mit dem Gesicht exakt auf den Zündschlüssel fällt und den Wagen im reflexartigen Stundenschlaf sanft in den Gegenverkehr lenkt?

Die frühe Uhrzeit für die Jörg-Haider-Gedenkfahrt verwundert dabei nur Laien. Erfahrene nicht-amtsführende Stadträte wissen längst: Ab 11 Uhr wird nicht mehr gehackelt, sondern vorgeglüht.

Normalerweise wird man für derartige Trunkenheitsfahrten am helllichten Tag sofort mit der Airbert One außer Landes gebracht. Doch Hofer hatte einen triftigen Grund zu feiern.

Kernkraftöl statt Kürbiskernöl
Hofer verdingt sich seit dem 1. März 2026 nicht nur im burgenländischen Landtag, sondern fungiert auch als „Vice President of Strategic Communications“ beim Grazer Energie-Start-up „Emerald Horizon“.

Das Unternehmen hat ein bescheidenes Ziel: Die absolute Revolution des globalen Stromnetzes durch kleine Thorium-Nuklearreaktoren.

Die Reaktoren sollen bequem in einen Schiffscontainer passen, keinen Giftmüll produzieren und fünfmal so viel Strom liefern wie ein herkömmliches Windrad. Kurz: Es handelt sich um ein nukleares Perpetuum Mobile.

Bisher gelang es weltweit nur dem chinesischen Staat nach jahrzehntelanger und milliardenschwerer Forschung, einen solchen Reaktor kurzzeitig zum Laufen zu bringen. Doch woran sich die hellsten Physiker in den USA und Asien die Zähne ausbeißen, das schupft ein kleines Grazer Start-up bis 2030 ganz locker dank steirischer Anpacker-Mentalität. Böll, böll, Kernkraftöl!

Hofers Aufgabe als fleischgewordener Homer Simpson in Sektor 7G ist freilich nicht der Bau des Reaktors. Er soll als Kommunikationschef Investoren so lange strategisch einlallen, bis die Brieftaschen locker sitzen.

Durst auf Karriere
Norbert Hofer wird auf der Website als Teil des Managements angeführt und hat mit Ex-Nationalbank-Präsident Robert Holzmann auch einen prominenten Kollegen, der sich mit unkontrollierten Abstürzen bestens auskennt.

 

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Kein Ende des blauen Höhenflugs in Sicht

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Nationalrat: Meiste Spitzenverdiener in FPÖ-Klub
14 der 183 Nationalratsabgeordneten verdienen neben ihrem Abgeordnetengehalt monatlich mehr als 12.000 Euro dazu.

Der typische Spitzenverdiener ist männlich und kommt aus der FPÖ, ergab eine Auswertung der Transparenzdaten des Parlaments durch die APA. Heute endet die Frist für die Meldungen. Neun der 14 Mandatare in der höchsten Einkommensklasse sitzen im FPÖ-Parlamentsklub. Insgesamt findet sich nur eine Frau unter den Topverdienern.

Insgesamt 265 bezahlte Nebentätigkeiten haben die 183 Nationalratsabgeordneten aktuell gemeldet, wobei die Verteilung nicht gleichmäßig ist. 43 Abgeordnete gehen keiner bezahlten Tätigkeit nebenbei nach, viele andere haben aber gleich mehrere Nebenjobs.

Spitzenreiter ist wie schon in den Vorjahren Axel Kassegger (FPÖ) mit insgesamt neun bezahlten außerparlamentarischen Funktionen, dahinter folgt Andreas Minnich (ÖVP) mit sieben.

Abgeordnete müssen sich in eine von fünf Einkommenskategorien einordnen. Wer im Vorjahr mehr als 12.000 Euro monatlich zusätzlich zum Abgeordnetengehalt von aktuell 10.351 Euro dazuverdient hat, fällt in die oberste Kategorie.

Blaue Parteifunktionäre unter Topverdienern
Die lukrativsten Nebenjobs haben die beiden blauen Generalsekretäre Christian Hafenecker und Michael Schnedlitz, Klubdirektor Norbert Nemeth, die Notare Harald Stefan und Volker Reifenberger, der Rechtsanwalt Christian Ragger, der Apotheker Gerhard Kaniak sowie die Unternehmer bzw. Manager Maximilian Weinzierl und Arnold Schiefer (alle FPÖ).

 
Norbert Hofer: Nüchtern betrachtet

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Causa Lebensversicherung
Untreue-Prozess: Prominente FPÖ-Zeugen bringen keine Entlastung für Strache
Der Mitangeklagte erklärte, dass es keinen Gremienbeschluss gegeben habe, wonach die Versicherungssumme im Erlebensfall an Strache fließen sollte. Nepp und Vilimsky betonten, nach der Ibiza-Affäre habe das Geld der Partei zugestanden

Die Zeugenliste ist fast abgearbeitet, Klarheit herrscht noch immer nicht. Am vierten Tag im Untreue-Prozess gegen den früheren FPÖ-Chef und Vizekanzler Heinz-Christian Strache sagten mit Dominik Nepp, Harald Vilimsky und Hilmar Kabas noch einmal mehrere Spitzenfunktionäre der Freiheitlichen aus.

Doch auch ihre Aussagen beantworteten die zentrale Frage des Verfahrens nicht: Hat die Wiener FPÖ tatsächlich beschlossen, dass die Versicherungssumme einer parteifinanzierten Lebensversicherung im Erlebensfall an Strache persönlich fließen sollte?

 
Causa Lebensversicherung: Freispruch für Strache
Der Untreueprozess gegen den Ex-FPÖ-Politiker und -Vizekanzler Heinz-Christian Strache und einen Mitangeklagten in der Lebensversicherungscausa ist am Donnerstag am Wiener Landesgericht mit Freisprüchen für die beiden Angeklagten zu Ende gegangen.

Ein Schöffensenat wies den inkriminierten Vorwurf der Untreue zurück. Zu dieser Entscheidung kam der Senat nach einer Beratungszeit von knapp 40 Minuten.

Staatsanwaltschaft sah „keine Zweifel“ an Schuld
„Aufgrund des durchgeführten Beweisverfahrens besteht an der Schuld der beiden Angeklagten kein Zweifel“, sagte der Staatsanwalt in seinem Schlussvortrag. Die Angeklagten, neben Strache stand auch ein ehemaliger Landesparteireferent der Wiener FPÖ vor Gericht, hätten „eigenmächtig und an der Partei vorbei gehandelt“, so der Staatsanwalt.

Die Mitglieder des Finanzausschusses der Wiener FPÖ hätten vor Gericht erklärt, dass es keinen Beschluss gab, Strache intern abzusichern. Die Versicherung sei „komplett an der Partei vorbeigeschleust worden“. Kein Gremium sei je damit befasst worden. Es sei „niemals angedacht gewesen, Strache eine Pension aus dem Parteivermögen angedeihen zu lassen“, so der Staatsanwalt.

Strache enttäuscht von Ex-Parteikollegen
Strache bekräftigte am Ende des Beweisverfahrens, die für seinen Vorgänger Hilmar Kabas abgeschlossene Versicherung sei 2007 auf ihn übertragen worden. Dass sich keiner seiner früheren Parteikollegen jetzt daran erinnern könne bzw. wolle, sei „enttäuschend, weil ich diesen Menschen jahrzehntelang vertraut habe“. 2014 habe es dann einen Vorstandsbeschluss der Wiener Parteigranden gegeben, die Versicherung auf Ab- und Erleben zu ändern: „Da ist niemand gezwungen worden. Im Gegenteil.“

 
Über die FPÖ fließen Steuergelder an den "gesicherten Rechtsextremismus"
Der deutsche Verfassungsschutz stuft die Propagandaplattform Auf1, die von Herbert Kickl & Co hofiert wird, in die härteste Radikalismus-Kategorie ein

Kein Verdachtsfall, sondern gesichert rechtsextremistisch: So stuft der deutsche Verfassungsschutz laut seinem neuesten Bericht den oberösterreichischen Propagandakanal Auf1 ein. Es ist die härteste Kategorie, die der Verfassungsschutz kennt. Organisationen, die sich dort finden, richten sich gegen die demokratisch-freiheitliche Grundordnung. Kurzum: Sie sind eine Gefahr für die Demokratie.

Man braucht den deutschen Verfassungsschutz oder sein österreichisches Pendant nicht, um das zu erkennen. Auf1 liefert antisemitische Verschwörungsmythen und auch sonst viel Dreck, der rassistisch ist oder das Vertrauen in die Wissenschaft mindert. Es ist eine typische rechtsextreme Propagandaschleuder. Senderchef Stefan Magnet verbreitet laut Verfassungsschutz Beiträge, die das "klassische antisemitische Narrativ einer geheimen Agenda 'der Juden'" zum Inhalt haben.

Zugang und Geld
Die FPÖ hindert das nicht, ordentlich Inserate – mit unserem Steuergeld – bei Auf1 zu buchen und somit ihr Überleben zu sichern. Man liefert dem Sender, dessen Gründer Magnet einst in Neonazikreisen unterwegs war, nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern versorgt ihn mit exklusivem Zugang zu blauen Spitzenpolitikern. Walter Rosenkranz gab dort das erste Interview nach seinem Amtsantritt, Herbert Kickl jenes nach dem Wahlerfolg. Das zeigt einmal mehr, wie entfesselt radikalisiert die FPÖ unter Kickl geworden ist. Zeig mir deine Freunde, und ich sage dir, wer du bist. (Fabian Schmid, 2.7.2026)

 
Unter Bundesbrüdern: Wer steckt hinter Manfred Haimbuchners ominösem, geheimem Gutachten?
Oberösterreichs Landesvize (FPÖ) hat ein Papier beauftragt, um eine höchst umstrittene Personalbesetzung zu rechtfertigen – doch es bleibt unter Verschluss. DER STANDARD konnte Einblick nehmen

In Oberösterreich sorgt eine höchst umstrittene Personalie der FPÖ für Aufsehen. Vizelandeshauptmann Manfred Haimbuchner (FPÖ) hat einen engen Vertrauen, seinen Büroleiter Roland Dietrich, in den Aufsichtsrat der größten landeseigenen Wohnbaugenossenschaft geschickt: der Lawog ("Landeswohnungsgenossenschaft") mit Sitz in Linz. Demnächst, so geht das Gerücht, soll Dietrich auf Wunsch Haimbuchners gar der neue Chef der Lawog werden.

Was ist das Problem daran? Da Haimbuchner zugleich Wohnbaulandesrat ist, ist dessen Büroleiter Dietrich mit allen Agenden der Wohnbauaufsicht und -förderung vertraut. Der Revisionsverband, der die Prüfung Gemeinnütziger innehat, sieht darin einen Interessenkonflikt, der gar widerrechtlich sein könnte. Mehrfach forderte der Verband deshalb eine rechtliche Überprüfung durch die Lawog.

Unter Verschluss
Die Prüfung fand zwar statt – aber nicht, wie vorgesehen, durch die Lawog. Sondern ausgerechnet durch eine Abteilung des Büros Haimbuchner, dem Dietrich als Leiter angehört. Laut Land soll seither ein Gutachten belegen, dass die Personalie rechtlich unbedenklich sei. DER STANDARD berichtete darüber ausführlich.

Haimbuchner reagiert bereits seit Wochen nicht mehr auf wiederholte STANDARD-Anfragen. Das Gutachten, immerhin mit Steuergeld finanziert, bleibt unter Verschluss. Nicht einmal den Namen des Autors gibt der Landesvize preis.

 
Brutaler Angriff auf Taxler samt "Sieg Heil" in Leoben: Führende Identitäre verdächtig
Die Staatsanwaltschaft bestätigte der APA entsprechende Ermittlungen. Auch dem STANDARD liegen Informationen dazu vor, so soll ein Ex-FPÖ-Parlamentsmitarbeiter involviert sein

Rohe Gewalt gegen einen Taxifahrer, der Gäste wegen "Sieg Heil"-Rufen aus seinem Auto geordert hatte: Dieser Vorfall am Rande eines Burschenschafter-Fests in Leoben sandte vor zwei Wochen Schockwellen durch das Land. Nun liegen erste, hochbrisante Ermittlungsergebnisse vor. So soll es sich bei den Verdächtigen um führende Kader der rechtsextremen Identitären Bewegung (IBÖ) handeln. Das vermeldete die Nachrichtenagentur APA am Sonntagmorgen. Dem STANDARD lagen zuvor auch schon entsprechende Hinweise vor.

Einer der Verdächtigen ist mutmaßlich ein junger Deutscher, der in sozialen Medien seit einigen Jahren als neues Gesicht der Wiener Identitären auftritt. Er hat offenbar in der Zeit seit dem Angriff in Leoben zuvor öffentliche Social Media-Profile gelöscht.

 
Übrigens bezeichnete Kickl verharmlosend die Identitären als NGOS von Rechts
Kickl: "Identitäre so etwas wie eine NGO von rechts"
Der designierte FPÖ-Chef bezeichnet die Identitäre Bewegung als „unterstützenswertes Projekt“ - für ÖVP-Verfassungsministerin Edtstadler eine "klare Grenzüberschreitung“.


Neuer FPÖ-Chef sieht inhaltliche Überschneidung mit der Identitären Bewegung
Am Montag machte das Präsidium der FPÖ Herbert Kickl zu ihrem zukünftigen Chef. In einem Interview äußerte der sich nun zur rechtsextremen Identitären Bewegung – und nannte sie »unterstützenswert«.


Und dann hat man von nichts was gewusst.
 
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