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FPÖ (Un)Wahrheiten, Hetze und Märchen

Die Rechtsextremen sitzen bereits im Zentrum unserer Demokratie
Wer prüfen will, ob die FPÖ-Jugend die Identitäre Bewegung finanziert, muss wissen: Beide Gruppierungen sind längst miteinander verschmolzen

Freunde verbringen gerne Zeit miteinander: Bei Mitgliedern der FPÖ-Jugend und der Identitären Bewegung und ihres studentischen Ablegers, der "Aktion451", kann man das beobachten. Regelmäßig wird gemeinsam – auch gerne vermummt – bei Demos marschiert. Man lauscht gemeinsam rechtsextremen Vortragenden, deren Frauenbild in der Frühzeit der Menschheitsgeschichte verwurzelt ist.

Man trainiert gemeinsam für Boxkämpfe. Und wenn man sich nicht sicher ist, ob jemand zu einem passt, gibt es Schädelvermessungen inspiriert von der nationalsozialistischen Rassenlehre. Samt "Arierknochen"-Überprüfung.

Es klingt alles wie aus einem schlechten Film, doch was Aussteiger und Whistleblower dem STANDARD erzählt haben, ist leider keine Nazi-Satire. Herbert Kickls FPÖ behauptet nun, nichts mit der eigenen Jugendorganisation zu tun zu haben, obwohl deren Bundesobmann, Maximilian Weinzierl, Nationalratsabgeordneter für die FPÖ ist. Zudem werden Identitäre mit Jobs bei den Abgeordneten versorgt.

Wie eng das Verhältnis, besser gesagt die Verschmelzung zwischen der Freiheitlichen Jugend (FJ) und ihrer Schwesternorganisation, dem Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) mit der Identitären Bewegung (IB) ist, zeigen neue STANDARD-Recherchen in einer noch nie dagewesenen Dichte.

Gesunkene Hemmschwelle
Am Mittwoch meldete sich auch der österreichische Staatsschutz zu den Enthüllungen zu Wort. Der Befund: Die Hemmschwelle für Kooperationen zwischen der "rechtsextremen Vorfeldorganisation" und "parteipolitischen Entscheidungsträgern" sinke. Die "ideologische Radikalisierung einzelner Aktivisten" gehe "zunehmend mit der Bereitschaft zur Anwendung körperlicher Gewalt" einher. Und die Staatsschützer sehen auch das Ziel der Identitären, Begriffe wie "Remigration" in der breiten Gesellschaft anschlussfähig zu machen, erreicht.

 
Aus Kurier/Pammesberger

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Mit Herbert ist Kickl gemeint
 

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Auch Boulevardmedien sind ein wesentlicher Bestandteil der Demokratie: Viele Österreicherinnen und Österreicher wollen eben nicht nur intellektuell befriedigt werden, indem man sie über die neuesten Steuerpläne der Regierung informiert - sondern auch emotional: und heiße Storys über das Sexualleben von Sportstars oder bekannten Künstlern lesen. Korrekte Berichterstattung hat in allen Bereichen ihre Berechtigung!
Aber was sich derzeit abspielt, ist eine unmenschliche Sauerei: Wer die gesamte Regierung, vor allem die SPÖ, derart in Grund und Boden schreibt, damit die FPÖ in Umfragen und später bei Wahlen sprießt, sät nicht nur Unfrieden im ganzen Land. Er wird auch eine Missernte einfahren! Die Freiheitlichen würden nämlich in der Regierung nicht, wie erhofft, den Boulevard finanziell vermehrt fördern, sondern ausschließlich die eigenen ,,Medien‘‘ wie FPÖ TV und rechtsextreme Online-Plattformen wie AUF1. Ich sehe den Tag kommen, an dem sich die, die jetzt den Bundes- und Vizekanzler journalistisch vernichten, nach den beiden sehnen. Aber dann ist es zu spät!

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Weil die FPÖ jetzt zur Ablenkung von ihrem „Identitären“-Skandal auf andere Parteien zeigt und mokiert, es habe auch dort einzelne Vorfälle gegeben:
• Keine andere Partei hat parlamentarische Mitarbeiter, die im Umfeld verfassungsfeindlicher Gruppierungen aktiv sind.
• Keine andere Partei hat hochrangige Funktionäre, die Mitglieder in extremistischen Gruppierungen sind.
• Keine andere Partei fördert und bewirbt laufend rechtsextreme und antisemitische Verschwörungskanäle.
• Keine andere Partei hat ein Magazin aktiv und massiv mitbetrieben und bejubelt, das nachweislich Naziideologie verbreitet hat – und dessen Herausgeber kürzlich (noch nicht rechtskräftig) wegen Nazi-Wiederbetätigung verurteilt wurde.
• Keine andere Partei pflegt laufend enge Kontakte zu verfassungsfeindlichen Gruppierungen im Ausland.
• Und ja, die Jugendorganisation keiner anderen Partei steht im Verdacht, systematisch mit verfassungsfeindlichen völkischen Szenen zu kooperieren. Der Obmann dieser Jugendorganisation ist übrigens kein Jugendlicher, sondern ein fast 30-jähriger Erwachsener, der für die FPÖ im Parlament sitzt.
Eine Partei, die dermaßen eng mit rechtsextremen und verfassungsfeindlichen Szenen verflochten ist, ist eine Gefahr für Demokratie und Rechtsstaat. Das muss so offen gesagt werden
 
Aha, so funktioniert der Rechtsstaat
Was Grassers Anwälte so gegen dessen Richterin treiben, ist für den Wiener Rechtsanwaltspräsident in Ordnung

Der Präsident der Wiener Rechtsanwaltskammer, Peter Czoklich, hat den drei Anwälten, die in der Causa Grasser die Richterin mit dem Verdacht der Bestechlichkeit und des Amtsmissbrauchs angeschüttet haben, das Weißwasch-Gütesiegel verliehen.

Kurze Rekapitulation: Karl-Heinz Grassers Anwälte haben bereits während des Prozesses versucht, die Richterin wegen "Befangenheit" abzulehnen – vergeblich. Nach der rechtskräftigen Verurteilung von Grasser wegen Bereicherung beim Verkauf des bundeseigenen Wohnungspakets griffen sie bereitwillig die gefälschten Anschuldigungen eines auf den ersten Blick dubiosen Zeugen (äußerlich verwahrlost, ohne festen Wohnsitz, kein eigener Computer, aber angeblich Zugriff auf E-Mails der Richterin) auf. Sie ließen sich zwar eine Hintertür offen (könnte Betrug sein), aber der Angriff auf die Integrität der Richterin war viel massiver.

Dazu fällt dem Wiener Rechtsanwaltspräsidenten ein: Die Anwälte hätten "keine Wahl" gehabt. Es könne von einer "Gefährdung des Rechtsstaates" keine Rede sein, sondern ein Beweis, "dass der Rechtsstaat funktioniert".

Eine interessante Aussage über das Urteilsvermögen von Anwälten, die den Behauptungen eines mehr als dubiosen Zeugen Beachtung schenken, sich aber mit einer "könnte aber auch nix sein"-Klausel absichern. Danke. So haben wir Laien uns die Pflege des Rechtsstaats immer vorgestellt. (Hans Rauscher, 26.8.2026)

 
Herbert Kickl nennt sich seit 2023 „Volkskanzler". Das ist keine harmlose Selbstbezeichnung. 1933 hat Goebbels das Wort für Hitler geprägt, der Duden führte es 1941 wörtlich als „Bezeichnung für Hitler". 2024 wurde „Volkskanzler" deshalb zu Recht zu Österreichs Unwort des Jahres gewählt.
Das ist kein Einzelfall. Die extreme Rechte hat ein wiederkehrendes Muster: Alte, historisch belastete Wörter werden entweder durch neue, harmlosere ersetzt – oder sie kehren unverändert zurück, weil sich niemand mehr die Mühe der Tarnung macht.
„Patriot" statt Nazi. Kickl wurde 2021 gefragt, ob er Rechtsextreme in der Partei duldet. Bis heute keine Antwort – nur das Wort „Nazi" wiederholt als „Keule" abgetan.
„Remigration" statt Rassenhygiene. Klingt nach Verwaltungsbegriff. Ein deutsches Gericht hat das dahinterstehende Konzept 2025 offiziell als menschenwürdewidrig eingestuft.
„Lügenpresse" – ein Kampfbegriff aus dem Ersten Weltkrieg, von den Nazis zur Pressehetze genutzt, 2014 wiederbelebt. Heute wieder überall im Umlauf.
Niemand wird je zugeben, dass hier bewusst altes Vokabular recycelt wird. Muss auch niemand. Wörterbücher, Gerichtsurteile und Verfassungsschutzberichte reichen als Beleg.
Acht solcher Begriffe habe ich mir im Detail angeschaut – mit Quellen, Zitaten und der ganzen Geschichte dahinter.
Die Links zur Podcast-Folge und der ausführliche Leitartikel dazu in den Kommentaren.

 
FAQ: Alles, was Sie über den Arierknochen wissen müssen

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Laut Recherchen des „Standard“ verwendeten die Freiheitliche Jugend und die Identitären Messgeräte, mit denen der sogenannte Arierknochen vermessen werden sollte. Was genau hat es damit auf sich? Die Redaktion klärt auf.

Was ist der Arierknochen?
Ein Knochen am Hinterkopf, den die linke Forschung bisher hartnäckig leugnet, genauso wie Chemtrails, die Erdscheibe oder Kickls zweiten Hoden.

Wo befindet sich der Arierknochen?
Laut MedUni zwischen dem Deppenzentrum, der Opferdrüse und dem Frontaljammerlappen.

Wie kann ich meinen Arierknochen ertasten?
Dazu brauchen Sie einen Minderwertigkeitskomplex, zwei Finger und drei Promille.

Ist der Arierknochen gefährlich?
Nicht für den Träger, nur für sein Umfeld.

Wie entsteht ein Arierknochen?
Durch übermäßigen Telegram-Konsum, zu lange Aufenthalte in Burschenschafterbuden, oder mit 27 Jahren immer noch Jungfrau sein und Frauen kollektiv die Schuld dafür geben, während man im Keller seines Elternhauses ein 1000-seitiges Manifest für den Tag X verfasst.

Kann sich ein Arierknochen zurückbilden?
Ja, in der Regel mit etwas Bildung, sozialen Kontakten und frischer Luft.

Wie wird der Arierknochen korrekt vermessen?
Um 3 Uhr früh besoffen von einem auf der Wange blutenden Burschenschafter, der nach Bier und Axe Afrikafeldzug stinkt.

Brauche ich einen Arierknochen, um in der Freiheitlichen Jugend aufgenommen zu werden?
Ein Incel-Watschngsicht, das nicht einmal die eigenen Eltern lieben können, reicht üblicherweise aus.

Das heißt, nicht alle FPÖ-Politiker haben einen Arierknochen?
Nein. Einige FPÖler haben alternative Körperteile, zum Beispiel Udo Landbauer (Persermuskel) oder Harald Vilimsky (Tschechensehne, schwer lädiert durch Taser-Einsatz).

Zahlt die Krankenkassa die Vermessung?
Nein, das übernimmt der Steuerzahler durch Fördergelder an die Freiheitliche Jugend.

Was passiert, wenn ich keinen Arierknochen habe?

 

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„Linke Zecke“-Urteil gegen FPÖ bestätigt
Das Oberlandesgericht Wien hat die Verurteilung des FPÖ-Parlamentsklubs wegen eines „Linke Zecke“-Sagers gegen SPÖ-Chef Andreas Babler bestätigt. Das berichtete heute SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim per Aussendung.

Damit müssen die Freiheitlichen eine Pönale von 5.000 Euro leisten. Für Seltenheim bedeutet das Urteil „ein wichtiges demokratiepolitisches Zeichen gegen Hass und Hetze“.

FPÖ muss Urteil auf YouTube veröffentlichen
Neben der Geldstrafe hat der FPÖ-Parlamentsklub das Urteil auf dem YouTube-Kanal von FPÖ TV zu veröffentlichen. Ursprünglich hätte FPÖ-Chef Herbert Kickl wegen des Sagers persönlich verfolgt werden sollen. Der Nationalrat lehnte jedoch eine „Auslieferung“ des Freiheitlichen-Obmanns ab.

Daraufhin brachte die SPÖ schließlich eine Sachverhaltsdarstellung gegen den FPÖ-Klub als Medieninhaber des YouTube-Kanals ein. In der ersten Instanz am Wiener Straflandesgericht vergangenen Jänner hatte der zuständige Richter den Tatbestand der üblen Nachrede als erfüllt gesehen und die Geldstrafe von 5.000 Euro verhängt.

Gefallen war die inkriminierte Aussage bei einer Mai-Veranstaltung der FPÖ in Linz. Kickl meinte da gegenüber dem Publikum: „Die linken Zecken haben wieder Oberwasser, weil eine linke Zecke in Wien als Vizekanzler das Sagen hat.“

Die FPÖ verwende immer häufiger eine Sprache, die die Gesellschaft spalte, meinte Seltenheim heute und betonte: „Wenn man jemanden als Zecke bezeichnet, geht es darum, jemanden zu entmenschlichen. Das erinnert an die dunkelsten Kapitel unserer Geschichte.“


 
Gewalt, "Rassenschandejagd" und Frauenhass bei den Partnern der FPÖ-Jugend
Neue Enthüllungen des STANDARD legen Gewaltfantasien bei Identitären und ihrer "Aktion 451" offen. Jungfunktionäre der FPÖ sind mittendrin

Der identitäre Ideologe ist in Rage. Am liebsten würde er den Fotografen, der sein Eintreffen bei einem Vortragsabend der identitären Tarnorganisation "Aktion 451" dokumentiert hat, mit einem Samuraischwert angreifen, tönt er vor einer Gruppe von Kameraden – um mit dessen Eingeweiden "Refugees Welcome" und "Nie wieder" zu schreiben. "Nie wieder" war ein Mahnruf befreiter Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald.

"Diese Mischung aus Niedertracht und Feigheit erregt in mir Gewaltfantasien", sagt er über Fotojournalisten. "Rein literarisch", wie er witzelt. Aber: "Man sollte einfach ein Glas in ihrem Gesicht zerschlagen und die Nase brechen."

Derartige Gewaltfantasien, Drohungen, tatsächliche Angriffe und entmenschlichende "Hobbys" finden sich im Umfeld der Identitären und ihrer Tarnorganisation "Aktion 451" zuhauf. Auch der Verfassungsschutz attestiert in einer aktuellen Einschätzung, "dass die ideologische Radikalisierung einzelner Aktivisten zunehmend mit der Bereitschaft zur Anwendung körperlicher Gewalt einhergeht".

 
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